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- 12.03.10

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Spielfilme über die Bibel: Zwischen Authentizität und Entertainment
© Die Zehn GeboteProduzent Halmi berichtet, dass es gerade bei Filmen mit biblischen Themen meist ein "superkritisches" Publikum aus dem Kreis religiöser Gruppierungen gebe, die sich weniger für den Film interessierten als für die theologischen und historischen Fehler darin. Bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen des Wiener Bibelkongresses diskutierten Experten wie Halmi oder Regisseur Dornhelm.

Spielfilme über die Bibel müssen eine gute Balance zwischen Authentizität und Entertainment halten, um mit hohen Ansprüchen auch wirtschaftlich erfolgreich sein zu können: So der Tenor einer Podiumsdiskussion im Rahmen des derzeit an der Universität Wien stattfindenden 25. Internationalen Kongresses der "Society of Biblical Literature" (SBL). Am Mittwochabend, 25. Juli 2007, diskutierten im Auditorium Maximum über Berührungspunkte zwischen Bibel und Film unter anderen der österreichische Regisseur des Zweiteilers aus dem Vorjahr "Die Zehn Gebote", Robert Dornhelm, der amerikanische Produzent des Fernsehfilms, Robert Halmi, und der wissenschaftliche Berater des Filmprojekts, der evangelische Bibelwissenschaftler und Archäologe Friedrich Schipper.

Religiös relevant und authentisch

© Die Zehn Gebote
Am Beispiel des Films "Die Zehn Gebote" wurde diskutiert.

In seiner Neuverfilmung des "Paramount"-Klassikers mit Charlton Heston als Moses habe er sich doch deutlich von dieser Vorlage unterscheiden wollen, erzählte Dornhelm. Er habe Moses als einen psychologisch glaubwürdigen Menschen mit Zweifeln und Schwächen zeichnen wollen, nicht als den Helden, den Heston darstelle. Auch "action"-reiche Geschehnisse wie der Tod der ägyptischen Armee im Roten Meer habe er bewusst nicht als "Spektakel" geschildert, sondern Anleihen an den Erfahrungen der Tsunami-Katastrophe im Indischen Ozean genommen, wo augenfällig wurde, was entfesselte Wassermassen anrichten können. Der 1947 in Timisoara (Rumänien) geborene österreichische Filmregisseur gilt neben Arnold Schwarzenegger als der bekannteste Österreicher, der sich im Filmbusiness der USA behaupten konnte.

Produzent Halmi berichtete, dass es gerade bei Filmen mit biblischen Themen meist ein "superkritisches" Publikum aus dem Kreis religiöser Gruppierungen gebe, die sich weniger für den Film interessierten als für die theologischen und historischen Fehler darin. Er versuche in seinen Projekten - sein nächstes werde ein Film über die Genesis sein - den Spagat zu schaffen, religiös Relevantes sowohl authentisch als auch unterhaltsam zu vermitteln. Obwohl er selbst nicht sonderlich fromm sei, bevorzuge er Stoffe mit moralischer Botschaft; und dafür seien biblische Themen bestens geeignet.

Mit Filmen wenig religiöses Publikum zum Nachdenken anregen

© The Nativity Story
Die Geburt Jesu, der Leidensweg Christi oder das Leben des Mose - die Bibel interessiert Filmemacher und Kinobesucher.

"Wie kann man das Teilen des Roten Meeres so realistisch wie möglich darstellen?": Dies sei die erste und verblüffende Frage des Regieassistenten von Dornhelm gewesen, als er mit dessen Filmprojekt in Berührung kam, erzählte der Wiener Bibelwissenschaftler und Bibelkongress-Organisator Friedrich Schipper. Schipper habe den Filmemachern für ihre Requisiten und Drehschauplätze in Marokko viele historisch abgesicherte Details geschildert; manche davon seien umgesetzt worden, anderes aus dramaturgischen oder ganz pragmatischen Gründen nicht: Eine kriegerische Auseinandersetzung der Israeliten mit einem feindlichen Volk bei der Landnahme, die das Buch Exodus in sieben Zeilen abhandle, werde im Film auf 15 Minuten ausgewalzt. "Wir brauchen Action", sei die Begründung für die Aufwertung dieser "theologisch und historisch nebensächlichen" Begebenheit gewesen.

Schipper anerkennt die unterschiedliche Zielrichtung, wie er auf dem Podium beteuerte: Ein Spielfilm sei Entertainment, bestenfalls ein Kunstwerk, aber keine wissenschaftlich hieb- und stichfeste Abhandlung. Und gelungene Beispiele filmischer Bearbeitungen biblischer Stoffe wie "Jesus Christ Superstar" oder sogar Mel Gibsons Blutdrama "Die Passion Christi" würden beweisen, dass man damit auch bei einem wenig religiösen Publikum ankommen und zum Nachdenken anregen kann.

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