Im Alter von 90 Jahren ist Prälat Karl Hörmann verstorben. Das Requiem für den Verstorbenen findet am 29. September um 11.30 Uhr in der Wiener Karl-Lueger-Kirche statt. Kardinal Christoph Schönborn wird den Trauergottesdienst leiten.
Prälat Karl Hörmann wurde am 23. Jänner 1915 in Höflein an der Thaya in Mähren geboren. 1934 bis 1939 studierte er in Wien Theologie. Am 9. Juli 1939 wurde er zum Priester geweiht. Es folgten Kaplansjahre in Hollabrunn und Stockerau, wo er auch als Religionslehrer tätig war. Ab 1950 Privatdozent an der Universität Wien, wurde er 1953 außerordentlicher Professor für Moraltheologie und 1959 ordentlicher Professor. Zwei Mal fungierte er als Dekan der Katholisch-theologischen Fakultät, 1966/67 hatte er das Amt des Rektors der Universität Wien über. Von 1959 bis 1985 war er Vorstand des Instituts für Moraltheologie der Universität Wien. 1982 wurde Hörmann mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet. Seinen Ruhestand verbrachte Hörmann hauptsächlich in Wien.
Zu den bekanntesten Publikationen des Moraltheologen zählen sein "Handbuch der christlichen Moral" sowie das "Lexikon der christlichen Moral". Neben zahlreichen weiteren theologischen Veröffentlichungen schrieb Hörmann auch zwei Bücher über seine südmährische Heimat.
Der Salzburger Weihbischof Andreas Laun - er war als Moraltheologe Assistent von Hörmann - sagte am Dienstag im Gespräch mit "Kathpress", er denke mit großer Dankbarkeit an Prälat Hörmann zurück. Laun würdigte vor allem Hörmanns "bedachtsame und liebevolle Art", mit der er die Moraltheologie betrieben habe. Hörmann sei als Moraltheologe immer "bei den Menschen" gewesen und ein Seelsorger geblieben. Er habe viel "Güte" gegenüber den Menschen gehabt, auch wenn dies manchmal in Spannung zur Lehre stand. Hörmann habe diese Spannung aber "ausgehalten", so der Salzburger Weihbischof.
(red/PEW)