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- 10.03.10

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"Wer von Armut spricht, darf von Reichtum nicht schweigen"
© Caritas"Es geht nicht um Ideologie, sondern um konkrete Not", so der Wiener Caritasdirektor, Michael Landau, zur EU-weiten Kampagne "Zero Poverty". Er fordert eine sachliche Diskussion über das Thema Vermögensbesteuerung.

"Wer von Armut spricht, darf von Reichtum nicht schweigen", das unterstrich der Direktor der Caritas der Erzdiözese Wien, Michael Landau, in der der Tageszeitung "Kurier", vom Mittwoch, 3. Februar 2010. Landau nahm dabei zur EU-weiten Caritas-Kampagne "Zero Poverty" (Null-Armut) Stellung. Obwohl die Europäische Union zu den reichsten Regionen der Welt gehöre, müssten viele Menschen einen täglichen Kampf ums Überleben führen, das Elend nehme als Folge der Wirtschaftskrise noch zu. 85 Millionen EU-Bürger - 17 Prozent der Gesamtbevölkerung - lebten unter der Armutsgrenze, in Österreich seien eine Million Menschen betroffen, so Landau.

Mehr Verteilungsgerechtigkeit

© Stephanscom.at
"Es gibt in der EU bedrückende Armut und obszönen Reichtum", so Caritasdirektor Landau.

Landau forderte angesichts dieser Zahlen eine Debatte über mehr Verteilungsgerechtigkeit: "Es gibt in der EU bedrückende Armut und obszönen Reichtum. Das ist weder fair noch gerecht." Die Caritas wolle mit ihrer Initiative keine Neid-Debatte lostreten, betonte Landau: "Es geht nicht um Ideologie, sondern um die konkrete Not von Menschen und wie anstehende Aufgaben fair und gemeinsam bewältigt werden können." Um eine Diskussion über die Besteuerung von Vermögenserträgen werde man dabei nicht herumkommen, so Landau. Die Opfer der Wirtschaftskrise dürften nicht zum zweiten Mal zum Opfer gemacht werden, indem die überlasteten Staatshaushalte auf ihren Rücken saniert werden.

EU-weite Bürgerinitiative

Ziel der Caritas-Kampagne "Zero Poverty" ist eine EU-weite Bürgerinitiative gegen Armut. Solche Referenden sieht der neue Vertrag von Lissabon vor, wenn es dafür eine Million Unterschriften aus mindestens neun Mitgliedsländern gibt. Da die Caritas in allen EU-Staaten vertreten ist, sehen Kommissionsbeamte in Brüssel - wie es im "Kurier" heißt - "kein Problem, dass dieses formale Kriterium erreicht wird".

Alle Stimmbürger der 27 Mitgliedsländer sind aufgefordert, eine Petition zu unterschreiben. Die Kampagne ruft die Öffentlichkeit und die Politik auf, die Kinderarmut bis 2015 zu halbieren, ausreichende Kinderbetreuung und den Zugang zu Gesundheitseinrichtungen zu ermöglichen, ein Mindesteinkommen zu installieren und neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Weitere Aritkel:

"Sozial- und Steuerpolitik mehr an Familien ausrichten"

2010 - Europäisches Jahr zur Armutsbekämpfung

"In Österreich darf niemand erfrieren"

(red/KAP)

03.02.2010


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