Zurück zur Startseite. Zurück zur Startseite. Zur Webseite von Radio Stephansdom.
- 30.07.10

 RSS, ATOM
 
Gestatten, Hofbauer - Stadtpatron von Wien
© Stephanscom.at"Ich habe den Eindruck, dass Klemens Maria Hofbauer an der Langen Nacht der Kirchen seine Freude gehabt hätte. Er hätte vielleicht die Augenbrauen öfters hochgezogen, wenn es allzu 'eventartig' geworden wäre", sagte Pater Martin Leitgöb, der einen Vortrag über den außergewöhnlichen Heiligen in Maria am Gestade hielt.

Eine Begegnung mit einem außergewöhnlichen Heiligen stand in der Langen Nacht der Kirchen in der ältesten Marienkirche Wiens, Maria am Gestade, am Programm. Redemptoristenpater Martin Leitgöb erzählte am Freitagabend, 5. Juni 2009, einem großem Publikum die Lebens- und Glaubensgeschichte seines Mitbruders Klemens Maria Hofbauer, der vor 100 Jahren heilig gesprochen wurde.

Ein Weg, das Evangelium neu zu verkündigen

© Stephanscom.at
"Das Evangelium muss so gepredigt werden, dass es die Menschen der heutigen Zeit erreicht", so Pater Leitgöb.

"Pater Hofbauer hat laut Zeitzeugen in seinen späten Lebenstagen fast täglich einen Satz mehrfach gesagt: 'Das Evangelium muss ganz neu gepredigt werden.'", berichtete Pater Leitgöb. "Das heißt, es muss mit einem neuen Ehrgeiz und Eifer, aber auch mit neuen Methoden gepredigt werden. Es muss so gepredigt werden, dass es die Menschen der heutigen Zeit erreicht", so der Redemptoristenpater.

"Diese Lange Nacht der Kirchen ist auch eine Art und Weise, das Evangelium neu zu verkündigen", betonte Pater Leitgöb. "Ich habe den Eindruck, dass Klemens Maria Hofbauer durchaus an dieser Veranstaltung seine Freude gehabt hätte. Er hätte vielleicht die Augenbrauen öfters hochgezogen, wenn es allzu 'eventartig' geworden wäre. Er wäre sehr viel zwischen den Menschen herumgegangen und hätte ganz natürlich das Gespräch mit ihnen gesucht."

"Hilf Herr, es ist Zeit!"

© Redemptoristen
Der heilige Klemens klopfte an den Tabernakel.

In seiner Zeit in Warschau von 1786 bis 1808 hat sich Pater Hofbauer um Arme und vor allem arme Kinder gekümmert. Dazu hat er mehrere Institutionen wie Schulen und Waisenhäuser gegründet. "Um diese Institutionen erhalten zu können, musste er immer wieder betteln gehen. Dazu war er sich auch nicht zu schade. Einmal ist Klemens ganz leer von einer solchen Betteltour nach Hause gekommen. Dann ging er in der Kirche, warf sich vor den Tabernakel, klopfte an den Tabernakel und sagte: 'Hilf Herr, es ist Zeit!'", berichtete Pater Leitgöb.

"Diese Geste, dieses Anklopfen an den Tabernakel, beeindruckt mich sehr tief. Wir alle kennen solche Situationen, wo wir am liebsten da vorne beim Herrgott anklopfen würden", so Pater Leitgöb. "Vom heiligen Klemens können wir uns abschauen, dass er ein flehentlicher, inniger Beter gewesen ist und dass er in gewissen Notsituationen, wo er selbst nicht mehr konnte, wirklich sein ganzes Vertrauen auf den Herrn geworfen hat."

Mission als Weg der Freundschaft und des Dialogs

Weiters könne man viel von Hofbauers Methode der Mission, nämlich diese als einen Weg der Freundschaft und des Dialogs zu sehen, lernen, erklärte Pater Martin Leitgöb: "Anders funktioniert Mission heutzutage nicht. Alle sind berufen, missionarisch tätig zu sein. Wenn sie mit ihren Nachbarn in Freundschaft verbunden sind und wenn zugleich bekannt ist, dass sie aktive Christen sind, dann können sie in nachbarschaftlicher Weise sehr viel für die anderen tun, die noch nicht so weit sind, selber in die Kirche zu kommen und ein aktives Glaubensleben zu führen", sagte Pater Martin Leitgöb zu der in der Kirche Maria am Gestade versammelten Besucherschar.

Seelsorger und Leibsorger

© Stephanscom.at
In Maria am Gestade befindet sich der Schrein mit den Reliquien des Heiligen.

In seinen letzten zwölf Lebensjahren in Wien ging Klemens Maria Hofbauer sehr oft in den Vorstädte hinaus, vor allem zu den armen Menschen. "Er hatte meist einen Mantel an, unter dem er Brotlaibe und Wurststangen zu den Armen getragen hat: Deswegen sagen wir zu Hofbauer nicht nur Seelsorger, sondern auch Leibsorger", so Pater Martin Leitgöb. "Er hat sich um die Seele, um das ewige Heil der Menschen gekümmert und hat genau das gewusst, was später Brecht gesagt: 'Zuerst kommt das Fressen, dann die Moral.' Das ist nicht zu verachten, ein leerer Magen studiert nicht nur nicht gerne, sondern ein leerer Magen tut sich letztlich schwer, sich wirklich zum Glauben und zur Frömmigkeitsübung aufzuraffen."

Letzte Ruhestätte in Maria am Gestade

Maria am Gestade ist die Verehrungsstätte des Stadtpatrons von Wien, Klemens Maria Hofbauer. Der überwiegende Teil seiner Reliquien befindet sich in der Klemenskapelle der gotischen Wiener Innenstadtkirche. Pater Martin Leitgöb erklärte, warum  katholische Christen Reliquien verehren: "Reliquien sind Überbleibsel eines Menschen. Ein Heiliger war ein Mensch, der ganz und gar vom Geist Gottes durchdrungen war. Dieses Durchdringen des Geistes Gottes bezieht sich nicht nur auf das Herz oder auf die Seele, sondern bezieht sich auf die ganze Wirklichkeit des Menschen, so auch auf den Leib. Laut dem Zweiten Vaticanum sind wir als Christen alle zur Heiligkeit berufen. Es ist manchmal fast peinlich, wie wenig wir diesem Ziel entsprechen, Heilige werden zu wollen."

Weitere Artikel:

Mehr zur Langen Nacht der Kirchen auf Stephanscom.at

Mehr zum Klemensjahr auf Stephanscom.at

(ml)

08.06.2009



Druckansicht


Zurück

Schwerpunkte
Thema Missbrauch
Kultursommer
Sommergespräche
Neuerscheinungen
Aktuelle Tipps
Liturgie-Lexikon




Die Erzdiözese - Service - Glaube & Leben - Pfarren - Termine - Suche/Sitemap - Gottesdienstsuche

Katholische Kirche Wien - Erzdiözese Wien - Erzbistum Wien
Optimiert ab MS IE 5.X und NS 7.X mit 1024x768 Pixel