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- 30.07.10

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Papst-Brief: Starken Worten müssen entschiedene Taten folgen
© Katholische Jugend Österreich"Hier wird nichts beschönigt, das ist eine ehrliche Entschuldigung", sagt Stephan Bazalka, Vorsitzender der Katholischen Jugend Österreich, zu dem Hirtenbrief von Benedikt XVI. an die irischen Gläubigen. Er erwartet sich aber auch klare Worte zu den Fällen sexueller Gewalt in Österreich.

"Papst Benedikt XVI. hat starke Worte gefunden: Von schweren Sünden, kriminellen Handlungen, von Scham und Reue ist die Rede", zeigt sich Stephan Bazalka, Vorsitzender der Katholischen Jugend Österreich (KJÖ), in einer ersten Reaktion auf den Hirtenbrief des Papstes an die irischen Katholikinnen und Katholiken am Samstag, 20. März 2010, zufrieden.

"Eine ehrliche Entschuldigung"

"Hier wird nichts beschönigt, das ist eine ehrliche Entschuldigung - sowohl für die Taten an sich als auch für den skandalösen Umgang damit." Die Katholische Jugend Österreich erwartet sich aber auch klare Worte zu den Fällen sexueller Gewalt in Österreich: "Das darf nicht und wird nicht die letzte Aussage des Heiligen Vaters zu diesem Thema gewesen sein", so Bazalka weiter.

Opfer mögen Kontakt mit den Ombudsstellen aufnehmen

© Stephanscom.at
Stephan Bazalka: "Die Richtlinien zum Schutz von Kindern und Jugendlichen müssen ständig überprüft und aktualisiert werden."

"Die Aufforderung, die Richtlinien zum Schutz von Kindern und Jugendlichen ständig zu überprüfen und zu aktualisieren, ist ein klarer Auftrag - nicht nur für die Kirche in Irland", unterstreicht der KJÖ-Vorsitzende. Die Katholische Jugend bietet hier ihre aktive Mitarbeit an. "In Irland liegen die Fakten nach einer groß angelegten Untersuchung bereits auf dem Tisch", meint Bazalka. Die Katholische Jugend schließt sich dem Aufruf des Papstes und der österreichischen Bischöfe an und bittet die Opfer, Kontakt mit den Ombudsstellen aufzunehmen. Stephan Bazalka weist darauf hin, dass der Papst auch die Täter ausdrücklich auffordert, sich zu stellen.

Österreichweite Koordinierungs- und Anlaufstelle

Damit den starken Worten entschiedene Taten folgen, fordert die Katholische Jugend die Schaffung einer österreichweiten Koordinierungs- und Anlaufstelle für Opfer sexueller Gewalt in der Kirche, die unabhängig und weisungsfrei arbeiten kann. Auch eine Verlängerung der Verjährungsfristen und weitere Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt in allen Lebensbereichen gehören zu den Forderungen.

Offener Diskurs über Macht und Sexualität notwendig

Es ist aber auch notwendig, über das aktuelle Thema hinauszublicken. Der Papst hat in seinem Hirtenbrief auch von einem falschen Autoritätsverständnis gesprochen: "Wenn wir als Kirche das Vertrauen der Menschen zurückgewinnen wollen, ist es dringend an der Zeit, in einen offenen Diskurs über Themen wie Macht und Sexualität zu treten", so Bazalka abschließend.

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(red)

20.03.2010


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