Zurück zur Startseite. Zurück zur Startseite. Zur Webseite von Radio Stephansdom.
- 30.07.10

 RSS, ATOM
 
Hilfe in der Katastrophe
© CaritasNach dem schweren Erdbeben, das am 12. Jänner den Karibikstaat Haiti erschüttert hat, haben sich weltweit Hilfsteams ins Krisengebiet aufgemacht. Auch drei Katastrophenhelfer der Caritas Österreich befanden sich nur wenige Tage nach dem Beben in dem zerstörten Land, um Soforthilfe zu leisten.

Die Katastrophenhelfer Thomas Preindl und Sabine Wartha aus Tirol sind seit vielen Jahren für die Caritas im Einsatz. Für Ruth Schöffl, die Dritte im Team, war Haiti der erste Einsatz in einem Krisengebiet. Schon seit längerem war sie im so genannten Katastrophenpool der Caritas eingeschrieben. Ihre Französischkenntnisse gaben schlussendlich den Ausschlag dafür, dass sie das Team bei dem Einsatz in Haiti vervollständigte.

"Natürlich hat man Angst und gemischte Gefühle, wenn man die Schreckensbilder im Fernsehen gesehen hat und weiß, welches Leid auf einen zukommt", erinnert sich Ruth Schöffl. Viel Zeit zum Nachdenken sei vor dem raschen Aufbruch aber ohnehin nicht geblieben, erzählt Schöffl. "In 48 Stunden musste alles vorbereitet werden."

Das Wichtigste: gute Koordinierung zwischen den Helfern

© Caritas
Ruth Schöffl mit haitianischen Kindern.

Die gute Koordinierung zwischen den Helfern im Krisengebiet sei das Wichtigste bei einem Einsatz, betont Sabine Wartha, die Katastrophenhilfechefin der Caritas Österreich.  "Standfest und pragmatisch bleiben und vor allem Ruhe bewahren." Das sind Eigenschaften, die laut Sabine Wartha für ihre Arbeit wichtig sind. Die 42-jährige Tirolerin leitet seit acht Jahren die Katastrophenhilfe der Caritas Österreich. Davor führte sie die Wiederaufbaumaßnahmen der Caritas in Istog nach dem Kosovo-Krieg an. Die studierte Politikwissenschaftlerin leitete die Einsätze der Caritas Österreich während des Tsunamis 2004 und des großen Erdbebens in Pakistan 2005. "Für die Arbeit braucht es viel Motivation und den nötigen Idealismus, um die harten Einsätze durchstehen zu können", erklärt Wartha. Auch der familiäre Rückhalt sei sehr wichtig, ist sie sich mit Kollegen Thomas Preindl einig.

"Wir können auf das Netzwerk der Caritas zurückgreifen"

© Caritas
Auch die erfahrene Katastrophenhilfechefin der Caritas Österreich, Sabine Wartha, fühlt sich manchmal hilflos.

Trotz der jahrelangen Erfahrung und stetigen Weiterbildung gibt es für Sabine Wartha auch Momente, in denen der Pragmatismus aussetzt und sie sich hilflos fühlt. "Ich spüre das vor allem in den letzten Jahren, seit ich eine Tochter habe, noch einmal stärker. Wenn ich zum Beispiel Mütter mit ihren Kindern bei Verteilungen sehe und ich weiß, dass die Hilfe zu wenig ist, um etwa die medizinische Versorgung für sie aufrechtzuerhalten, dann habe ich das Gefühl der Hilflosigkeit, obwohl wir gerade etwas tun", berichtet die Mutter einer zweieinhalb Jahre jungen Tochter.

