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- 02.09.10

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"Behüte mich Gott, ich vertraue dir"
© TaizéTausende Trauernde feierten am Dienstagnachmittag gemeinsam mit den Brüdern von Taizé und Kardinal Walter Kaspar den Begräbnisgottesdienst für den ermordeten Prior von Taizé, Frère Roger im Zeichen der Versöhnung.

Der Begräbnisgottesdienst für den ermordeten Prior von Taizé am 23. August 2005 um 14.00 Uhr begann in Stille. Der Sarg mit den sterblichen Resten von Frère Roger Schutz wurde von sechs Brüdern der Gemeinschaft in die Kirche der Versöhnung getragen.

Kurienkardinal Walter Kasper stand in seiner Eigenschaft als Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen der Messe vor. Neben Zehntausend Gläubigen war eine große Zahl von Vertretern der Kirchen und Anhänger der christlich-ökumenischen Basisbewegung von Taizé gekommen, um dem vor einer Woche ermordeten Gemeinschafts-Gründer Frère Roger die letzte Ehre zu erweisen.

Ein Strahl der Liebe und der Hoffnung

© Taizé
Tausende Menschen waren zum Begräbnis von Frère Roger nach Taizé gekommen.

In seiner Begrüßung nannte Kardinal Kasper den Gründer der ökumenischen Bruderschaft von Taizé "eine der großen geistlichen Gestalten der Gegenwart" und einen "geistlichen Vater". Der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen betonte, die völlige Hingabe an den Willen Gottes sei für Frère Roger zu einer Quelle des inneren Friedens, der Hoffnung und des Glücks geworden.

Der Taizé-Gründer habe "einen Strahl der Liebe und der Hoffnung" erzeugt, der über die Grenzen und Spaltungen der Welt hinausgereicht habe. Der Kardinal verwies darauf, dass die Spaltung der Christen Frère Roger verletzt habe. Seit seiner Jugend habe er sich bemüht, diese Trennung zu überwinden.

Predigt in Stille

© Stephanscom.at
"Frère Roger war ein geistlicher Vater."

Zum Auftakt der Feier bat der neue Prior der Gemeinschaft, Frère Alois, um Vergebung für die Rumänin, die Frère Roger vor einer Woche getötet hatte: "Mit Christus am Kreuz sagen wir zu dir: Vater, verzeih ihr, sie wusste nicht, was sie tat". Es folgte ein Gebet für das rumänische Volk und die jungen Rumänen, die der Gemeinschaft von Taize ans Herz gewachsen seien. Vor einer Woche hatte eine Gruppe rumänischer Jugendlicher nach der Tat geschockt abreisen wollen, ließ sich aber von den Brüdern zum Bleiben überreden.

Beim Gottesdienst wurde keine Predigt gehalten. Nach dem Evangelium gab es eine schlichte, lange Zeit der Stille, in der "jeder mehr oder weniger unbeholfen und mit eigenen Worten zum Gebet eingeladen ist", wie es die Taizé-Brüder formulierten.

Das Lied "Nichts kann uns von der Liebe Gottes scheiden" erklang nach der Kommunion. An diesem Tag wurde in Taizé der Gottesdienst nur nach katholischem Ritus gefeiert.

Ökumenisches Totengedenken

Am Ende der Messe wurde ein orthodoxes Totengedenken gehalten. Frère Roger hat es verstanden Ökumene ohne Grenzen zu leben. So werden in Taizé-Gottesdienste stets Elemente der katholischen, evangelischen und der orthodoxen Liturgie eingebunden. Außerdem werden die Feiern immer in mehreren Sprachen abgehalten.

Begräbnis am Friedhof von Taizé

© Taizé
Viele hatten sich schon in das seit Tagen aufgelegte Kondolenzbuch eingetragen.

"Confitemini Domino, quoniam bonus" - "Vertraut auf den Herrn, denn er ist gut" wurde gesungen, als sechs Brüder den Sarg mit dem Leichnam von Frère Roger aufnahmen und zum Friedhof von Taizé trugen, um ihn dort zu bestatten. Die Brüder begleiteten ihren verstorbenen Prior zu seiner letzten Ruhestätte.

Tausende nahmen Abschied

"Wir sind zwölf Stunden gefahren und heute früh um sechs Uhr angekommen", erzählte am Dienstagvormittag ein junger Italiener. Er habe es keinesfalls versäumen wollen, Frère Roger, der sich Zeit seines Lebens für eine Überwindung der Spaltung zwischen den christilichen Konfessionen eingesetzt hatte, die letzte Ehre zu erweisen. Schon am Montagabend waren 5000 Menschen beim Abendgebet in Taizé gezählt worden. Am Dienstag waren es rund 10.000 vorwiegend junge Menschen, die in Taizé dem Verstorbenen die letzte Ehre erweisen wollten.

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Frère Roger - Gründer von Taizé

(red/APA)

23.08.2005


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