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- 30.07.10

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Vatikan veröffentlicht Vorbereitungspapier zur Nahostsynode
© VatikanDer Vatikan hat das erste Vorbereitungspapier für die Nahostsynode im Herbst vorgelegt. Darin wird die Rolle der 1964 von Kardinal König gegründeten Ökumenischen Stiftung "Pro Oriente" gewürdigt.

Mangelnde Religionsfreiheit, wachsender islamischer Fundamentalismus und eine anhaltende Abwanderung von Christen aus orientalischen Ländern sind die Themen, die das erste Vorbereitungspapier ("Lineamenta") zur Nahostsynode nennt. Die Bischofssynode wird vom 10. bis 24. Oktober 2010 im Vatikan tagen. Sie steht unter dem Thema: "Die katholische Kirche im Nahen Osten - Gemeinschaft und Zeugnis".

"Pro Oriente" schafft ökumenische Gespräche

© Pro Oriente
Kardinal König mit zwei koptischen Priestern in Wadi Natrun 1991.

Das rund 30-seitige Dokument bekräftigt den Willen zu einer engeren ökumenischen Zusammenarbeit. Dabei wird ausdrücklich die Rolle der Wiener Ökumenischen Stiftung "Pro Oriente" gewürdigt: "Pro Oriente" habe es geschafft, von Zeit zu Zeit die katholischen und orthodoxen Kirchen der Region zu ökumenischen Gesprächen zu versammeln.

Die Stiftung "Pro Oriente" wurde 1964 von Kardinal Franz König gegründet, um die Beziehungen zwischen der römisch-katholischen Kirche und den orthodoxen und orientalisch-orthodoxen Kirchen zu pflegen und zu fördern. Anlass zur Gründung war das Zweite Vatikanische Konzil, das mit dem Ökumenismus-Dekret zur verstärkten Begegnung mit den anderen christlichen Kirchen anregte.

Gegen Fundamentalismus

Es sei Aufgabe der Christen im Nahen Osten, sich für die Gleichheit aller Bürger in sämtlichen Gesellschaftsbereichen einzusetzen, heißt es in dem Vorbereitungspapier zu Nahostsynode. Zwar seien viele Länder des Nahen Ostens von einem erstarkenden islamischen Fundamentalismus geprägt; es gebe aber auch die "Bereitschaft einer großen Zahl von Muslimen, gegen den wachsenden religiösen Extremismus zu kämpfen". Notwendig sei eine stärkere Kooperation mit moderaten Muslimen im Kampf gegen Extremismus.

Bedrängte Christen in Nahost

Für die bedrängte Situation der Christen in Nahost macht das Dokument unter anderem die Konflikte in der Region verantwortlich. Der Irakkrieg habe "die Kräfte des Bösen im Land entfesselt". Dadurch seien vor allem die Christen als schwächste Gruppe der irakischen Gesellschaft zum Opfer geworden.

Im Blick auf das Heilige Land wird die israelische Besetzung der Palästinensergebiete beklagt, die sowohl die Bewegungsfreiheit der Menschen wie auch das wirtschaftliche und religiöse Leben einschränke. Dass fundamentalistische christliche Gruppen die Besatzung mit biblischen Aussagen rechtfertigten, mache die Lage für die arabischen Christen noch schwieriger.

Anregungen der Synodenteilnehmer

Die "Lineamenta" werden an die Synodenteilnehmer ausgesandt. Der Schlussteil besteht aus einem Fragebogen, der bis Ostern an das Synodensekretariat retourniert werden muss. Das Sekretariat erstellt danach das Synoden-Arbeitsdokument ("Instrumentum laboris"). Es wird von Papst Benedikt XVI. im Rahmen seines Zypern-Besuchs im Juni an die Repräsentanten der lateinischen und unierten Diözesen im Nahen und Mittleren Osten ausgehändigt.

(red/KAP)

19.01.2010


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