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- 02.09.10

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Sozialmedizinisches Zentrum "Amber-Med" weitet Angebot aus
© Bilderbox.comDas "Amber-Med", eine Einrichtung von Diakonie und Rotem Kreuz für Menschen ohne Krankenversicherungsschutz, verzeichnet eine starke Zunahme der Patientenzahlen. Daher werden dringend ehrenamtliche Ärztinnen und Ärzte gesucht.

Das Wiener "Amber-Med"-Zentrum für ambulant-medizinische und soziale Beratung für Menschen ohne Krankenversicherungsschutz plant eine Ausweitung seines Angebots. Wie die Leiterin der gemeinsam von Diakonie und Rotem Kreuz getragenen Einrichtung, Carina Spak, im Gespräch mit Kathpress, am Mittwoch, 18. November 2009, betont, mache der Anstieg der Patientenzahlen eine Ausweitung der Ordinationszeiten und eine engere Vernetzung mit anderen Beratungs- und Hilfsangeboten dringend notwendig.

Umfassende Leistungen

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Zu viele Menschen in Österreich haben keinen Zugang zu medizinischer Versorgung.

Seit der Einrichtung des Zentrums im Jahr 2004 ist die Zahl der Patienten von 370 im ersten Jahr auf über 1.000 Patientinnen und Patienten im heurigen Jahr gestiegen. "Wir sind eine Anlaufstelle für all jene geworden, die durch das Netz der öffentlichen Gesundheitsversorgung fallen", so Spak. Auch ohne "E-Card" erhalten die Menschen hier professionelle medizinische Hilfe.

Die Leistungen des Zentrums umfassen eine allgemeinmedizinische Versorgung, aber auch fachmedizinische Betreuung und Beratung. Zehn Allgemeinmediziner, drei Kinderärzte, zwei Gynäkologen und ein Neurologe stellen derzeit ihre Dienste kostenlos und ehrenamtlich zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es auch die Betreuung chronisch kranker Menschen sowie eine psychologische Krisenintervention.  Die nötigen Medikamente stammen aus dem Medikamentendepot des Roten Kreuzes.

Probleme ändern sich

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Die Herkunft der Patienten und ihre jeweiligen Krankheitsbilder variieren mit politischen und sozialen Problemen.

Den überwiegenden Anteil der Patienten bilden Migranten, Flüchtlinge und Asylwerber, die über keine ausreichende Gesundheitsversorgung verfügen. Sie kommen in die Amber-Med-Ordination, weil sie aufgrund ihres ungeklärten Aufenthaltstatus keinen Zugang zu behördlicher oder öffentlicher Gesundheitsversorgung haben.

Die Herkunft der Patienten und ihre jeweiligen Krankheitsbilder variieren laut Spak aber auch mit der Konjunkturkurve politischer Konflikte: Kamen vor wenigen Jahren die meisten Patienten noch aus dem Irak, aus Palästina oder dem arabischen Raum, so hat sich die Klientel mittlerweile zu Tschetschenen, Chinesen und innereuropäisch zu Rumänen, Bulgaren und Serben hin verschoben. Während die Gruppe der tschetschenischen Patienten kriegsbedingt oftmals unter posttraumatischen und psychischen Symptomen leidet, kommen viele Chinesen mit Gelenks- und Rückenproblemen, die auf ungesunde Arbeitshaltungen etwa als Spül- oder Putzkraft schließen lassen.

Herausforderung und Genugtuung

Auch sozial schlechter gestellte Österreicher haben laut Spak oftmals Scheu vor etablierten Ordinationen oder Ambulanzen. Häufig mangele es auch schlichtweg an den finanziellen Mitteln für etwaige Behandlungen und Medikamente.

Ohne ein weitläufiges Netz an ehrenamtlich tätigen Ärzten, Laboratorien und weiteren medizinischen Einrichtungen wäre der Betrieb des "Amber-Med"-Zentrums nicht aufrecht zu erhalten, so Spak. Dennoch mache das aktuelle Ausbauvorhaben eine Ausweitung insbesondere des Mitarbeiterstabes unumgänglich. "Für viele Ärzte - auch pensionierte Ärzte - ist die Tätigkeit bei uns eine Herausforderung und eine Genugtuung zugleich, da sie Menschen ganz abseits einer Rundumversorgung helfen können". Dringend gesucht werden daher sowohl Spender als auch ehrenamtliche Ärzte, deren Arbeit und Engagement das "Herzstück" des Zentrums bilden, so Spak.

(red/KAP)

19.11.2009


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