Zurück zur Startseite. Zurück zur Startseite. Zur Webseite von Radio Stephansdom.
- 30.07.10

 RSS, ATOM
 
Der "Rubens" des Deutschen Ordens
© Stephanscom.atGleichsam aus der Versenkung aufgetaucht ist kürzlich ein Kunstwerk, das man als die "Kronjuwelen" der Hochmeister des Deutschen Ordens bezeichnen könnte: ein brilliantengeschmücktes Halskreuz aus dem 18. Jahrhundert.

Das Kreuz kam gleichsam aus dem Nichts, sagt Raphael Beuing, Kurator der Schatzkammer des Deutschen Ordens in der Wiener Singerstraße. Für den Orden eine große Freude, stellt das Objekt ja so etwas wie den "Rubens" des Ordens dar. Im vergangenen Jahr wurde es in der Ausstellung "Kreuzritter" auf Schloss Schallaburg in Niederösterreich entdeckt. Eine Leihgabe aus Privatbesitz. Die verschlungenen Wege, die das Kreuz in den vergangenen drei Jahrzehnten genommen hatte, versuchte man im Zentralarchiv des Deutschen Ordens aufzudecken.

"Dieses Brilliantenkreuz war um das Jahr 1730 ein Geschenk Kaiser Karls VI. an Hochmeister Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg. Der Kaiser, Vater Maria Theresias, hatte unter anderem die Pragmatische Sanktion durchgekämpft, die es ermöglichte, die Erbfolge im Hause Habsburg auch über Frauen zu gewährleisten. Der Hochmeister hatte ihn in dieser Sache tatkräftig unterstützt. Als Dank dafür hatte der Kaiser ihm dieses Kreuz verehrt, das im Laufe der Jahre immer an die Hochmeister weitergegeben wurde", so Kurator Raphael Beuing am Donnerstag, 10. April 2008, bei der Präsentation des wertvollen Fundes.

Aus Brillianten wurden Glassteine

© Stephanscom.at
Kurator Beuing staunte nicht schlecht, als er 2007 das Kreuz auf der Schallaburg entdeckte.

Als der Ordensschatz im Jahr 1938 im Zuge der Auflösung des Ordens durch die Nationalsozialisten dem Wiener Kunsthistorischen Museum einverleibt wurde, war das Kreuz bereits verschwunden. Erst jüngst tauchte das Halskreuz wieder auf, seine Brillianten allerdings waren in der Zwischenzeit durch Glassteine ausgetauscht worden. Doch wo war es im Nationalsozialismus geblieben? "Das ist etwas mühsam, darüber zu spekulieren, wohin es genau gekommen ist", sagt Beuing. "Es wurde einmal vermutet, dass es von einem der damals führenden Nazis nach Deutschland mitgenommen wurde. Allerdings ist es nun in der Nähe zu Wien wieder aufgetaucht."

"Gekrönt" mit einem Schiebering

© Stephanscom.at
So sieht es aus, das kostbare Kreuz des Deutschen Ordens, ein historischer Fund.

Übrigens gehört zum Kreuz ein so genannter Coulant, ein Schiebering, durch den das Seidenband über dem Halskreuz geführt wird. Geschmückt ist dieser Ring mit dem Bild des heiligen Martin, des Mainzer Bistumspatrons. Das war ein Zeichen der Gebetsfreundschaft zwischen dem Erzbischof und Kurfürsten von Mainz mit den Ordensverwaltungen Franken und Elsaß-Burgund.

Wer aber bis zum Auftauchen des wertvollen Kreuzes vergangenen Jahres dessen Besitzer war, darüber bleibt der Mantel des Geheimnisses: "Das ist eigenartig, aber da kann man nur darüber spekulieren. Aber das Kreuz wurde zumindest im Edelmetall geschont. Wäre es einem Nazischergen in die Hände gefallen, hätte er vielleicht auch das Gold eingeschmolzen." Der jetzige Besitzer habe das Kreuz auf jeden Fall im guten Glauben erworben, betont Kurator Beuing. Bis 22. November stellt er es dem Deutschen Orden und seiner Schatzkammer zur Verfügung. Und diese befindet sich im ersten Wiener Gemeindebezirk, in der Singerstraße 7, Tür 1, 2. Stock.

Weitere Artikel:

800 Jahre Deutscher Orden

Ordensschätze in neuem Licht

(mn)

10.04.2008


Druckansicht


Zurück

Schwerpunkte
Thema Missbrauch
Kultursommer
Sommergespräche
Neuerscheinungen
Aktuelle Tipps
Priesternotruf




Die Erzdiözese - Service - Glaube & Leben - Pfarren - Termine - Suche/Sitemap - Gottesdienstsuche

Katholische Kirche Wien - Erzdiözese Wien - Erzbistum Wien
Optimiert ab MS IE 5.X und NS 7.X mit 1024x768 Pixel