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- 06.09.10

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"Ich hatte das Gefühl, er wollte gar nicht mehr fahren"
© Stephanscom.atLänger als geplant verweilte Papst Benedikt XVI. im Stift Heiligenkreuz. Stimmungsvoller Choralgesang und lateinisches Gebet begeisterten aber nicht nur die Zisterzienser. Auch die 15.000 Pilger waren vom Papstbesuch im Wienerwald tief beeindruckt.

Seine Rede, seine Art und wie er auf Menschen zugeht, das hat 15.000 Pilgern im Stift Heiligenkreuz an Papst Benedikt XVI. gefallen. "Es ist wunderschön, eine richtige Gemeinschaft im Glauben hier im Stift erleben zu dürfen und den Papst persönlich zu sehen ist ganz was Besonderes", lauteten die Eindrücke der Wallfahrer, die am Sonntagnachmitag, 9. September 2007, aus Bochum, Passau, Zwettl und vielen anderen Orten angereist waren.

Ein Empfang mit Glockengeläut

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Jubelnd und winkend begrüßten die 15.000 Gläubigen Papst Benedikt in Heiligenkreuz.

Dabei ging eigentlich alles sehr schnell: Die Glocken begannen zu läuten, Pater Karl Wallner, Rektor der Päpstlichen Hochschule in Heiligenkreuz, bat die Gläubigen nach einem vierstündigen bunten, vielfältig gestalteten und zum Teil auch musikalisch recht lautem Vorprogramm jetzt kurz inne zu halten und sich in Stille auf die Ankunft des Papstes vorzubereiten. Dann brausten knapp vor 16.30 Uhr auch schon Autos und Polizei-Maschinen der Eskorte des Papst-Konvois durch das Wiener Tor und fuhren samt Papst-Limousine direkt in den Innenhof des Zisterzienserstiftes.

Andacht und Ruhe

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Als Papst Benedikt XVI. das Wort ergriff, hörten die Menschen im Stitshof aufmerksam zu.

Dort stieg Papst Benedikt aus und die 15.000 Pilger, die sich im Innenhof, in der Stiftskirche und vor allem im großen, äußeren Stiftshof wenige Sitz- und viele Stehplätze gesichert hatten, brachen in Jubel aus. Pilgertücher und Vatikan-Fahnen wurden geschwenkt und schon war Papst Benedikt XVI. in der Stiftskirche verschwunden. Der Regen setzte ein, hielt sich dann aber doch zurück und die große Menschenmenge feierte erstaunlich andächtig und ruhig die Begegnung der Mönche mit dem Papst mit.

Eine liebevolle Begegnung

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Pater Karl zählte die Sekunden bis zum Papstbesuch, dann war er überrascht und erfreut über die "liebevolle Begegnung".

"Es war so eine liebevolle Begegnung. Ich hatte das Gefühl er wollte gar nicht mehr fahren", sagte Pater Karl kurz nach dem die Limousinen samt Papst wieder Richtung Wien unterwegs waren. In der Tat: Der geplante halbstündige Besuch des Kirchenoberhauptes im Stift, dass er stellvertretend für alle Klöster mit einer Visite beehrte, dauerte fast doppelt so lang.

Die 78 Ordensmänner des Zisterzienserkonvents, die erstmals einen Papst in ihrem Stift begrüßen durften, waren gerührt. Das sah man ihnen an: Mit einem breiten Lächeln im Gesicht und glänzenden Augen sprach Frater Vinzenz mit den Sätzen: "Es war einfach erhebend. Diese herzliche Ansprache... Ich glaube, ich werde noch eine Woche davon träumen", seinen Mitbrüdern wohl aus dem Herzen.

"Ich bin überglücklich"

© Robert Jäger / APA
Abt Greogr Henckel Donnersmarck war beeindruckt von der Rede des Papstes und überglücklich über den Besuch des Kirchenoberhauptes im Stift Heiligenkreuz.

"Ich bin überglücklich", gestand auch Abt Gregor Henckel Donnersmarck: "Ich habe noch gar nicht alles verarbeiten können, was uns Papst Benedikt alles gesagt hat. Das muss ich jetzt wohl intensiv nachlesen und durch Jahre hindurch umsetzen. Denn der Papst hat zur Liturgie und Theologie wirklich ganz große Gedanken gesagt." Vor allem die Parallelität, die Papst Benedikt XVI. angesprochen habe - sowohl in der Liturgie als auch in der Theologie das Zentrum, nämlich Gott neu zu suchen - sei, eine beeindruckende Aussage, so der Abt.

Dass der letzte Sinngrund des Lebens Gott ist, den man im Gebet begegnet. Und dass Klöster als Orte des Gebetes gelten, hat wiederum Pater Karl Wallner am meisten imponiert. "Aber überhaupt hat mich überrascht und beeindruckt, dass Papst Benedikt so lange über das Feiern der Liturgie und die Bedeutung der Theologischen Hochschule hier zu uns gesprochen hat", so Pater Karl im Gespräch mit Radio Stephansdom.

Demütig in die Zukunft schauen

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Das Wesentliche - das Gebet - wollen die Mönche im Stift Heiligekreuz nicht aus den Augen verlieren.

Jetzt müssten die Zisterzienser darauf achten nicht hochmütig zu werden, warnte der Rektor der Päpstlichen Hochschule. "Der Papst hat so viel Gutes gesagt. Wir sind derartig gesegnet. Wir müssen jetzt demütig weitermachen", ist Pater Karl Wallner auch gleich wieder bescheiden und vorsichtig.

In jedem Fall hätten die Zisterzienser eine Botschaft bekommen, die sie jetzt umsetzen müssen, ist auch Abt Gregor Henckel Donersmarck überzeugt: "Der Papst hat uns ja auch darauf aufmerksam gemacht, dass wir darauf achten müssen, die Liturgie nicht zu formal werden zu lassen."

Aber der Moment, in dem sich der Heilige Vater vor die Kreuzreliquie niedergekniet hatte und das gemeinsame Gebet mit den Ordensmänner anstimmte, sei der erhebendste gewesen, rekapituliert der Abt: "Wenn man mit dem Papst zusammen beten darf, was soll einem da noch passieren?"

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Der Papstbesuch 2007 auf Stephanscom.at

(mm)

09.09.2007


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