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- 02.09.10

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Cenacolo – Weg aus der Droge
CenacoloZwanzig junge Männer haben mit Gebet und Arbeit ihrer Drogensucht den Kampf angesagt. Im burgenländischen Kleinfrauenhaid leben sie "von der Vorsehung".

Kleinfrauenhaid im Burgenland ist eine idyllische kleine Ortschaft nahe dem Neusiedlersee. Seit 1997 ist dort im Pfarrhaus die Gemeinschaft Cenacolo zuhause. Sie wurde von der italienischen Ordensschwester Elvira Petrozzi Anfang der achtziger Jahre gegründet. Suchtabhängige junge Männer finden dort Aufnahme und Heilung.

Georg lebt seit mehr als fünf Jahren in der Gemeinschaft Cenacolo, was übersetzt "das letzte Abendmahl" heißt. Damals kam er nicht freiwillig dorthin: "Ich war schwer alkoholsüchtig und sah keinen Sinn mehr in meinem Leben", schildert er seine Lebenskrise im Gespräch mit Radio Stephansdom. "Meine Schwester hat mich dann hierher gebracht. Letztendlich musste ich diese Hilfe annehmen, obwohl ich zuerst überhaupt nicht wollte."

Für alle Menschen offen, die Hilfe suchen...

Cenacolo
Das Gebet steht in der Gemeinschaft Cenacolo im Mittelpunkt und führt zur Heilung.

Georg kam ins Mutterhaus der Gemeinschaft nach Italien und verbrachte zwei Jahre dort. Eine sehr harte Zeit, sagt er jetzt. Danach ging es drei Jahre in den bosnischen Wallfahrtsort Medjugorje. Dort hat die Gemeinschaft ein großes Haus. Hundert ehemalige drogensüchtige Männer aus zwanzig verschiedenen Ländern leben dort. "Cenacolo ist für alle Menschen offen, die Hilfe suchen. Das Leben in der Gemeinschaft ist nicht immer einfach, aber wir helfen uns gegenseitig. Die, die ihren Weg aus der Droge geschafft haben, sind Vorbilder und helfen den Neulingen", erklärt Georg, der nun selbst als Betreuer in Kleinfrauenhaid wirkt.

Aufgenommen wird man nach einer Phase des Kennenlernens. In dieser Vorbereitungszeit werden Gespräche mit den Süchtigen geführt und sie verbringen Probetage in der Gemeinschaft. Seit einigen Monaten finden diese Vorgespräche auch in Wien statt, im Pfarrhof von Maria vom Siege. "Immer mehr Menschen wenden sich an uns. Das letzte Monaten hatten wir zwanzig Interessenten", erklärt Georg.

Gründungsmutter Schwester Elvira

Sr. Elvira
Die italienische Ordensschwester gründete die Gemeinschaft 1982 in Italien.

Gegründet wurde die Gemeinschaft Cenacolo von Schwester Elvira. Sie eröffnete 1982 in Saluzzo, in der Nähe von Turin, das erste Haus für junge Menschen in Krisensituationen. Ihre Medizin ist das Vertrauen in die heilende Kraft des Gebets. Die hohe Erfolgsquote bestätigt dieses "Therapie": achtzig Prozent lernen wieder, auf Dauer drogenfrei zu leben. "Hier wird den Jungs Vertrauen geschenkt. Etwas, was ihnen in ihrer Sucht keiner mehr schenken konnte. Das Vertrauen gibt Kraft, obwohl das Abgeschottet sein von der Gesellschaft sehr schwierig sein kann", so Georg.

"Amtssprache" Italienisch

Cenacolo
Die jungen Männer versorgen sich selbst und sind handwerklich tätig.

Die jungen Männer in Kleinfrauenhaid versorgen sich selbst. Hinter dem Pfarrhof, der mit einer kleinen Kapelle ausgestattet ist, in welcher vierundzwanzig Stunden gebetet wird, befindet sich ein kleiner Wald. Dort wird Holz zum Heizen gerodet. In der hauseigenen Backstube wird nicht nur Brot sondern auch Pizza gebacken, denn viele der Bewohner kommen aus Italien. Daher ist die "Amtssprache" in der Gemeinschaft auch Italienisch. Sonntags nimmt die Gruppe am Gottesdienst in der Pfarrkirche gegenüber teil.

Einmal im Jahr erhalten sie Besuch von Schwester Elvira, ihrer "Mama", wie sie liebvoll genannt wird. In Kleinfrauenhaid war sie im September 2004 fünf Tage lang zu Gast und nahm sich Zeit, mit jedem einzelnen ausgiebig zu sprechen.

Weiterer Artikel und Kontaktmöglichkeit:

"Cenacolo" - Ein Beispiel für Kirche, wie sie sein soll

Jeden Samstag, zwischen 9.00 und 11.00 Uhr werden im Pfarrhof der Pfarre Maria vom Siege, zwischen Westbahnhof und U6 Station Gumpendorfer Straße Vorgespräche geführt.

Gemeinschaft Cenacolo
A- 7023 Kleinfrauenhaid 8
Telefon: 02626/5963



Radiotipp:

RSD

Die Gemeinschaft Genacolo ist am Dienstag, 19. Oktober 2004, um 19.00 Uhr Themenschwerpunkt in den "Perspektiven" auf Radio Stephansdom.
Eine Sendung von Michaela Necker.

(mn)

19.10.2004


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