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- 30.07.10

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1.000 Liebende erbaten Segen Gottes
© RupprechtBeim "Gottesdienst für Liebende" war der Stephansdom am Abend des Valentinstags voll. Dompfarrer Faber war von der Stimmung beim Wortgottesdienst und der Segnungsfeier begeistert: "Das war ein beeindruckendes Erlebnis für die Geistlichen und die Gläubigen."

Mehr als 1.000 Menschen haben im Wiener Stephansdom am Abend des Valentinstags am "Segensgottesdienst für Liebende" teilgenommen. Dompfarrer Toni Faber zeigte sich positiv überrascht, wie gut dieses Angebot der Kirche angenommen wurde. Gemeinsam mit drei Priestern und zwei Diakonen feierte Faber am Abend des 14. Februars 2006 einen Wortgottesdienst, der unter dem Motto aus dem ersten Johannesbrief stand "Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm". Im Anschluss daran segneten die Geistlichen die Anwesenden. Alle Ehepaare und Paare, die auf dem Weg zur Ehe sind, wurden gemeinsam, die anderen einzeln gesegnet.

Betroffen und berührt zugleich

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Der Wortgottesdienst war berührend und bewegend, so Faber.

Der Segnungsgottesdienst sei sowohl für die Geistlichen als auch für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein beeindruckendes Erlebnis gewesen, so Faber am Mittwoch im Gespräch mit "Kathpress": "Wir waren alle betroffen und berührt zugleich. Hier wurde eine der Grundaufgaben der Kirche deutlich: Den Menschen den Segen Gottes zuzusprechen".

Großes Bedürfnis nach kirchlicher Begleitung

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Viele Liebende waren in den Stephansdom gekommen um sich gemeinsam oder einzeln segnen zu lassen.

Wie der Dompfarrer sagte, seien rund 70 Prozent der Gottesdienstbesucher bereits seit langem verheiratete Ehepaare gewesen. Sie wollten nun nochmals ihre Beziehung unter den Segen Gottes stellen. Es seien aber auch Menschen gekommen, deren Beziehung zerbrochen ist und die sich nach einem Partner sehnen. Nur wenige seien wiederverheiratete Geschiedene oder Homosexuelle gewesen. Sie wurden einzeln gesegnet.

Der Gottesdienst habe gezeigt, wie groß das Bedürfnis der Menschen nach kirchlicher Begleitung sei, sagte Faber. Er betonte zugleich, dass diese Art des Segensritus auch weiter entwickelt werden müsse.

"Segen für alle"

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Die Stimmung am Valentinstag im Wiener Stephansdom war beeindruckend.

In einem Interview mit der Tageszeitung "Die Presse" sprach sich Faber für mehr kirchliches Engagement für homosexuell empfindende Menschen aus. Wörtlich sagte der Dompfarrer: "Ich bin dabei, meine Mitbrüder und viele Katholiken zu überzeugen, dass homosexuelle Menschen keine Outlaws sind, sondern Menschen wie du und ich, die oft schwer an ihrer Orientierung zu leiden haben". Zugleich hielt Faber fest, dass es der katholischen Kirche nicht möglich sei, Lebensgemeinschaften von homosexuell empfindenden Menschen zu segnen.

In Übereinstimmung mit der Bischofskonferenz

In Anspielung auf den "Gottesdienst für Liebende" betonte Faber, dass er niemandem die Tür weise, der um einen Segen bittet. Wörtlich sagte er: "Ich habe das natürlich mit unserem Kardinal abgestimmt. Ich befinde mich auf sehr katholischem Boden, in 100-prozentiger Übereinstimmung mit den Richtlinien der Bischofskonferenz".

Zur Frage, ob er für sein Vorgehen auch Kritik hinnehmen müsse, verwies Faber auf den Anruf eines Erzürnten, der ihm vorgeworfen habe, der Perversion Vorschub zu leisten, weil er sündige Menschen segne. Fabers Antwort: "Bei jeder Messe segne ich sündige Menschen, weil wir bis zum Papst hin bekennen, dass wir alle Sünder sind".

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(red/PEW)

15.02.2006


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