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- 11.03.10

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"Kunst und Religion sind wesenhaft verbunden"
© kathbild.at/Rupprecht"Monsignore Otto Mauer wollte das oft verstellte Große in den christlichen Religion erschließen", so Bischof Egon Kapellari bei der Verleihung des Otto-Mauer-Preises 2009 an den Südtiroler Künstler Siggi Hofer.

Auf die "wesenhafte Verbindung von Kunst und Religion" hat der Grazer Bischof Egon Kapellari bei der diesjährigen Verleihung des Otto-Mauer-Preises am Dienstag, 17. November 2009, hingewiesen. Der Preis - die bedeutendste österreichische Auszeichnung für Nachwuchskünstler - ging heuer an den aus Südtirol stammenden und in Wien lebenden Künstler Siggi Hofer.

Bischof Kapellari erinnerte in seiner Ansprache im Wiener Erzbischöflichen Palais an den legendären Kunstförderer und Akademikerpriester Monsignore Otto Mauer. Diesem sei es um das stets aktuelle Ziel gegangen, "die Achtsamkeit in Kirche und Gesellschaft für das Seismographische, das Prophetisch-Kritische in der jeweiligen Gegenwartskunst zu fördern, ohne das Schöne aus dem Horizont solcher Kunst ganz ausblenden zu lassen".

Das Große in der christlichen Religion erschließen

© kathbild.at/Rupprecht
"Otto Mauer schuf Brücken zwischen Kirche und Kunst", so Bischof Kapellari.

Zu Lebzeiten des 1973 verstorbenen Otto Mauer seien die Brücken zwischen der Kirche und der jeweiligen künstlerischen Avantgarde "gering an Zahl und oft sehr schmal und überdies schwankend" gewesen. Der Gründer der berühmten "Galerie St. Stephan" habe "der Genügsamkeit kirchlicher Kreise mit ästhetischem Mittelmaß" und der "Anfälligkeit sogar für Kitsch" entgegengewirkt und zugleich Kunstschaffenden das oft verstellte Große in der christlichen Religion erschließen wollen. Die Zahl von Personen und Institutionen aus dem kirchlichen Leben, die sich ernsthaft mit Kunst befassen, habe seit Mauer sehr zugenommen, sagte der Grazer Diözesanbischof.

"Hauch des Kindlichen"

© Otto Mauer Fonds
Die Werke von Siggi Hofer sind großflächige Papierarbeiten sowie Skulpturen und Installationen.

Die Jury, die den Otto-Mauer-Preis Siggi Hofer zuerkannte, habe den "Hauch des Kindlichen" in dessen Werk gewürdigt, der sich in "einem im Spielerischen durchgehaltenen Ernst" manifestiere, so der Bischof weiter. Hofers Schaffen könne "das Kind im Manne - und ebenso der Frau - wachrufen", von dem neben Nietzsche auch Jesus Christus selbst gesprochen und worüber etwa Hugo Rahner in seinem Buch "Der spielende Mensch" Meisterhaftes geschrieben habe, sagte Kapellari in seinen Gratulationsworten.

Der Otto-Mauer-Kunst-Preis für jeweils das Gesamtwerk österreichischer Künstler unter 40 Jahren wurde zum 29. Mal vergeben. Die Liste der seit dem Jahr 1981 damit ausgezeichneten Kunstschaffenden "zeigt viele heute weithin bekannte Namen und bestätigt so den Spürsinn der jeweiligen Jury", hob Bischof Kapellari hervor.

Weitere Artikel:

"Otto Mauer-Preis" für Siggi Hofer

(red/KAP)

19.11.2009


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