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- 30.07.10

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"Kirche lebt in Pfarrgemeinden - oder sie wird nicht mehr leben"
© Stephanscom.atIn Kurzreferaten wurden am Freitag bei der zweiten Diözesanversammlung drei erfolgreiche Missionsprojekte vorgestellt. Vielen Menschen sei es zunächst unangenehm über ihren Glauben zu sprechen, berichtete Elisabeth Heinisch von einem erfolgreichen Missionsprojekt in Kremsmünster.

Einen Weckruf an die Pfarren und Gemeinden zu einem neuen pfingstlichen Aufbruch bildeten am Freitag, 12. März 2010, die persönlichen Zeugnisse bei der Wiener Diözesanversammlung im Stephansdom. Dabei wurde die Bedeutung der Pfarrgemeinden für die Kirche deutlich. "Kirche lebt in Gemeinden - oder sie wird nicht mehr leben", so der Appell von Pfarrer Wolfgang Picken, der in Bonn, aus einer im Niedergang begriffenen Pfarre, eine Gemeinde im Aufbruch geformt hat. Es gelte, gerade in Zeiten, in denen Strukturen zurückgebaut werden und der Rotstift vorherrsche, antizyklisch zu denken und zu investieren. Wichtig sei in diesem Zusammenhang auch ein neues Selbstverständnis: "Raus aus den Sprachspielen der Depression, des Sparens, des Rückbaus und hin zu neuen Visionen", so Picken.

Kirche gibt "Spirit und Community"

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"Es gibt eine zunehmende Vereinzelung der Menschen", so Pfarrer Picken.

Es sei ein Umdenken in der Pastoral gerade auch vor dem Hintergrund notwendig, dass wir dringend gebraucht werden, so Pfarre Picken. Es gebe ein zunehmend spürbarer werdendes geistiges Vakuum und eine zunehmende Vereinzelung der Menschen. "Spirit und Community" (Geist und Gemeinschaft) lauteten daher die alten und zugleich neuen Schlagworte, so Picken. Aus einer Handvoll Gemeinden in Bonn mit nur mehr 8.500 Katholiken, denen noch dazu der Rückbau von weiteren kirchlichen Einrichtungen um 50 Prozent drohte, hat Picken in fünf Jahren eine einzige neue Gemeinde geformt und sich mit einer eigens gegründeten "Bürgerstiftung Rheinviertel" intensiv auf den Aufbau eines eigenen sozial-karitativen Netzwerkes konzentriert.

Zielgruppenspezifische Gottesdienste

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"Es ist unsere Aufgabe, den Menschen offen zu begegnen", so Heinisch.

Im Fokus stehen laut Picken der Ausbau der Kindergärten auf mittlerweile sechs katholische Einrichtungen, die Errichtung von eigenen, an die Kindergärten angeschlossenen Familienzentren, die Schaffung neuer Jugendzentren, die Begleitung von Alten und Sterbenden sowie die Schaffung einer "Bürgergrabstätte", eingerichtet als Urnengrab in einem alten Mausoleum am Rhein und offen für jedermann.

Mittlerweile zähle die Stiftung rund 1.400 Ehrenamtliche, auch die Gottesdienste konnten auf drei Werktagsgottesdienste und fünf Sonntagsgottesdienste in fünf zur Gemeinde zählenden Kirchen ausgebaut werden. Wichtig dabei: Alle Gottesdienste sind zielgruppenspezifisch ausgerichtet, so Picken.

Erfolgreiche Pfarrmission in Kremsmünster

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"Es geht darum, mit Menschen ins Gespräch zu kommen", so Müller.

Von einem erfolgreichen Pfarrmissionsprojekt in Kremsmünster berichtete bei der Diözesanversammlung die Pfarrgemeinderats-Obfrau Elisabeth Heinisch. 1998 hat sie in der Gemeinde Kremsmünster unter dem Motto "Zu den Menschen gehen" mit über 60 externen Missionaren "Tage der Mission" durchgeführt. Zunächst sei ihr Skepsis auch aus den eigenen Reihen entgegengeschlagen, berichtete Heinisch, war es doch vielen Menschen zunächst auch "unangenehm und peinlich, von ihrem Glauben zu reden".

Dass das Projekt dennoch zu einem nachhaltigen, bis heute andauernden Erfolg wurde, verdanke sich unter anderem der Offenheit, in der Mission verstanden wurde: "Es ist nicht unsere Aufgabe, Menschen 'katholisch zu machen', sondern ihnen offen zu begegnen", so Heinisch. Es gehe daher bis heute darum, "authentische Zeugen des Glaubens" zu sein. Damals geschah dies unter anderem durch Gasthausgespräche, Begegnungen an öffentlichen Plätzen, Gesprächsrunden in Schulen und Kindergärten. Seither wurde ein neues Jugendzentrum eingerichtet und rund 200 "Sinnquellenrunden" abgehalten. "Die Menschen sind gekommen - und Kremsmünster hat so etwas wie einen neuen Frühling erlebt", so Heinisch.

"Debatte um rechte Haltung in der Mission"

Vom Erfolgsprojekt "Offener Himmel" berichtete Wolfgang Müller vom Seelsorgeamt der Erzdiözese Salzburg. In bisher sieben Kontaktwochen gelang es laut Müller, durch Gastfreundschaft, Offenheit und zum Teil ungewöhnliche Straßenaktionen wie etwa "gottfreien Zonen" mit Menschen über den Glauben ins Gespräch zu kommen. "Wir machen uns in den Dekanaten auf den Weg und werden dabei selbst zu Beschenkten", so Müller.

Weitere Artikel:

Mehr zur Apostelgeschichte 2010 auf Stephanscom.at

(red/KAP)

12.03.2010


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