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- 30.07.10

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"Offener und verantwortungsbewusster Umgang ist gefragt"
© Bilderbox.comDie katholische Kirche kümmert sich um Opfer sexuellen Missbrauchs. Ombudsstellen in den österreichischen Diözesen bieten Hilfe. "Die Kirche hat gelernt, dass das Thema Missbrauch einen offenen und verantwortungsbewussten Umgang benötigt", so Generalvikar Franz Schuster.

Fälle von sexuellem Missbrauch von Jugendlichen und Abhängigen in Zusammenhang mit kirchlicher pädagogischer Arbeit wurden in den vergangenen Wochen in Deutschland und Österreich bekannt. So bedauernswert jeder einzelne Fall ist, hat die Kirche im Umgang mit Opfern und dem Thema generell viel dazugelernt.

Ombudsstelle seit 1996

Opfer sexuellen Missbrauchs können sich in der Erzdiözese Wien an die seit 1996 (als Konsequenz der "Causa Groër") vom seinerzeitigen Generalvikar Helmut Schüller eingerichtete Ombudsstelle wenden. Sie bietet Erstabklärung, Beratung, Hilfestellung und Begleitung für die Opfer. Die Erzdiözese Wien habe in Bezug auf das Thema Missbrauch viel verändert, schildert der jetzige Generalvikar Franz Schuster gegenüber Radio Stephansdom: "Die Kirche hat eines gelernt, nämlich dass dieses Thema einen offenen und verantwortungsbewussten Umgang benötigt." Mit dieser traurigen Wirklichkeit müsse man gut und verantwortungsvoll umgehen, so der Generalvikar der Erzdiözese Wien.

Behelf für die Mitarbeiter zur Verhinderung sexuellen Missbrauchs

© EDW
Seit 2006 gibt es einen Behelf zur Verhinderung sexuellen Missbrauchs.

2002 sei im Rahmen des Prozesses "Kirche für Zukunft" eine Projektgruppe zum Thema sexuellen Missbrauchs in der Kirche beauftragt worden, erklärt Generalvikar Franz Schuster. Das Ergebnis war ein mehrfaches, denn 2005 konnte ein Statut für die Ombudsstelle für Opfer sexuellen Missbrauchs in der Kirche beschlossen werden, eine Kommission für den Umgang mit den Tätern wurde eingesetzt und 2006 erschien ein Behelf für alle haupt- und ehrenamtlichen kirchlichen Mitarbeiter/innen zur Verhinderung sexuellen Missbrauchs mit Maßnahmen, Regelungen und Orientierungshilfen. Fachleute aus der Kinder- und Jugendarbeit, aus der Ombudsstelle sowie den Bereichen Medizin, Psychologie und Psychiatrie haben daran mitgearbeitet.

"Kein Kavaliersdelikt!"

Sollte sich ein Fall sexuellen Missbrauchs bewahrheiten, wird nach den kirchlichen Normen, nach dem kirchlichen Recht vorgegangen. "Mit diesen Regelungen wird klar gestellt, dass jede Form des physischen, psychischen, sexuellen und emotionellen Missbrauchs kein 'Kavaliersdelikt' ist, sondern einen Grund für die Entlassung aus dem priesterlichen Dienst oder aus dem Angestelltenverhältnis beziehungsweise aus der ehrenamtlichen Tätigkeit darstellt", zitiert Generalvikar Franz Schuster aus dem Vorwort des Behelfes zur Verhinderung sexuellen Missbrauchs.

Strenge Auswahl der Priesteramtskandidaten

© kathbild.at/Rupprecht
"Missbrauch stellt einen Grund für die Entlassung aus dem priesterlichen Dienst, dem Angestelltenverhältnis oder der ehrenamtlichen Tätigkeit dar", so Generalvikar Franz Schuster.

In der Priesterausbildung lege man besonderen Wert darauf, sich die Kandidaten genau anzusehen. Ein verpflichtender psychologischer Test solle das Profil des Kandidaten zu klären helfen, erläutert der Generalvikar der Erzdiözese Wien, Franz Schuster.
"Letztendlich geht es um Persönlichkeitsbildung- und -entwicklung und zu lernen, mit dem wichtigen Thema Sexualität gut, reif und verantwortet umzugehen", unterstreicht Schuster.



Verstärkte Zusammenarbeit mit den Orden

Bei einem Treffen der Generalvikare aller Diözesen Österreichs und der Leiter der Ombudsstellen für Opfer von sexuellem Missbrauch innerhalb der Kirche wurde kürzlich vereinbart, dass einheitliche Regeln und Standards im Zusammenhang mit der Tätigkeit der Ombudsstellen für Opfer sexuellen Missbrauchs in der Kirche kommen werden, kündigt Generalvikar Franz Schuster an: "Wir haben Unterschiede festgestellt, aber die Grundausrichtung der Arbeit ist ähnlich." Es ist auch an Vernetzung gedacht.

Auch mit den Vertretern der heimischen Orden wurde das Gespräch gesucht. In einer Besprechung mit Pater Erhard Rauch, dem Generalsekretär der Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften in Österreich, kam man zu dem Schluss, die bestehende Infrastruktur zu nutzen. Es gab die Anregung, dass sowohl die Superiorenkonferenz als auch Vereinigung der Frauenorden Österreichs die Zusammenarbeit mit den bestehenden Ombudsstellen in den Diözesen verstärken wollen, berichtet der Generalvikar der Erzdiözese Wien, Franz Schuster.

Informationen

Einen aktuellen Folder der Ombudsstelle der Erzdiözese Wien findet man hier.
Den Behelf zur Verhinderung sexuellen Missbrauchs gibt es als PDF-Datei.
Das Online-Portal der katholischen Kirche in Österreich "katholisch.at" bietet eine Auflistung aller diözesanen Ombudsstellen.

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(sth)

04.03.2010


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