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- 22.03.10

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"Österreich darf nicht wegsehen"
© Stephanscom.atCaritasdirektor Michael Landau war auf Lokalaugenschein im Westsudan. Nun appelliert er an die Hilfsbereitschaft der Österreicher: "Die Menschen sterben vor den Toren Europas. Rasche Hilfe ist doppelt Hilfe."

"Was ich im Sudan gesehen habe, hat mich tief erschüttert", berichtet der Wiener Caritasdirektor Michael Landau. Gemeinsam mit Franz Karl Prüller, dem Caritas-Generalsekretär, war er in den letzten Tagen im Krisengebiet Westsudan unterwegs, um sich selbst ein Bild von der Not der Menschen dort zu machen. Bei einer Pressekonferenz am Montag, 9. August 2004, schilderte er das Flüchtlingselend. "Wir müssen jetzt handeln, sonst ist der Tod tausender Menschen nicht zu verhindern."

Flüchtlingselend, Mord und Plünderungen

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Landau zeigt sich von der Not im Sudan tief erschüttert.

Der Wiener Caritasdirektor berichtete von Müttern mit Kindern, die in Zelten aus Plastikresten hausen, die in den kommenden Wochen der Regenzeit kaum Schutz bieten werden. Die politische Situation sei mehr als unsicher, so Landau. "Den Menschen sind durch Kampfhandlungen und Plünderungen die Lebensgrundlagen entzogen worden - von den Toten und Vergewaltigungen gar nicht zu reden." Erst im Mai 2005 rechnet die Caritas mit einer Rückkehr der Flüchtlinge in ihre Dörfer: "Hilfe mit Ausdauer wird nötig sein."

"Schnelle Hilfe ist doppelte Hilfe."

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Prüller: "Für 100 Euro eine dauerhafte Unterkunft."

Caritas-Generalsekretär Franz Karl Prüller, der gemeinsam mit Michael Landau unterwegs war, ruft zur raschen Hilfe auf. "Die Regenzeit verwandelt Rinnsale in reißende Flüsse." Um zumindest den Kindern ein Stück Normalität zu sichern, errichtet die Caritas gemeinsam mit lokalen Hilfsorganisationen und den protestantischen Kirchen Schulen. "Im Lager Umgozen gehen bereits 750 Kinder wieder in die Schule. Trotz ihrer bedrückende Lage strahlen sie eine gewisse Zuversicht aus", erinnert sich Prüller an die Reise.

Sudan-Hilfe als Herausforderung für Österreich

Michael Landau appelliert an die österreichische Bevölkerung, die Menschen im Sudan nicht zu vergessen: "Menschen sterben vor den Türen Europas." Der Caritasdirektor ruft auch die Bundesregierung auf, einen substantiellen Beitrag zur Hilfe im Sudan zu leisten: "Wenn bisher von 200.000 Euro an Hilfe über das Außenamt die Rede war, ist eine wesentliche Erhöhung dieses Beitrages umbedingt notwendig. Was ich in den vergangenen Tagen gesehen habe, hat mich tief erschüttert."

Die Caritas Österreich hat für Nothilfeprogramme im Sudan bis jetzt insgesamt 250.000 Euro eingesetzt. Sie bittet um Spenden für die sudanesischen Flüchtlinge.

Caritas-Spendenkonto: PSK 7.700.004
BLZ: 60.000
Kennwort: Sudan

(mn)

09.08.2004


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