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- 30.07.10

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Die Osterbotschaft in Zeiten von Fitness und Genuss
© Vier Türme Verlag"Wir leben in einer Zeit, die sich mit der Grenze des Todes sehr schwer tut", sagt die Theologin Veronika Prüller-Jagenteufel. Gerade weil heute der gesellschaftliche Mainstream verlange, stark zu sein und das Leben zu genießen, müsse das Christentum zeigen, dass es eine Hoffnung über den Tod hinaus gibt.

Die heutige Zeit tue sich mit der Begrenztheit des Lebens schwer. "Wir leiden darunter und empfinden den Tod und die Endlichkeit als Kränkung, ja wir nehmen diese Endlichkeit dem Leben, dem Schicksal oder Gott übel", stellt die Pastoraltheologin und Autorin Veronika Prüller-Jagenteufel fest. Das habe mit dem gesellschaftlichen Mainstream zu tun, der verlange, dass "jeder etwas aus sich machen muss, seine Fähigkeiten nutzen muss und das Leben genießen muss".

"Wir sind doch gerne die Starken und Fitten und wollen unser Leben selbst gestalten", sagt Prüller-Jagenteufel. Dabei sei es schwierig, auch auf die andere Seite zu schauen: Leben und Menschsein heiße auch, auf andere angewiesen zu sein, krank zu werden und einen Körper zu haben, der irgendwann einmal hinfällig werde, hebt die Theologin hervor: "Wir erleben eben auch Prozesse, die gegen die vitale Lebenskraft stehen; und das zu sehen, ist in unserer Gesellschaft nicht sehr beliebt."

Der Blick über die Grenze von Tod und Endlichkeit

© Vier Türme Verlag
Impulse zur Fasten- und Osterzeit von Veronika Prüller-Jagenteufel.

Der Umgang mit der Grenze des Todes sei unter anderem deshalb so schwierig, weil die Grenze als eine absolute angesehen werde, so Prüller-Jagenteufel. "Gesamtgesellschaftlich ist der Blick über diese Grenze hinaus kaum mehr da." Dadurch werde der Druck auf das Diesseits größer. Teilweise werde diesem Dilemma mit der Vorstellung einer Seelenwanderung begegnet, dabei würde man sich aber um das eigentliche Problem "herumdrücken" - "alles ist nicht so ernst gemeint, man kann es eh noch mal probieren", sagt Prüller-Jagenteufel.

Die Osterbotschaft an die Gesellschaft

Die christliche Osterbotschaft an die heutige Gesellschaft laute: "Das Leben hat über den Tod hinaus eine Bedeutung, die bleibt. Nichts geht verloren: das Sein in Gemeinschaft, die Liebe und die Beziehung, das bleibt," so Veronika Prüller-Jagenteufel: "Das ist durchaus eine Botschaft, die wir anzubieten haben."

All das mache das Leben nicht unwichtig, betont sie und räumt ein, dass heute viele Menschen mit den christlichen Jenseitsvorstellungen nichts anfangen könnten. Das sei eine Gegenreaktion auf einen Strang in der Geschichte der christlichen Verkündigung, die das Leben auf Erden auf Kosten des Jenseits abgewertet hat. Doch, so betont Prüller-Jagenteufel, gebe gerade die Hoffnung über den Tod hinaus dem Leben eine besondere Bedeutung, denn damit werde "das Leben in einen Ewigkeitskontext hineingestellt und vollendet".

Ostern, das christliche Ursprungsereignis

© Kathbild.at/Rupprecht
Veronika Prüller-Jagenteufel moderiert gemeinsam mit Pastoralamtsleiter Michael Scharf die Wiener Diözesanversammlung.

Ostern ist das Ursprungsereignis des Christentum, erklärt Prüller-Jagenteufel. Die ersten Christinnen und Christen konnten durch die Begegnung mit Jesus Christus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen, das Leben Jesu in einem neuen Licht sehen. Ihnen sei aufgegangen, "was es bedeutet, dass Gott Mensch wurde; ihnen wurde eine neue Möglichkeit über den Tod hinaus eröffnet".


Bewährung der christlichen Hoffnung

Die christliche Hoffnungsbotschaft müsse sich aber bewähren, meint Prüller-Jagenteufel: "Wir müssen den Menschen hier und jetzt helfen, Erfahrungen zu machen, die sie wirklich hoffen lassen - über diese Grenze hinaus."

In ihrem vor kurzem erschienen Buch "Den Weg zur Auferstehung weitergehen. Ein spiritueller Begleiter durch die Fasten- und Osterzeit" (erschienen im Vier-Türme-Verlag) hat Veronika Prüller-Jagenteufel spirituelle Impulse zur christlichen Tradition von Tod und Auferstehung gesammelt.

(sj)

08.03.2010


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