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- 02.09.10

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Europa ist Polen zu großem Dank verpflichtet
© GNUBeim Trauergottesdienst zum Gedenken an die Opfer des Flugzeugabsturzes von Smolensk würdigte Kardinal Christoph Schönborn am Freitag im Stephansdom dankbar den großen Beitrag, den Polen für das Entstehen eines geeinten freien Europa geleistet habe.

Sein tiefes Mitgefühl hat Kardinal Christoph Schönborn dem polnischen Volk beim Trauergottesdienst zum Gedenken an die Opfer des Flugzeugabsturzes von Smolensk ausgesprochen. Der Wiener Stephansdom war bei der Heiligen Messe am Freitagabend, 16. April 2010, völlig überfüllt. Kardinal Schönborn würdigte in seiner kurzen Ansprache auch dankbar den großen Beitrag, den Polen für das Entstehen eines geeinten freien Europa geleistet habe.

Glaube, Freiheit und Würde

Glaube, Freiheit und Würde seien die zentralen Begriffe der polnischen Geschichte und der polnischen Kultur, sagte der Kardinal: "In dieser Stunde der Trauer und des Mitgefühls empfinden wir tiefe Dankbarkeit dafür, dass das polnische Volk immer ein so großherziges Zeugnis für diese Werte gegeben hat und gibt."

Überwindung der Zweiteilung Europas

© kathbild.at/Rupprecht
Im Bewusstsein des polnischen Volkes habe das Menschenbild des Evangeliums immer eine zentrale Rolle gespielt, so Kardinal Schönborn.

Im Bewusstsein des polnischen Volkes habe das Menschenbild des Evangeliums, das von der unverlierbaren Würde des nach dem Bild Gottes geschaffenen Menschen ausgeht, immer eine zentrale Rolle gespielt. Es sei dieses Menschenbild gewesen, das letztlich auch die große "Solidarnosc"-Bewegung ausgelöst habe, die 1989 zur "Wende", zum Ende des Kommunismus und zur Überwindung der Zweiteilung Europas führte.

"In den härtesten Prüfungen Gott treu geblieben"

Das polnische Volk habe im dunklen 20. Jahrhundert noch mehr als andere Völker unter den Untaten der menschenverachtenden totalitären Ideologien des Nationalsozialismus und des Kommunismus gelitten. Die Polen seien aber auch in den härtesten Prüfungen Gott treu geblieben: "Heute hat dieses Land seine Freiheit wieder errungen, auf die freilich durch die Katastrophe von Smolensk ein dunkler Schatten gefallen ist", so der Wiener Erzbischof.

Dechant Dariusz Schutzki sagte in seiner zweisprachigen Predigt, die Grabesruhe des Waldes von Katyn, die Trauer eines jeden Hauses in der polnischen Heimat, habe in Christus eine "Dimension des Ostersonntags" erhalten. Der Tod der Opfer von Smolensk müsse ein "Zeichen zum Nachdenken, zur Umkehr" sein.

"Gott schütze Polen"

Neben Kardinal Schönborn nahmen auch der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, Weihbischof Franz Scharl, Bischofsvikar Karl Rühringer, Generalvikar Franz Schuster und zahlreiche, vor allem polnische Priester an dem Gottesdienst teil. Auch der polnische Botschafter in Österreich, Jerzy Marganski, war anwesend.

Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Chor "Gaudete" der Wiener polnischen Gemeinde gestaltet, angefangen vom ältesten polnischen Osterlied "Zwyciezca smierci". Abgeschlossen wurde der Gottesdienst mit dem Lied "Gott schütze Polen". Der Dank der polnischen Gläubigen an Kardinal Schönborn und die Kirche von Wien für das Mitgefühl angesichts der Katastrophe von Smolensk drückte sich in langanhaltendem Applaus aus.

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(red/KAP/PEW)

16.04.2010


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