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- 30.07.10

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Die Armut in Österreich ist konstant hoch
© Armutskonferenz"Die hohe Sockelarbeitslosigkeit ist die Armutsfalle der Zukunft", erklärt Martin Schenk von der Armutskonferenz am UN-Tag gegen Armut. Die aktuell großen Probleme mit der hohen Inflation auf existenzielle Güter wie Wohnen, Ernährung, Energie und Gesundheit treibe immer mehr Menschen in die Armut.

"Die Armut ist in Österreich leider konstant hoch", weist die Armutskonferenz am UN-Tag gegen Armut, Mittwoch, 17. Oktober 2007, auf die aktuelle Situation hin. "Was uns Sorgen macht: Die gute Konjunktur hat die Arbeitslosenrate zwar auf 240.000 Betroffene reduziert. Im letzten Hochkonjunkturjahr 2000 waren es aber noch 190.000. Jedes Konjunkturtal lässt einen höheren Sockel an Erwerbslosen zurück. Das ist eine Armutsfalle der Zukunft", analysiert Diakonie-Sozialexperte Martin Schenk.

"Die Menschen müssen hier mit ihrem Geld auskommen"

© Stephanscom.at
"In der Erwerbslosigkeit liegt die Armutsfalle der Zukunft", so Martin Schenk.

"Menschen, die in Österreich von 300 oder 500 Euro im Monat leben müssen, hilft es nun einmal wenig, dass sie mit diesem Geld in Kalkutta gut auskommen könnten", führt Schenk zum Tag gegen Armut weiter aus. "Die Miete ist hier zu zahlen, die Heizkosten sind hier zu begleichen und die Kinder gehen hier zur Schule."

"Armut definiert sich auch nicht darüber, wer uns sympathisch oder unsympathisch ist. Wenn die Bergbauernfamilie mit abgebranntem Hof oder die alte Frau mit Sozialhilfe sich in derselben sozioökonomischen Situation befinden wie der Flüchtling oder der bettelnde Jugendliche, dann liegt bei allen 'manifeste Armut' vor", so Martin Schenk von der Armutskonferenz.

"Die Sozialleistungen müssen der Teuerung angepasst werden"

© Bilderbox.com
Die Lebenserhaltungskosten steigen, doch die Sozialleistungen gehen seit Jahren zurück und treiben immer mehr Menschen in die Armutsfalle.

Viele von Armut Betroffene haben aktuell große Probleme mit der hohen Inflation auf existenzielle Güter wie Wohnen, Ernährung, Energie und Gesundheit. Die Sozialleistungen wurden seit Jahren nicht mehr der Teuerung angepasst. "Sollten sie aber", fordert die Armutskonferenz. "Der durchschnittliche Lohnersatz bei Arbeitslosengeld und Notstandshilfe ist real um 3,6 Prozent gesunken. Die durchschnittliche Höhe der Notstandshilfe ist um 4,3 Prozent gesunken, die des Arbeitslosengeldes um 2,9 Prozent. Ähnlich bei der Sozialhilfe oder dem Pflegegeld", so die Armutskonferenz. "Auch der soziale Wohnbau braucht wieder einen Anschub. Mieten müssen für geringe Einkommen wieder leistbar werden. Da wurde in den letzten Jahren nicht ausreichend investiert. Und bei 'working poor' und Haushalten mit prekären Jobs gebe es die Möglichkeit mit Steuergutschriften zu helfen - mit einem working tax credit", fordert die Armutskonferenz.

420.000 Menschen, etwa fünf Prozent der Wohnbevölkerung in Österreich sind von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen, Frauen stärker als Männer. Ein Viertel der Armutsbevölkerung sind Kinder. Ihre Eltern sind zugewandert, erwerbslos, alleinerziehend oder haben Jobs, von denen sie nicht leben können.

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(red)

17.10.2007


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