Die Katastrophenhelfer Thomas Preindl und Sabine Wartha aus Tirol sind
seit vielen Jahren für die Caritas im Einsatz. Für Ruth Schöffl, die Dritte
im Team, war Haiti der erste Einsatz in einem Krisengebiet. Schon seit
längerem war sie im so genannten Katastrophenpool der Caritas
eingeschrieben. Ihre Französischkenntnisse gaben schlussendlich den
Ausschlag dafür, dass sie das Team bei dem Einsatz in Haiti
vervollständigte.
"Natürlich hat man Angst und gemischte Gefühle, wenn man die
Schreckensbilder im Fernsehen gesehen hat und weiß, welches Leid auf einen
zukommt", erinnert sich Ruth Schöffl. Viel Zeit zum Nachdenken sei vor dem
raschen Aufbruch aber ohnehin nicht geblieben, erzählt Schöffl. "In 48
Stunden musste alles vorbereitet werden."
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Die gute Koordinierung zwischen den Helfern im Krisengebiet sei das Wichtigste bei einem Einsatz, betont Sabine Wartha, die Katastrophenhilfechefin der Caritas Österreich. "Standfest und pragmatisch bleiben und vor allem Ruhe bewahren." Das sind Eigenschaften, die laut Sabine Wartha für ihre Arbeit wichtig sind. Die 42-jährige Tirolerin leitet seit acht Jahren die Katastrophenhilfe der Caritas Österreich. Davor führte sie die Wiederaufbaumaßnahmen der Caritas in Istog nach dem Kosovo-Krieg an. Die studierte Politikwissenschaftlerin leitete die Einsätze der Caritas Österreich während des Tsunamis 2004 und des großen Erdbebens in Pakistan 2005. "Für die Arbeit braucht es viel Motivation und den nötigen Idealismus, um die harten Einsätze durchstehen zu können", erklärt Wartha. Auch der familiäre Rückhalt sei sehr wichtig, ist sie sich mit Kollegen Thomas Preindl einig.
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Trotz der jahrelangen Erfahrung und stetigen Weiterbildung gibt es für
Sabine Wartha auch Momente, in denen der Pragmatismus aussetzt und sie sich
hilflos fühlt. "Ich spüre das vor allem in den letzten Jahren, seit ich eine
Tochter habe, noch einmal stärker. Wenn ich zum Beispiel Mütter mit ihren
Kindern bei Verteilungen sehe und ich weiß, dass die Hilfe zu wenig ist, um
etwa die medizinische Versorgung für sie aufrechtzuerhalten, dann habe ich
das Gefühl der Hilflosigkeit, obwohl wir gerade etwas tun", berichtet die
Mutter einer zweieinhalb Jahre jungen Tochter.
Für Sabine Warthas gleichaltrigen Kollegen, den Tiroler Thomas Preindl ist
es wichtig, dass erfahrene Leute am Einsatzort sind. "Bei unseren Einsätzen
können wir auf das Netzwerk der Caritas, auf die nationalen Strukturen im
Land zurückgreifen. Das hilft uns immer sehr", erklärt Thomas Preindl.
Er ist seit 1999 Mitarbeiter der österreichischen Caritas und hilft Menschen
in Krisengebieten auf der ganzen Welt. Als Koordinator für humanitäre Hilfe
weiß er, wo Unterstützung notwendig ist und worauf es bei dieser Hilfe
ankommt. Thomas Preindl hat bei zahlreichen Langzeiteinsätzen im Ausland,
wie etwa im Kosovo oder in Afghanistan miterlebt, wie wichtig humanitäre
Hilfe für die betroffenen Menschen ist. Der Arbeitsschwerpunkt des
Diplomingenieurs der Landwirtschaft liegt im Bereich der
Ernäherungssicherheit. Während seiner Arbeit war Thomas Preindl unter
anderem in Pakistan, dem Libanon, Bangladesch und Kenia.
Auch in diesen Tagen haben er und Sabine Wartha Tirol wieder einmal weit
hinter sich gelassen. Sabine Wartha ist zu einem zweiten einwöchigen Einsatz
nach Haiti aufgebrochen. Thomas Preindl befindet sich im Südsudan, um dort
Hilfe zu leisten, in einer "stillen Krise", wie er sie nennt. Fünf Jahre
nach dem Friedensabkommen ist die Lage im Südsudan, einem Gebiet so groß wie
Frankreich, weiterhin angespannt. "Im Südsudan sind die politischen
Verhältnisse sehr schwierig", sagt Thomas Preindl, "es gibt tausende
Vertriebene, die im Land selbst auf der Flucht sind. Außerdem ist das
Verhältnis mit den instabilen Nachbarländern wie dem Kongo problematisch."
In dieser Situation leiste die Caritas einerseits Nothilfe, erklärt Thomas
Preindl, andererseits würden auch mittel- und langfristig Strukturen
aufgebaut.
Laut einer Erklärung mehrerer im Sudan aktiver Hilfsorganisationen sind
allein im vergangenen Jahr rund 2.500 Menschen getötet und 350.000
vertrieben worden. Das seien mehr Tote als es im gleichen Zeitraum in der
westsudanesischen Krisenregion Darfur gegeben hat. Nicht einmal jeder zweite
Mensch im Südsudan habe demnach Zugang zu sauberem Wasser, Die
Müttersterblichkeitsrate gehöre zu den höchsten weltweit und jedes
siebente Kind sterbe vor seinem fünften Lebensjahr, so die Bilanz
einer "stillen Krise". Die Mitarbeiter der Caritas-Katastrophen- und
Auslandshilfe sehen es als ihren Auftrag, notleidenden Menschen weltweit zu
helfen, damit sie in Würde leben können. Sabine Wartha, die
Katastrophenhilfechefin der Caritas Österreich, betont, dass die
Unterstützung vieler krisengeschüttelter Länder notwendig sei. "Es ist immer
wichtig, über den eigenen Tellerrand rauszuschauen, denn da gibt es einfach
weiterhin viel Arbeit für uns alle."
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Die Katastrophenhelfer der österreichischen Caritas, Sabine Wartha, Ruth Schöffl und Thomas Preindl, waren in Haiti im Einsatz und berichten in den Passionswegen auf Radio Stephansdom über ihre Arbeit - ein Wettlauf gegen die Zeit. Zu hören am Mittwoch, 10. März 2010, um 21.00 Uhr auf 107,3.
(vm)