Seine Kritik am kürzlich vom Sozial- und Gesundheitsausschuss des Europarates gebilligten Sterbehilfebericht des Schweizer Abgeordneten Dick Marty hat der Wiener Moraltheologe Günter Virt bekräftigt.
In der jüngsten Ausgabe des "info-dienstes bio-ethik" der "Aktion Leben" unterstreicht Virt, dass die ursprüngliche Absicht des Berichts die gleiche geblieben sei: Dick Marty betreibe im Grunde Werbung für die Euthanasie-Regelungen in den Niederlanden und in Belgien. Der Titel des vorliegenden Berichts klinge zwar sehr sanft - "Unterstützung statt Euthanasie" -, in den erläuternden Bemerkungen sei aber massiv von Euthanasie die Rede. "Hier zeigt sich eindeutig, dass die Stoßrichtung beibehalten wurde, und diese geht unverändert in Richtung Legalisierung der Sterbehilfe", meint Virt.
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Gefährlich sei an dem Bericht vor allem, dass Marty zwar jedem Patienten das Recht zuspreche, darüber zu entscheiden, was mit seiner Person geschieht, es finde sich aber keine Passage, dass dieses Recht dort seine Grenze finde, wo es um Tötung durch die Hand eines anderen geht. Dieses "grenzenlose Recht auf Selbstbestimmung ohne die Grenzen des Lebensschutzes" sei der "Knackpunkt" in dem Bericht, so Virt.
Das Plenum der Parlamentarischen Versammlung des Europarates soll im April über den Bericht entscheiden. Derzeit gilt noch die 1999 von der Parlamentarischen Versammlung des Europarates beschlossene Empfehlung, die Straffreiheit für aktive Sterbehilfe strikt ablehnt.
(red/PEW)