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- 30.07.10

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Kirchen laden zum Verzicht auf Auto und Fleisch in der Fastenzeit
© Autofasten"Autofasten" und "Fleischfasten" sind ein zeitgemäßer Ausdruck der christlichen Fastengesinnung, sind die katholische und die evangelische Kirche überzeugt und laden zum bewussten Verzicht auf das Auto und den Fleischkonsum in der Fastenzeit ein.

Vom Aschermittwoch (17. Februar) bis Ostern sind alle Autofahrer aufgerufen, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und verstärkt zu Fuß zu gehen, Rad zu fahren oder auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Gemeinsam mit der Initiative "Klima fair bessern" rufen die kirchlichen Umweltbeauftragten außerdem dazu auf, 40 Tage lang möglichst auf das Essen von Fleisch zu verzichten.

Nachhaltigkeit und Solidarität

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"Wir üben in der Fastenzeit die Freiheit", so Weihbischof Turnovszky zum geistlichen Aspekt des Fastens.

Mit der Einladung zum Auto- und Fleischfasten wollen die Kirchen das Bewusstsein für einen nachhaltigeren und solidarischen Lebensstil fördern. Gleichzeitig gehe es beim Fasten auch darum, durch den Verzicht die eigene Freiheit im Leben wieder schätzen zu lernen, sagte der katholische Weihbischof Stephan Turnovszky bei der Präsentation der Fasten-Aktionen am Dienstag, 9. Februar 2010, in Wien.

Keine Verteufelung des Autos

Es sei nicht das Ziel der Kirchen die Autos abzuschaffen, betonte der evangelische Superintendent Hansjörg Lein bei der Präsentation: "Wir brauchen die Autos auch, aber die Nachteile der massenhaften Nutzung vor allem in den Großstädten sind längst offenkundig", erklärte Lein und berichtete, dass er selbst seit dem vergangenen Jahr kein Auto mehr besitze. Er fühle sich dadurch "sehr befreit". Gerade in einer Großstadt wie Wien sei ein Leben ohne eigenes Auto wunderbar möglich, so Lein.

Bewusster Umgang mit Mobilität

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"Es ist ein ökologischer Lebensstil möglich, der nicht auf Kosten der Schöpfung geht", sagte Superintendent Hansjörg Lein.

Die Verkehrsverbünde unterstützen die Autofasten-Aktion, weil sie einen  Beitrag zum bewussteren Umgang mit der persönlichen Mobilität leisten, so Werner Molik vom Verkehrsverbund Ost-Region. In Großstädten trete offenbar ein Sinneswandel ein, neue Studien zeigten, dass in der Stadt Wien erstmals nicht das Auto, sondern U-Bahn, Straßenbahn oder Bus das "Verkehrsmittel Nummer eins" seien. Die Wienerinnen und Wiener würden bereits für 35 Prozent ihrer Wege in der Stadt die öffentlichen Verkehrsmitteln benützen und nur mehr für 34 Prozent das Auto.

Fleischkonsum im globalen Zusammenhang

Die "Klima fair bessern"-Kampagne der kirchlichen Hilfswerke will mit der Aktion Fleischfasten die alte christliche Tradition des Fleischverzichts mit aktuellen Inhalten neu beleben, erklärte die Josefa Molitor-Ruckenbauer. Das Fleischfasten soll zum Nachdenken über die Auswirkungen des persönlichen Fleischkonsums und die globalen Zusammenhänge zwischen der Fleischproduktion und den Lebensbedingungen in Entwicklungsländern anregen. Beispielsweise seien 25 Prozent der tropischen Regenwälder in Lateinamerika für Viehzucht gerodet worden. Für die Produktion von einem Kilogramm Fleisch müsse genauso viel Energie aufgewendet werden, wie für 16 Kilogramm Getreide, erinnerte Molitor-Ruckenbauer.

Für die beiden Aktionen Autofasten und Fleischfasten kann sich im Internet anmelden (www.autofasten.at und www.kimafairbessern.koo.at). Das "Autofasten" wird österreichweit von den Verkehrsverbünden unterstützt. Angemeldete Teilnehmer können Gratis-Tickets, Fahrräder oder eine Urlaubswoche gewinnen. Im Vorjahr haben 5.000 Österreicher beim "Autofasten" mitgemacht.

(red/KAP)

09.02.2010


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