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- 30.07.10

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Frère Roger Schutz in Taizé getötet
© Stephanscom.atDer 90-jährige Gründer der Communauté von Taizé wurde beim Abendgebet von einer 36-jährigen Rumänin mit einem Messer angegriffen und getötet.

Der Gründer der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé, Frère Roger Schutz, ist am Dienstagabend, 16. August 2005, bei einem Angriff während eines Gottesdienstes getötet worden. Während des Abendgebets am Stammort der Gemeinschaft in Ost-Frankreich sei eine Frau unter den rund 2.500 Anwesenden aufgestanden und habe Roger mit drei Messerstichen getötet, gab die Polizei am Dienstag bekannt. Der 90-Jährige sei sofort tot gewesen.

© Rupprecht
Roger Schutz, der Gründer von Taizé, ist tot.

Die Täterin, eine 36-jährige Rumänin, sei von den Gläubigen überwältigt und festgehalten worden. Frère Roger, ein protestantischer Pastor aus der Schweiz, war eine der führenden Persönlichkeiten der ökumenischen Bewegung und genoss Respekt unter den Oberhäuptern verschiedener Konfessionen. Jährlich pilgern Tausende Jugendliche, sowohl Protestanten als auch Katholiken, nach Taizé.

Tod von Roger Schutz überschattet Weltjugendtag

Der Tod von Frère Roger überschattet auch den katholischen Weltjugendtag in Köln.
Alle Teilnehmer des Weltjugendtages "beten für diese große Persönlichkeit", erklärte der Generalsekretär des diesjährigen Weltjugendtags, Prälat Heiner Koch, in der Nacht zum Mittwoch. "Frère Roger ist der katholischen Kirche immer tief verbunden gewesen." Zuletzt seien "alle froh und dankbar" gewesen, dass der protestantische Geistliche am Begräbnis von Papst Johannes Paul II. teilgenommen habe. "Nun ist er beim Vater im Himmel angekommen", hieß es in Kochs Erklärung. "Die Trauer ist groß. Die Hoffnung auf die Auferstehung überwiegt."

Communauté will Spaltung der Christen überwinden

© Taizé
Frère Roger Schutz mit Papst Johannes Paul II.

Frère Roger hatte die ökumenische Gemeinschaft der Taizé-Brüder 1940 im ostfranzösischen Burgund gegründet. Sie erfreut sich vor allem bei jungen Christen aus aller Welt großer Beliebtheit. Die ökumenische Gemeinschaft will das Anliegen ihres Gründers verwirklichen und die Spaltung der Christen überwinden.

Im Mai 1940 war Roger Schutz-Marsauche, Sohn einer Französin und eines Schweizer Pastors, in dem inmitten der Weinhänge des Burgund gelegenen Dorf Taizé eingetroffen, wo er sich in einem verlassenen Haus einrichtete. Geleitet von dem Vorbild seiner Großmutter, die im Ersten Weltkrieg französische Flüchtlinge aufgenommen hatte und sich bemühte, die durch den Krieg verfeindeten Christen miteinander auszusöhnen, setzte er sich das Ziel, Taizé zu einer Stätte des Gebets, des Friedens und der Aussöhnung zwischen allen Menschen christlichen Glaubens zu machen.

Im Jahr 1949 gründete er zusammen mit einigen Brüdern die Communauté von Taizé. Die ersten Brüder hatten evangelische Wurzeln, später kamen auch Katholiken dazu. Der Gemeinschaft gehören heute rund 100 Brüder aus 25 Nationen an, über ein Drittel von ihnen ist katholisch.

Taizé - Treffpunkt der Jugendlichen

© Rupprecht
Roger Schutz beim Taizé-Treffen in Wien 1997/98. Kinder und Jugendliche waren von ihm angezogen.

Auch Jahrzehnte später wunderte sich Frère Roger immer noch über den enormen Widerhall, den sein Gedanke vor allem bei jungen Leuten findet. Jahr um Jahr strömen Hunderttausende in Taizé zum Gebet, zum Nachsinnen über den eigenen Glauben oder zum Gespräch mit den Brüdern aus mehr als 25 Ländern zusammen, die selbst verschiedenen christlichen Konfessionen angehören.

Die Brüder verdienen sich ihren Lebensunterhalt selbst, mit Handwerk, Druck und dem Vertrieb ihrer Bücher. Auf Spenden verzichten sie, gleichzeitig kümmern sie sich um Not leidende Menschen. Der charismatische Frère Roger war unbestrittener Vater der Gemeinschaft. Auf seine Anregung hin leben seit 1951 Brüder in kleinen Gemeinschaften mit den Besitzlosen in Asien, Afrika und Lateinamerika zusammen. Auch Roger selbst besuchte regelmäßig die Elendsgebiete, um Zeichen der Versöhnung und der Einheit der Kirche zu setzen.

Roger Schutz - geehrt für Friedensbotschaft

© Taizé
Frère Roger und Mutter Teresa, Friedensmenschen unserer Zeit.

Für seinen Einsatz für Frieden erhielt Frère Roger 1974 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, 1988 den UNESCO-Preis für Friedenserziehung und 1989 den Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen. Diesen hat der bescheidene Christ erst nach reiflicher Überlegung angenommen. Frühere Anfragen hatte er mit den Hinweis zurückgewiesen, dass er als einzelne Person nicht in diesem Maße in den Mittelpunkt gerückt werden wollte. Dann beugte er sich dem Argument, dass durch die Ehrung seine Friedensbotschaft weitere Verbreitung finden könnte.

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Frère Roger - Gründer von Taizé

(red)

17.08.2005


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