Für Sabine Warthas gleichaltrigen Kollegen, den Tiroler Thomas Preindl ist es wichtig, dass erfahrene Leute am Einsatzort sind. "Bei unseren Einsätzen können wir auf das Netzwerk der Caritas, auf die nationalen Strukturen im Land zurückgreifen. Das hilft uns immer sehr", erklärt Thomas Preindl.  Er ist seit 1999 Mitarbeiter der österreichischen Caritas und hilft Menschen in Krisengebieten auf der ganzen Welt. Als Koordinator für humanitäre Hilfe weiß er, wo Unterstützung notwendig ist und worauf es bei dieser Hilfe ankommt. Thomas Preindl hat bei zahlreichen Langzeiteinsätzen im Ausland, wie etwa im Kosovo oder in Afghanistan miterlebt, wie wichtig humanitäre Hilfe für die betroffenen Menschen ist. Der Arbeitsschwerpunkt des Diplomingenieurs der Landwirtschaft liegt im Bereich der Ernäherungssicherheit. Während seiner Arbeit war Thomas Preindl unter anderem in Pakistan, dem Libanon, Bangladesch und Kenia.

Südsudan - Hilfe in einer "stillen Krise"

Auch in diesen Tagen haben er und Sabine Wartha Tirol wieder einmal weit hinter sich gelassen. Sabine Wartha ist zu einem zweiten einwöchigen Einsatz nach Haiti aufgebrochen. Thomas Preindl befindet sich im Südsudan, um dort Hilfe zu leisten, in einer "stillen Krise", wie er sie nennt. Fünf Jahre nach dem Friedensabkommen ist die Lage im Südsudan, einem Gebiet so groß wie Frankreich, weiterhin angespannt. "Im Südsudan sind die politischen Verhältnisse sehr schwierig", sagt Thomas Preindl, "es gibt tausende Vertriebene, die im Land selbst auf der Flucht sind. Außerdem ist das Verhältnis mit den instabilen Nachbarländern wie dem Kongo problematisch." In dieser Situation leiste die Caritas einerseits Nothilfe, erklärt Thomas Preindl, andererseits würden auch mittel- und langfristig Strukturen aufgebaut.

Laut einer Erklärung mehrerer im Sudan aktiver Hilfsorganisationen sind allein im vergangenen Jahr rund 2.500 Menschen getötet und 350.000 vertrieben worden. Das seien mehr Tote als es im gleichen Zeitraum in der westsudanesischen Krisenregion Darfur gegeben hat. Nicht einmal jeder zweite Mensch im Südsudan habe demnach Zugang zu sauberem Wasser, Die Müttersterblichkeitsrate gehöre zu den höchsten weltweit und jedes siebente  Kind sterbe vor seinem fünften Lebensjahr, so die Bilanz einer "stillen Krise". Die Mitarbeiter der Caritas-Katastrophen- und Auslandshilfe sehen es als ihren Auftrag, notleidenden Menschen weltweit zu helfen, damit sie in Würde leben können. Sabine Wartha, die Katastrophenhilfechefin der Caritas Österreich, betont, dass die Unterstützung vieler krisengeschüttelter Länder notwendig sei. "Es ist immer wichtig, über den eigenen Tellerrand rauszuschauen, denn da gibt es einfach weiterhin viel Arbeit für uns alle."

Radiotipp

© RSD

Die Katastrophenhelfer der österreichischen Caritas, Sabine Wartha, Ruth Schöffl und Thomas  Preindl, waren in Haiti im Einsatz und berichten in den Passionswegen auf Radio Stephansdom über ihre Arbeit - ein Wettlauf gegen die Zeit. Zu hören am Mittwoch, 10. März 2010, um 21.00 Uhr auf 107,3.

(vm)

09.03.2010


Druckansicht


Zurück

Schwerpunkte
Thema Missbrauch
Kultursommer
Sommergespräche
Neuerscheinungen
Aktuelle Tipps
Ordensgemeinschaften




Die Erzdiözese - Service - Glaube & Leben - Pfarren - Termine - Suche/Sitemap - Gottesdienstsuche

Katholische Kirche Wien - Erzdiözese Wien - Erzbistum Wien
Optimiert ab MS IE 5.X und NS 7.X mit 1024x768 Pixel