Am Samstag, 18. November 2006, wird das Zentralarchiv des Deutschen Ordens für kurze Zeit für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Zwischen 9.30 und 11.00 Uhr besteht die Möglichkeit, das Archiv in der Singerstraße zu besuchen und einige der kostbaren Dokumente und Urkunden in einer Ausstellung zu betrachten. Für Auskünfte ist der Leiter des Archivs, Pater Bernhard Demel, bereit.
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"Eines der herausragendsten Exponate in unserer Schatzkammer ist sicherlich die Kanonisationsbulle der heiligen Elisabeth von Thüringen", betonte Bruno Platter, Hochmeister des Deutschen Ordens in Wien, aus Anlass des "Elisabeth-Jahres 2007", das im kommenden Jahr für das gesamte deutschsprachige Gebiet ausgerufen wird. In unterschiedlichen Veranstaltungen und Ausstellungen wird des 800. Geburtstages der Heiligen gedacht. Von insgesamt elf ehemals existierenden Kanonisationsbullen, mit denen Papst Gregor IX. Elisabeth im Jahr 1235 zur Heiligen erhoben hatte, seien nur mehr wenige Exemplare erhalten, so Platter. Um so stolzer sei man, diese in den Räumen der seit April 2006 wiedereröffneten Schatzkammer des Deutschen Ordens in der Singerstraße der Öffentlichkeit präsentieren zu können.
Die Schatzkammer in der Singerstraße 7 hat am Dienstag, Donnerstag und Samstag von 10.00 bis 12.00 Uhr sowie Mittwoch und Freitag von 15.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.
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"Das Jubiläum der heiligen Elisabeth wird in Österreich mit besonderen Feierlichkeiten begangen. Das kommt nicht nur daher, dass das Kopfreliquiar sowie zwei Beinreliquien der Heiligen bei den Wiener Elisabethinen aufbewahrt werden, sondern auch daher, dass die Geschichte der heiligen Elisabeth tief in die Volksfrömmigkeit Eingang gefunden hat", so Hochmeister Platter. Außerdem sei die Heilige als Patronin zahlreicher gemeinnütziger und sozialer Institutionen wie etwa der Caritas "tief in das kulturelle Gedächtnis Österreichs eingewandert und dort bis heute präsent", erklärt Platter.
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Die Geschichte der Heiligen sei "eng mit der Geschichte des Deutschen Ordens verwoben", so Platter. So fanden die Reliquien der Heiligen ihren Weg nach Österreich über Erzherzog Maximilian von Österreich, der zugleich "Großmeister des Deutschen Ordens in Deutschland und Welschland" war und die Reliquien seiner Schwester Elisabeth von Österreich zum Geschenk machte. Elisabeth von Österreich war vormals Königin von Frankreich und hatte sich nach dem Tod ihres Mannes, König Karl IX., im Jahr 1574 als Witwe nach Wien in ein Klarissinnenkloster zurückzogen. Nach der Aufhebung des Klosters 1782 wurden die Reliquien schließlich vom Wiener Weihbischof Edmund Maria Graf von Artz und Lassay den Elisabethinen übergeben.
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Im gesamten deutschsprachigen Raum wird das Jahr 2007 als "Elisabeth-Jahr" begangen. In Deutschland finden insbesondere in Thüringen zahlreiche Veranstaltungen, Ausstellungen und Gottesdienste zu Ehren der Heiligen statt. In Österreich wird es insbesondere in den der Heiligen geweihten Einrichtungen wie Pflegeheimen oder Altenheime Gedenkveranstaltungen geben, so Platter.
Am Sonntag, 19. November, begeht die Kirche österreichweit den Gedenktag der Heiligen. Zugleich führt die Caritas an diesem Tag ihre traditionelle österreichweite Elisabethsammlung für Menschen in akuten Notsituationen durch. Im Vorfeld der Sammlung hatte die Caritas wiederholt im Blick auf steigende Miet- und Energiekosten auf das "Armutsrisiko Wohnen" hingewiesen und mit Aktionstagen auf die Zunahme der Armut in Österreich aufmerksam gemacht.
In der Elisabeth-Kirche des Deutschen Ordens in der Singerstraße wird Hochmeister Bruno Platter am Samstag, 18. November, im Rahmen eines Pontifikalamtes der Heiligen gedenken und dabei die Investitur von vier Neufamiliaren vornehmen.
Bereits am Freitagnachmittag, 17. November 2006, wird im Rahmen eines Festaktes zum Abschluss des Jubiläumsjahres "800 Jahre Deutscher Orden in Wien" ein neues Buch des Vorsitzenden der Internationalen Kommission zur Erforschung des Deutschen Ordens, Udo Arnold, über die Urkunden des Deutschen Ordens präsentiert.
Hochmeister Platter wiedergewählt
"Den Menschen um Christi Willen in selbstloser Liebe dienen"
800 Jahre Dienst an den Menschen
(red)