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- 06.09.10

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"An Ökumene führt kein Weg vorbei"
© RupprechtDas betonte Bischofsvikar Karl Rühringer bei einer Podiumsdiskussion zum Thema "Mission ökumenisch" anlässlich der Stadtmission.

"Vom anderen das Bessere statt des Schlechteren annehmen", diese Maxime formulierte der Wiener Bischofsvikar Msgr. Karl Rühringer, für die Mission. Das sei sehr lange für die sogenannte Dritte Welt reserviert gewesen: "Und wir sind sitzen geblieben", meinte Rühringer selbstkritisch. Aber wenn die Menschen einander bekämpften, werde die Welt Gott nie begreifen, ist sich Rühringer sicher. Das Feld der Mission solle bei den Menschen sein, die Christus nicht kennen. Und da führe kein Weg an der Ökumene vorbei, so der Bischofsvikar.

Mehr wechselseitige Kommunikation nötig

© Rupprecht
Bischofsvikar Rühringer forderte: Vom anderen das Bessere statt des Schlechteren annehmen.

Georg Prantl, Präsident der Katholischen Aktion (KA) der Erzdiözese Wien, hält für eine gemeinsame Mission "noch viel mehr wechselseitige Kommunikation" erforderlich: "Wir dürfen die Augen nicht vor den Wirklichkeiten verschließen, sondern müssen einander hemmungslos kennenlernen", so der Wiener Rechtsanwalt. Als Vorstandsmitglied von "Pro Oriente" sehe er sich mit den Herausforderungen in den Beziehungen zwischen römisch-katholischen und den orientalischen Christen konfrontiert. Missions- und Dialogaktionen dürften den Pfarren "nicht übergestülpt" werden, sondern sollten "so nachhaltig wie möglich" konzipiert werden", erklärte Prantl die Voraussetzungen für den Erfolg des "apostolischen Auftrags aller Getauften".

Auch eine evangelische Stadtmission sei möglich

Der evangelische Pfarrer Klaus Lehner sah den Missionsbegriff eng mit der Diakonie verflochten. "Wir predigen die Nächstenliebe, aber praktizieren wir sie auch?", fragte Lehner. Sogenannte "Zeltmissionen" von Anton Schulte hätten die Gemeindepfarrer vor Ort einst schlecht dastehen lassen. Wenn sich aufgrund der ausgefeilten Predigten jemand bekehrt habe, sei bei den Gemeinden, die die Mission veranstaltet hatten, schnell wieder "die Luft draußen" gewesen, bedauerte der Senior der Evangelischen Diözese Wien. Er könne sich gut vorstellen, dass auch die evangelische Kirche eine Stadtmission veranstalte.

Gemeinsame Basis statt kleinster gemeinsamer Nenner

Bruce Clewett, Direktor von Kerygma Teams und der katholischen Sektion von "Jugend mit einer Mission" Österreich wehrte sich dagegen, in der Ökumene nur den "kleinsten gemeinsamen Nenner" zu suchen: "Wir müssen uns eine gemeinsame Basis schaffen", forderte der Kalifornier, der seit 30 Jahren in Österreich lebt. Nach seiner Auffassung gibt es keine "neutralen" Evangelisationsveranstaltungen: "Sie sind immer konfessionell gefärbt", gab sich Clewett sicher.

Frohbotschaft oft zu Drohbotschaft verdreht

Fritz Meier, Generalsekretär von "Pro Christ" Österreich, definierte Mission als "die große Liebe und Leidenschaft Gottes". Im "real existierenden Christentum" sehe aber "manches anders" aus: Evangelisation werde als etwas Exotisches und Seltsames angesehen, die Frohbotschaft tendenziell zur Drohbotschaft verdreht. Für Gruppen die "von einem gewissen Universalismus" herkommen, erübrige sich Evangelisation, bedauerte Meier und setzte sich dafür ein, "die ganze Ernsthaftigkeit und Fröhlichkeit des Glaubens" zu entdecken.

(Gunnar Bach)

02.06.2003



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