Für Dialog zwischen Kirche und Wissenschaft © Rupprecht

Zugleich weist der Wiener Erzbischof "Unterstellungen" zurück, er wolle "hinter die Aufklärung zurück". Die Kritiker sollen auf Sachfragen eingehen und beweisen, dass es kein 'Design' des Lebens gibt".

Für den Dialog zwischen Kirche und Naturwissenschaft hat sich Kardinal Christoph Schönborn am Sonntag, 17. Juli 2005, in einem Interview mit dem ORF-Religionsmagazin "Orientierung" ausgesprochen. Zugleich wies der Wiener Erzbischof "Unterstellungen" zurück, er gehe mit seinem Plädoyer für die Existenz eines "intelligenten Plans" in der Entwicklung von Universum und Leben "hinter die Aufklärung zurück". Wörtlich meinte Kardinal Schönborn: "Wenn es nicht stimmt, dass man wissenschaftlich auch etwas wie ein 'design', einen Plan, im Universum feststellen kann, dann soll argumentiert werden". Neuerlich unterstrich der Kardinal, dass es nicht darum gehe, naturwissenschaftlich den Schöpfer zu "beweisen".

Plan statt nur "Zufall"

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Kardinal Schönborn bittet Kritiker, auf Sachfragen einzugehen.

In seinem Gastkommentar in der "New York Times" sei es ihm ausschließlich darum gegangen, die Frage zu stellen, ob tatsächlich "das Werden des Lebens, der kosmischen Evolution, ein reiner Zufallsprozess sein kann, oder ob es Ordnung, Sinn, Richtung, also Vernunft in diesem Prozess gibt", so Kardinal Schönborn. Bei der Betrachtung dieses Prozesses gebe es einige "so ungeheure Unwahrscheinlichkeiten", dass es sinnvoller sei, einen Plan anzunehmen als nur von "Zufall" zu sprechen.

Menschliche Geistseele

Auch in einem Interview mit dem "Kurier" hatte der Kardinal für eine gelassene Diskussion plädiert: "Bitte lassen wir untergriffige und emotionale Argumente beiseite. Die Kritiker sollen auf Sachfragen eingehen und beweisen, dass es kein 'Design' des Lebens gibt". Es sei mit dem Glauben durchaus vereinbar, dass es im Bereich des menschlichen Leibes eine Entwicklung zum Menschen gebe, aber die menschliche Geistseele, die den Menschen unverwechselbar mache, entstamme dem göttlichen Plan".

Aussagen im philosophischen Sinn

Zu den heftigen Kritiken an seiner Stellungnahme sagte der Kardinal: "Entweder haben die Kritiker den Kommentar nicht gelesen oder ihn missverstanden". Aussagen wie "nicht Gott hat die Menschen gemacht, sondern die Menschen die Götter" seien bestenfalls philosophische im Sinn von Marx und Feuerbach, aber keine naturwissenschaftlichen. "Es ist seltsam, wenn einer Sachfrage so mit Emotionsargumenten begegnet wird", so Kardinal Schönborn.

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(red/KAP)

18.07.2005

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