Der "Rosenkranz-Sühnekreuzzug" (RSK), eine von Wien
ausgegangene internationale Gebetsgemeinschaft, feiert 60-jähriges Bestehen.
Franziskaner-Provinzial Pater Anton Bruck zelebriert am Samstag, 3. Februar
2007, um 16.30 Uhr in der Wiener Franziskanerkirche den Jubiläumsgottesdienst. Am 2.
Februar 1947 hatte der Franziskanerpater Petrus Pavlicek (1902-82) den
"Rosenkranz-Sühnekreuzzug" gegründet. Pater Petrus war ein Spätberufener,
der in seiner Jugend aus der Kirche ausgetreten war und erst mit 35 wieder
zum Glauben zurückgefunden hatte.
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Heute umfasst die internationale Gebetsgemeinschaft weltweit 700.000
Mitglieder in mehr als 130 Ländern. In Österreich veranstaltet der
"Rosenkranz-Sühnekreuzzug" im September alljährlich die "Maria-Namen-Feier"
in der Wiener Stadthalle. Bei dieser größten katholischen Glaubenskundgebung
in Österreich wird für den Frieden in der Welt gebetet. Darüber hinaus
bietet die Gebetsgemeinschaft auch Exerzitien und Einkehrtage an, bei denen
auch Fragen suchender und der Kirche fern stehender Menschen berücksichtigt
werden.
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Von Beginn an war die Gebetsgemeinschaft in besonderer Weise mit dem
portugiesischen Marienort Fatima verbunden. Denn Pater Petrus, 1902 in
Innsbruck als Otto Pavlicek geboren, war in amerikanischer
Kriegsgefangenschaft 1944 in Cherbourg erstmals auf Informationen über die
Marienerscheinungen von Fatima gestoßen. Er hatte von einem Mitgefangenen
eine Schweizer Kleinschrift über die Erscheinungen erhalten, die sich 1917
in der Cova da Iria zugetragen hatten. Das Gelesene berührte in
zutiefst.
Ein Jahr nach Kriegsende konnte Pavlicek in Mariazell für die glückliche
Heimkehr aus der Gefangenschaft danken. Dort vernahm er eine innere Stimme,
die ihn aufrief, etwas für die Freiheit des vierfach besetzten Österreich
und für den Frieden in der damals vom beginnenden Kalten Krieg
gekennzeichneten Welt zu tun. Im Laufe eines halben Jahres reifte in
Pavlicek der Plan, eine Gebetsgemeinschaft zu gründen. Als er etwa 500
Mitglieder gesammelt hatte, suchte er die kirchliche Zustimmung. Kardinal
Theodor Innitzer, damals Wiener Erzbischof, gab sie im November 1947
bereitwillig.
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Die Zahl der Mitglieder stieg bis Ende 1950 auf 200.000, zwei Jahre später waren es 340.000 und im Mai 1955 überstieg sie eine halbe Million. Unter den Mitgliedern waren große Namen der Politik der Nachkriegszeit wie Leopold Figl und Julius Raab. Jährlich wurden zu "Maria Namen", um den 12. September, Sühneprozessionen veranstaltet. 1953 kamen 50.000 Menschen, 1954 schon 80.000. Nach der Unterzeichnung des Staatsvertrages im Jahr 1955 weitete sich die Gebetsgemeinschaft auf das Ausland aus. Zu den großen Freunden der Gebetsgemeinschaft zählte Kardinal Franz König. Heute gehören ihr weltweit rund 700.000 Menschen an. Täglich beten sie den Rosenkranz für den Frieden in der Welt, in den Familien und unter den Menschen. Seit dem Tod von Pater Petrus Pavlicek leitet Pater Benno Mikocki die Gebetsbewegung.
Im Jahr 2003 wurden die Statuten des RSK erneuert und von Kardinal Christoph
Schönborn bestätigt. Im Rahmen dieser Erneuerung wurde auch der Name der
Gebetsgemeinschaft ergänzt. Er lautet nun "Rosenkranz-Sühnekreuzzug um den
Frieden der Welt/RSK-Gebetsgemeinschaft für Kirche und Welt". Für Pater
Petrus Pavlicek ist ein Seligsprechungsprozess im Gang. Das
Diözesanverfahren wurde am 14. Dezember 2001 abgeschlossen. Das Grab von
Pater Petrus befindet sich in der Wiener Franziskanerkirche direkt unter der
Kanzel.
Die Wiener Stadthalle
wird wieder zum Dom
Beten mit den Füßen -
Lebendiger Rosenkranz 2006
(red/PEW)