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- 30.07.10

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Ernten, was Gott wachsen lässt
© PallinAm 31. Juli vor 450 Jahren ist Ignatius von Loyola - der Gründer der Gesellschaft Jesu - an einem sehr heißen Sommertag gestorben. Ein halbes Jahrtausend später spricht die Theologin Raphaela Pallin auf 107,3 über die Spiritualität des Heiligen.

"Ignatius von Loyola hat erkannt, dass man religiöse Tradition den Menschen nicht einfach überstülpen kann", verrät die Theologin Raphaela Pallin das "Geheimrezept" jenes Heiligen, dessen am 31. Juli gedacht wird. Am Montag, 31. Juli 2006, jährt sich der Todestag des heiligen Ignatius zum 450. Mal.

In seiner Sprache auf die Menschen zugehen

Ignatius von Loyola
Ignatius von Loyola starb am 31. Juli 1556 in Rom.

Ignatius war Page und Ritter am spanischen Königshof und kam erst durch eine schwere Kriegsverletzung in Verlegenheit über sich, sein Leben und seinen Glauben nachzudenken. "Aber nach langen eigenen Lehr-, Wander- und Pilgerjahren, verstand er es in der Sprache seiner Welt auf die Menschen zuzugehen", berichtet Pallin, die sich jahrelang in Rom mit der ignatianischen Spiritualität beschäftigt hat.

"Wir sind Arbeiter in der Ernte"

© Pallin
Pallin ist vom Ignatianischem begeistert.

"Was mich so besonders am Ignatianischen fasziniert, ist, dass zwar einerseits die spirituelle Erfahrung sehr betont wird, dass aber andererseits Wert gelegt wird, auf die Menschen zuzugehen und in die Welt hinauszugehen", betont die Theologin. Dabei gehe es laut Ignatius weniger um ein Aussähen und Verkünden, sondern mehr um ein "Wir sind Arbeiter in der Ernte". "Gerade bei Jesuiten oder Frauen und Männern, die in ignatianischer Spiritualität begleiten, ist eine besondere Sensibilität dafür vorhanden, das zu heben und zu ernten, was Gott in jedem wachsen lässt", führt Raphaela Pallin weiter aus.

Von Ignatius bis zu Online-Exerzitien

In Zeiten der Respiritualisierung sieht Pallin jede Menge Chancen für die Gemeinschaft Jesu, die noch nie aufgehört habe, jenen, die spirituelle Erfahrung suchen, helfen zu wollen. "Die Jesuiten reagieren hier aber nicht auf einen Trend, sondern tun das, was sie schon seit jeher anbieten: geistliche Übungen und Begleitung, indem sie die bisherige Glaubenserfahrung der Menschen ernst und wichtig nehmen", erklärt Pallin.

Schon Ignatius habe gesagt, der geistliche Übungsweg sei unterschiedlich zu gehen, weil die Menschen verschiedene Möglichkeiten haben, sich darauf einzulassen. Also seien auch die von den Jesuiten angebotenen Online-Exerzitien durchaus im Sinne Ignatius, ist sich die Expertin sicher. "Natürlich hat Ignatius gesagt, im Idealfall schafft man sich durch Rückzug genügend Freiraum. Aber wenn das nicht möglich ist, kann man sich diesen Freiraum auch im Alltag schaffen", so Raphaela Pallin.

Radiotipp:

© Radio Stephansdom

In den Sommergesprächen auf Radio Stephansdom spricht Raphaela Pallin am Montagabend, 31. Juli 2006, über Ignatius von Loyola, die Faszination der ignatianischen Spiritualität und den Jesuitenorden heute. Eine Sendung von Manuela Müller. Auf 107,3 ab 19.00 Uhr.

(mm)

31.07.2006


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