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- 30.07.10

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"Man kann nicht am Judentum vorbei Christ sein"
© Kathbild.at/RupprechtIn einem Podiumsgespräch im jüdischen Gemeindezentrum in Wien ging es um den aktuellen Stand des christlich-jüdischen Versöhnungsprozesses. Gastreferent war der Autor und Kommunikationswissenschaftler Maximilian Gottschlich.

"Man kann nicht am Judentum vorbei Christ sein und schon gar nicht gegen das Judentum": Das betonte der Wiener Kommunikationswissenschaftler Maximilian Gottschlich im Rahmen eines Podiumsgesprächs im jüdischen Gemeindezentrum beim Stadttempel am Donnerstag, 4. März 2010, organisiert vom Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Gottschlich plädierte für eine "neue Kultur der Wertschätzung und der Versöhnung der Christen mit dem Judentum". Es gehe in dieser Frage um nicht mehr oder weniger als um die Identität des Christentums.

Kirchliche Basis noch nicht erreicht

© Stephanscom.at
Maximilian Gottschlich fordert "neue Kultur der Wertschätzung und Versöhnung".

Die unbedingte Schuldeinsicht der Christen für die vergangenen 2.000 Jahre "Judenfeindschaft" mahnte auch Helmut Nausner ein. Sonst bleibe jeder Versöhnungsversuch an der Oberfläche, betonte Nausner und verwies auf den "Tag des Judentums". Dieser wird in den Kirchen in Österreich seit zehn Jahren jeweils am 17. Jänner begangen. Durch den Gedenktag wird verdeutlicht, dass das Christentum in seinem Selbstverständnis wesentlich mit dem Judentum verbunden ist. Dies sei ein erster Schritt, viele weitere müssten folgen. Offizielle kirchliche Stellungnahmen gebe es bereits viele, doch habe man damit die Basis noch bei weitem nicht genügend erreicht, räumte der Präsident des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit ein.

Wie der jüdische Vizepräsident des Koordinierungsausschusses, Willy Weisz, erklärte, gebe es Bemühungen zur Versöhnung vor allem auf der persönlichen Ebene, weniger noch von offizieller Seite. Zugleich zollte er aber den Bemühungen der Kirche um eine Reflexion der Position zum Judentum Respekt. Die vergangenen Jahrzehnte vor allem seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) "haben uns in unserem unausrottbarem jüdischen Optimismus bestärkt, dass es besser wird".

(red/KAP)

08.03.2010


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