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- 02.09.10

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Priesterweihe in der Wiener Dominikanerkirche
© Stephanscom.atKardinal Christoph Schönborn weiht am Samstag in der Wiener Dominikanerkirche seinen Ordensmitbruder Frater Robert Mehlhart zum Priester. Er wolle Gott sein Leben schenken, sagt der Weihekandidat über seine Berufung.

Frater Robert Mehlhart wird am Samstag, 12. Juni 2010, um 17.00 Uhr durch Kardinal Christoph Schönborn in der Dominikanerkirche Maria Rotunda zum Priester geweiht. Seine Primizmesse feiert der Neupriester am Sonntag, 13. Juni, um 10.00 Uhr in derselben Wiener Innenstadtkirche.

Emotionales Erleben von Liturgie

Prägend für den am 25. April 1982 im bayerischen Chiemgau geborenen Mehlhart war die Schulzeit im Privatgymnasium der Regensburger Domspatzen. "Die  Regensburger Domspatzen verstehen sich als liturgischer Chor der Regensburger Kathedrale. Jeden Sonntag nimmt man nicht nur an einer Liturgie teil, sondern man erlebt sie", erzählt Frater Robert Mehlhart im Gespräch mit Radio Stephansdom. "Da ist der Knackpunkt: Für mich ist der musikalische Vollzug und gerade das Singen etwas, bei dem man das, was wir als Glaubenswahrheiten und -inhalten bekennen, emotional in der Gemeinschaft erlebt. Das ist eine unglaubliche Kraft und birgt ein unglaubliches Potential", so der Dominikaner.

"Gott ist ein Vertrauter geworden"

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Im Internet ist Robert Mehlhart auf den Orden der Dominikaner gestoßen.

"Das hat mich irgendwann einfach gepackt. Ich habe mir gedacht: 'Was ist das? Diesen Gott scheint es wirklich zu geben. Ich erlebe mit ihm nicht nur die Liturgie im gemeinsamen Singen, sondern ihn auch in meinen Alltag. Wenn ich etwas brauche, komme ich zu ihm.' Da hat sich ein intimer Kontakt mit diesem Herrgott ergeben. Dieser Gott ist ein Vertrauter geworden. Irgendwann habe ich mich dann gefragt: 'Was will Gott von mir?' Da war diese erschütternde und beglückende Idee: Vielleicht kannst du dich ihm schenken", berichtet Frater Robert von seiner Berufung und den Wunsch, Priester zu werden.

Entscheidung für eine Ordensgemeinschaft

Der Weg des Pfarrers im landläufigen Sinne sprach Robert Mehlhart nicht an, er wollte in Gemeinschaft leben. So suchte er im Internet nach bekannten Orden. Die Benediktiner verbringen ihr Leben immer am gleichen Ort, also nichts für ihn. Die Jesuiten haben kein Gemeinschaftsleben, also auch nicht ideal. Für die Dominikaner hat er sich dann entschieden: "Sie sind die Jesuiten des Mittelalters, die einerseits ganz in der mönchischen Tradition stehen, aber andererseits den Drall nach außen und eine Gottesverantwortung in der Welt haben. Sie sind der Predigerorden, das heißt, sie gehen nach draußen. Sie nehmen teil an der Alltagskultur, sie nehmen Anteil am Leben von Menschen und predigen da hinein das Wort Gottes", unterstreicht der Ordensmann.

Musik als Mittel zur Predigt

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Als Leiter des Wiener Studierendenchores versucht Frater Robert Mehlhart die Menschen zu erreichen.

Nach dem Noviziat in Worms wurde Frater Robert zum Studium nach Wien versetzt und begann zuerst mit dem Studium der Theologie, dann auch mit Musikwissenschaft und Musik. "Alles bei den Dominikanern ist ein Mittel zur Predigt, damit man die Menschen erreicht - auch die Musik. Ich finde, Musik ist ein hervorragendes Mittel - und es trägt auch Früchte", betont der Dominikanerfrater. Bevor er am 15. März 2008 seine feierlichen ("ewigen") Gelübde ablegte, studierte Frater Robert Mehlhart ein Jahr lang an der Universität Oxford.

Diakonatsjahr in St. Stephan

Am 25. Juli 2009 wurde der Dominikanerfrater in der Augsburger Dominikanerkirche Heilig Kreuz vom Weihbischof des Bistums Augsburg, Anton Losinger, zum Diakon geweiht. Sein Diakonatsjahr absolvierte Frater Robert in der Dompfarre St. Stephan in Wien: "Hinter wohlbehüteten Klostermauern mit einer kleinen Pfarre lernt man bei weitem nicht alle Bereiche der Seelsorge kennen", erklärt der Priesterweihekandidat. "Man braucht die 'Praxiskilometer' in der Pastoral. Diese habe ich in der Dompfarre sehr gut erfahren: in der Erstkommunions- und Firmvorbereitung oder in der Arbeit mit Senioren. Das kannte ich nicht und hat mir große Freude bereitet", so Frater Robert Mehlhart.

(ml/sth)

11.06.2010


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