Die Vorbereitungen für das Requiem für den verstorbenen Wiener Alterzibschof Kardinal Franz König laufen in der Sakristei des Stephansdomes auf Hochtouren. Kirchenmeister Franz Weinwurm muss die Arbeiten einteilen und die Dienste vergeben.
Den Kirchenmeister verbindet mit Kardinal König ein besonderes Jahr: "Im Mai 1956 wurde Franz König als Erzbischof inthronisiert, im September desselben Jahres kam ich als Mesnerpraktikant an den Dom", erzählt Weinwurm. Von da an begleitete er Kardinal König zu allen Anlässen im Dom zu St. Stephan.
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Kardinal Franz König hatte eine besondere Bedeutung für den Dom. Er hatte ihn nicht wie andere Erzbischöfe mit Steinen gebaut, sondern sein Zugang war ein spiritueller, erfährt man in der Sakristei. "Oft saß Kardinal König im Dom und betete am Abend still für sich den Rosenkranz", so Kirchenmeister Franz Weinwurm.
Die besondere Wertschätzung des Kardinals erfuhr Weinwurm, als er zwei Wochen vor dem Tod Kardinal Königs an dessen Krankenbett gerufen wurde, damit der Kardinal sich verabschieden könne: "Dabei versicherte mir Kardinal König nochmals, wie gut er sich immer in der Sakristei, bei den Mesnern von St. Stephan aufgehoben fühlte."
Am Samstag, 27. März 2004, wird Kardinal König in der Bischofsgruft bestattet. Auf eigenen Wunsch des Wiener Alterzbischof sollte es ein schlichtes Begräbnis werden - soweit es die Umstände erlauben, wie Kardinal König in seinem Testament schrieb.
Am Freitag, 26. März beginnt die Aufbahrung um 9.00 Uhr. Dabei kann der Wiener Stephansdom nur durch das Primtor (gegenüber vom Churhaus, Stephansplatz 3) betreten und über das Adlertor verlassen werden. In der Mitte des Domes, genau in der Vierung, wo sich Haupt- und Querschiff kreuzen, ist der Sarg mit der sterblichen Hülle des Kardinals offen aufgebahrt. "Das ist ein Vorrecht des Erzbischofs, kein anderer wird an diesem Platz aufgebahrt", berichtet Kirchenmeister Franz Weinwurm.
Um den Leichnam offen aufbahren zu können, wurde er konserviert. Die Menschen sollten Gelegenheit haben sich von Kardinal Franz König verabschieden zu können, lautet die Anordnung von Kardinal Christoph Schönborn.
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Kardinal König wird in Pontifikalkleidung mit Talar, Schultertuch, Alba, Zingulum und violettem Messgewand, sowie mit Mitra, Brustkreuz und Bischofstab aufgebahrt. Zum Begräbnis wird die Mitra dann abgenommen und auf seine Brust gelegt, und dem Kardinal das Birett aufgesetzt. Die Ankleidung des Kardinals wird wiederum Kirchenmeister Franz Weinwurm als letzten Liebesdienst vornehmen. "Kardinal König öffnete auch im Tod noch alle Türen", erzählt er, "denn in der Gerichtsmedizin wurden wir von Vorstand Manfred Hochmeister empfangen und auch die Bestattung der Stadt Wien bewies abermals, das gute Zusammenarbeit möglich ist."
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Von Freitag 9.00 Uhr bis Samstag 11.00 Uhr haben die Menschen durchgehend die Möglichkeit dem Kardinal die letzte Ehre zu erweisen.
Die Totenwachen und Gebetsstunden werden unter Tags von verschiedenen Pfarren der Erzdiözese Wien gestaltet. In den Nachtstunden halten verschiedenen Verbänden und Gruppen Wache.
Am Samstag um 11.00 Uhr wird der Dom geschlossen und für die Begräbnismesse vorbereitet. Um 13.00 Uhr beginnt am Samstag das Begräbnis, das von Kardinal Josef Ratzinger geleitet wird. Alle Kirchenglocken in der Erzdiözese Wien werden am Samstag von 13.00 bis 13.05 zum Gedenken an den Alterzbischof läuten.
Wer im Dom keinen Platz mehr findet, kann das liturgische Geschehen auf dem Stephansplatz über eine große Videowand mitverfolgen, die sich beim Singer-Tor befindet.
Nach der Messe wird der Sarg durch das Primtor (P) aus dem Dom und über den Stephansplatz getragen. So können auch jene Gläubige, die keinen Platz mehr im Dom gefunden haben, von Kardinal König Abschied nehmen. Über das Adlertor (A) wird der Sarg dann wieder in den Dom gebracht und in die Gruft getragen. (Beachten Sie den Plan links. Eine Vergrößerung des Domgrundrisses erhalten Sie per Mausklick). Während dieses Weges erklingt das Geläute der Pummerin.
Freitag 9.00 Uhr - Samstag 11.00 Uhr Aufbahrung von Kardinal Franz König in der Vierung des Stephansdomes.
11.00 Uhr Dom wird geschlossen
12.15 Einlass in den Dom
12.45 Geläute der Pummerin
13.00 Glockengeläute aller Kirchenglocken in der Erzdiözese
13.05 Requiem
anschließend Beisetzung in der Bischofsgruft
Alle, die nicht am Stephansplatz in Wien sind, können das Requiem und die Beisetzung auf Radio Stephandom (Übertragungsbeginn 13.05 Uhr), via Live-Stream (http://live.radiostephansdom.at/) und im Fernsehen in ORF 2 (Übertragungsbeginn 13.05 Uhr) mitfeiern.
Im Zuge der Aufbahrung und des Begräbnisses von Alterzbischof Franz Kardinal König kommt es zu einigen Änderungen im Stephansdom:
| 9.00 Uhr | Aufbahrung des Sarges |
| 12.00 Uhr | Die Heilige Messe wird in der Franziskanerkirche gefeiert. |
| 17.00 Uhr | Vesper aus dem Totenoffizium |
| 17.45 Uhr | Der CSI-Gottesdienst wird in der Franziskanerkirche gefeiert. |
| 18.00 Uhr | Die Heilige Messe entfällt. |
| 19.00 Uhr | Die Heilige Messe wird in der Franziskanerkirche gefeiert. |
| 21.45 Uhr | Komplet; anschließend von Gruppen gestaltete Totenwache; der Dom ist durchgehend geöffnet. |
| 6.30 Uhr | Heilige Messe in der Franziskanerkirche |
| 7.15 Uhr | Laudes aus dem Totenoffizium; keine Heilige Messe! |
| 8.00 Uhr | Die Heilige Messe wird in der Franziskanerkirche gefeiert. |
| 12.00 Uhr | Die Heilige Messe wird in der Franziskanerkirche gefeiert. |
| 13.00 Uhr | Requiem, anschließend Beisetzung in der Bischofsgruft. Übertragung auf Radio Stephansdom und ORF 2. |
| 17.00 Uhr | Die Vesper entfällt. |
| 17.15 Uhr | Diözesanes Weltjugendtreffen: verlegt in die Karlskirche |
Mehr über Kardinal Franz König erfahren Sie auf Stephanscom.at hier.
(gr)