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- 30.07.10

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Pfarre St. Othmar: 450 Jahre Gabebrief
© Stadtgemeinde MödlingDas Jubiläum des Patronats der Stadt Mödling wurde am Sonntag mit einem Hochamt mit Weihbischof Franz Scharl gefeiert. Der Wiener Weihbischof war von 1990 bis 1993 Kaplan in St. Othmar.

Mit einem feierlichen Hochamt wurde am Sonntag, 19. November 2006, der Verleihung des Gabebriefes vor 450 Jahren in Mödling gedacht. In diesem Dokument schenkte Kaiser Ferdinand I. am 12. November 1556 dem Markt Mödling sämtlichen Besitz der Pfarre, die kirchlichen Gebäude ebenso, wie Wälder, Weingärten und Felder. Seit damals übt die Gemeinde Mödling das Patronat über St. Othmar aus - eine seltene Konstellation, die vor allem auch zahlreiche Pflichten mit sich brachte.

Weitergabe von Glaube, Leben und Kultur

© Mödling
Weihbischof Scharl feierte am Sonntag mit den Gläubigen das Othmarhochamt.

Bürgermeister Hans-Stefan Hintner erläuterte in einer kurzen Ansprache den geschichtlichen Hintergrund und die Auswirkungen des Gabebriefs. Der Wiener Weihbischof legte in seiner Predigt den Gläubigen drei Punkte ans Herz: die Weitergabe des Glaubens, die Weitergabe des Lebens und die Weitergabe der Kultur. Bischof Scharl war von 1990 bis 1993 Kaplan in St. Othmar war und hatte in dieser Funktion auch die Besonderheiten des Mödlinger Pfarrlebens kennen lernen können.

Die Vorgeschichte

© Mödling
Weihbischof Franz Scharl vor der Kirche St. Othmar mit Vertretern aus dem Pfarrgemeinderat und der Gemeinde.

Die erste nachgewiesene Kirche an der Stelle der heutigen Othmarkirche ist eine karolingische Kirche aus dem 9. Jahrhundert. Anfang des 16. Jahrhunderts begann ein religiöser Umbruch, der auch vor Mödling nicht halt machte - die Reformation. Ab 1527 war Pfarrer Georg Müller als erster protestantischer Pfarrer in Mödling tätig. Die Zahl der Katholiken ging stetig zurück. Zeitweise waren bis zu drei evangelische Pastoren in Mödling tätig. Dann brachen zwischen den protestantischen und katholischen Reichsständen Unruhen und Kriege aus.

Um Frieden zu schaffen wurde am 25. September 1555 auf dem Reichstag zu Augsburg der Augsburger Religionsfrieden zwischen Ferdinand I. und den Reichsständen geschlossen. Die Pfarre Mödling war seit 1475 Pfründe des Domdechants von Wien. Der jeweilige Domdechant war Pfarrer von Mödling. Aber die meisten übten ihr Amt in Mödling nicht aus und kümmerten sich wenig um die Pfarre.

In diesem Umfeld und im Bestreben, die Reformation zurückzudrängen, wurde 1556 von Ferdinand I. der Mödlinger Gabebrief ausgestellt. Als Bedingung stellte er, dass statt eines evangelischen Predigers wieder ein katholischer Pfarrer für die Seelsorge verantwortlich sei und dass Mödling katholisch werde.

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(red)

20.11.2006


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