Der Festakt mit der Enthüllung und Segnung der Restituta-Skulptur von Alfred Hrdlicka wird am Mittwoch, 27. Mai 2009, in Anwesenheit des Künstlers stattfinden, kündigte Dompfarrer Toni Faber an.
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Die Barbarakapelle, in der das Kunstwerk seinen Platz findet, liegt an der Nordseite des Stephansdoms und dient als Meditationsraum. Im Kreuzschaft des spätgotischen Kruzifixes der Barbarakapelle wird Asche aus dem Konzentrationslager Auschwitz und Erde aus dem Konzentrationslager Mauthausen aufbewahrt. Mit der neuen Skulptur der 1943 von den Nationalsozialisten wegen "Feindbegünstigung und Vorbereitung zum Hochverrat" hingerichteten Hartmannschwester Restituta wird laut Dompfarrer Faber jetzt ein weiteres "starkes Mahnmal gegen den NS-Terror" gesetzt.
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Hrdlicka thematisiere mit der Skulptur der 1998 beim dritten
Österreich-Besuch Johannes Pauls II. selig gesprochenen Schwester Restituta
einmal mehr den geschundenen, unterdrückten, leidenden Menschen und verweise
wie fast immer in seinem beeindruckenden Oeuvre auf eine größere Botschaft,
erklärte Toni Faber im Gespräch mit "Kathpress". Das gelte auch für das
Beispiel der Ordensfrau, die gemeinsam mit "kommunistischen Straßenbahnern"
hingerichtet worden sei. Ihr Martyrium stehe als Zeugnis gegen die Verrohung
und Unmenschlichkeit, von der das 20. Jahrhundert geprägt war, sagte
Faber.
Der Dompfarrer sieht Alfred Hrdlicka, der sich selbst immer wieder als
Stalinisten und Atheisten bezeichnet, dennoch als anonymen Christen, der
offen sei für die metaphysische Dimension des Menschen. Er erinnerte daran,
dass der Bildhauer selbst anlässlich der Sonderausstellung "Religion,
Fleisch und Macht" vor rund einem Jahr im Wiener Dommuseum die christliche Kunst als
größten Impuls für sein eigenes Schaffen bezeichnet habe. Faber bezeichnet
Hrdlicka wegen dessen tiefem Interesse an der Bibel und seiner Bereitschaft,
sich den Brüchen und Fragen des Lebens zu stellen, "in diesem Sinne auch
fromm", wenn auch "nicht bigott".
In seinem Bemühen um den Dialog der Kirche mit der zeitgenössischen Kunst sieht Faber in dem neuen Kunstwerk Hrdlickas eine "Riesenchance", dieses "so oft abgerissene Gespräch" zu beleben. Auch große und arrivierte Künstler seien zu diesem Gespräch bereit, "wenn wir als Kirche angstfrei auf sie zugehen".
Pflegeheim "Schwester Maria Restituta" eröffnet
(red/KAP)