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- 30.07.10

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"Ist globales Urteilen nicht ungerecht?"
© Stephanscom.atIn seiner Predigt am zweiten Tag der zweiten Diözesanversammlung sprach Kardinal Christoph Schönborn erneut die Missbrauchsfälle an. Insbesondere ging er auf die Situation der Katholiken in Österreich: "Immer wird 'die Kirche' als ganze haftbar gemacht", so der Kardinal.

"Wie kommen wir dazu, immer als 'die Kirche' kritisiert zu werden? Immer wird 'die Kirche' als ganze haftbar gemacht und das tut sehr weh", so Kardinal Christoph Schönborn, am Freitag, 12. März 2010, in seiner Predigt,bei der zweiten Diözesanversammlung in Wien. Warum gelte dieses globale Urteil immer der Kirche und nicht anderen, den Lehrern, der Schule? "Ich gestehe man sagt, die Politiker und die Bänker und wir wissen, dass solche pauschale Urteile sehr ungerecht sind", so der Wiener Erzbischof zu den versammelten Delegierten.  

"Es ist nicht leicht Ja zu sagen"

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Das globale Urteil gegen "die Kirche" habe etwas mit ihrem innersten Wesen zu tun, so Kardinal Schönborn zu den Delegierten.

Er könne sich vorstellen, dass viele Katholiken im Moment lieber gar nicht das Radio oder das Fernsehen aufdrehen, aber das globale Urteil, so der Kardinal, habe etwas mit dem Geheimnis der Kirche, ihrem innersten Wesen zu tun: "Dazu 'Ja' zu sagen, ist einerseits nicht leicht und andererseits - wenn wir es tun - etwas sehr Beglückendes, aber nicht ohne Schmerzen." Schon in der Bibel werde global geurteilt und bis heute stelle sich die Frage, ob das nicht ungerecht sei. Kardinal Schönborn zitiert aus E-Mails an ihn: "Wie komme ich dazu, durch die Unfähigkeit unserer Hirten - das fiel mir schwer zu lesen - dass ich öffentlich am Pranger stehe, dass ich zu dieser Kirche gehöre, wenn alles blockiert ist und es keine Reformen gibt?"

"Wir sind ein Volk"

Die große Herausforderung sei es "Ja" zur Taufe zu sagen. In vielen Gemeinden gebe es reale Probleme. "Immer wieder durch uns Hirten, Priester, Bischöfe, aber manchmal auch durch andere Mitglieder in der Gemeinde, durch Unversöhnlichkeiten und Konflikte. Durch die Taufe sind wir ein Volk, das ist die große Intuition des II. Vatikanischen Konzils, die nicht neu war, aber uns in Erinnerung gerufen wurde - ein Volk, das die selbe Würde und Berufung hat", so Kardinal Schönborn.

Jeder ist gerufen

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"Die globale Verurteilung zeigt ein tiefes Gespür der Menschen, die uns als Kirche sehen", so Kardinal Schönborn.

"Jede, jeder ist durch die Taufe in eine Hirtenschaft gerufen. Wir oft erlebe ich es, dass es Einzelne oder Gruppen sind, die Menschen sammeln, sie für Christus entzünden. Das ist nicht immer der Priester. Ich glaube auch, wenn es so manche Reformstaus gibt. Diesen Stau können wir überwinden, indem wir wirklich versuchen aus ganzem Herzen 'Ja' zu sagen, zu unserer Taufe, zu unserem Eingetaucht sein in Christus", so der Wiener Erzbischof. Es sei vielleicht von jenen, "die uns als Kirche kritisieren gar nicht so falsch, wenn sie uns haftbar machen: 'Du gehörst doch auch dazu.' Ja das stimmt, ich gehöre auch dazu. Durch meine Taufe, meine Firmung, meinen Glauben - ich gehöre dazu." Im Leib Christi sei es wirklich so, dass wenn ein Glied leide, alle mitleiden müssen.

Der Kirche wieder Leben schenken

"Ich lade uns noch einmal ein, in dieser Versammlung, dass wir auf die vielen Zeugnisse hören, wo wir allen Grund haben zu sagen, hier kann ich mich mitfreuen, weil so viel Gutes geschieht und so viel Schöpferisches da ist. Wir sind ein Volk, die eine Herde des Herrn", so Kardinal Schönborn. Die globale Verurteilung zeige ein tiefes Gespür bei den Menschen, "die uns als Kirche sehen".

Die Verheißung Gottes sei, dass er sein Volk nicht verlässt. "Ich darf heute ihnen, uns, der Kirche von Wien, der Kirche in unserem Land, diese Verheißung des Herrn zusprechen. Sein Wort ist zuverlässig. Ich kann ihnen nicht versprechen, dass wir nicht noch durch andere Prüfungen gehen müssen. Wir haben uns diese nicht ausgesucht, wer immer hier mitschuldig geworden ist, bringt uns alle in große Bedrängnis. Wir alle bitten den Herrn mit Worten der Reue darum, dass er seiner Kirche, seinem Volk wieder Leben schenkt und dass man an uns reiche Frucht findet."

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(ks)

12.03.2010


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