Kardinal Christoph Schönborn hat am Sonntag, 15. November 2009, im Gespräch mit "Kathpress" der serbisch-orthodoxen Kirche seine tiefe Anteilnahme und sein Gebet versichert. Der Erzbischof von Wien war dem serbisch-orthodoxen Patriarchen Pavle I. mehrmals persönlich begegnet; für besonders großes internationales Aufsehen hatte im Oktober 2000 die auf Initiative Kardinal Schönborns stattgefundene Begegnung im Wiener Erzbischöflichen Palais gesorgt, zu der auch der damalige Präsident der EU-Kommission, Romano Prodi, nach Wien gekommen war und auf der Wege für eine friedliche Zukunft auf dem Balkan ausgelotet wurden.
![]()
|
Der Tod des Belgrader Patriarchen Pavle I. sei ein großer Verlust für die
gesamte Orthodoxe Kirche, betonte der griechisch-orthodoxe Metropolit von
Austria, Erzbischof Michael Staikos. Pavle I. sei sowohl in seinem
persönlichen Leben wie auch in seinem Wort eine große spirituelle
Persönlichkeit gewesen, der die Orthodoxie viel zu verdanken habe. Der
Patriarch habe wesentlich dazu beigetragen, dass während des politischen
Zerfalls Jugoslawiens und der Kriege in den 1990-er Jahren nicht noch mehr
Blut geflossen sei. Pavle habe selbst stets Toleranz gelebt und sich für die
Versöhnung zwischen Christen und Muslimen, zwischen Orthodoxen und
Katholiken eingesetzt, sagte Erzbischof Staikos.
![]()
|
Es sei auch das Verdienst des verstorbenen Patriarchen gewesen, dass er die
serbisch-orthodoxe Kirche aus der Isolation herausgeführt habe. Im Rahmen
der "Konferenz Europäischer Kirchen" (CEC/KEK) habe die serbische Orthodoxie
während seiner Amtszeit im Dialog mit der katholischen und evangelischen
Kirche eine wichtige Rolle gespielt.
Die gesamte Orthodoxe Kirche bete für das Seelenheil des Verstorbenen sowie
um einen würdigen Nachfolger an der Spitze der serbisch-orthodoxen Kirche,
so Metropolit Staikos abschließend.
Trauer um verstorbenen Belgrader Patriarchen Pavle I.
(red/KAP)