- 30.07.10


Startseite - Grundgebete - Morgen- und Abendgebet - Gebetsmeinung - Tischgebete - Wir beten für Sie! - Beliebte Gebete





1. Allgemeine Anliegen

Für die politischen Wahlen in allen Staaten, sie mögen von Hochachtung vor der Freiheit der Bürger getragen sein.

Wie viele Staaten und Gemeinden von tatsächlich frei gewählten Vertretern ihres Volkes regiert werden, ist schwer zu sagen. Vielerorts ist dies nicht der Fall; bei der Durchführung von Wahlen mangelt es oft grundlegend an praktischer Umsetzung von Demokratie. De facto ergreifen Regierungen von sich aus die Macht und scheinen mehr daran interessiert, diese Positionen für sich zu erhalten, als dem Volk zu dienen. Vielfach finden zum Schein Wahlen statt, die das Regime kontrolliert, die dann als demokratisch ausgegeben werden. Der Opposition wird unfairerweise Wahlpropaganda untersagt, Stimmen werden erkauft, gefälscht, manipuliert, was die Menschen frustriert, wirklich frei zu entscheiden, und Gewalt hervorruft. Selbst in lange der Demokratie verschriebenen Ländern des Westens ist die Art, wie der freie Wille der Bürger respektiert wird, angesichts der hohen Kosten der Wahlschlachten, der Auswahl der Kandidaten, welche die Parteien vornehmen, angesichts der Machtspiele und der Privatinteressen etc., fragwürdig. Der Papst will unsere Aufmerksamkeit auf diese ernste Situation lenken. Er lädt uns Christen ein, dafür zu beten und uns dafür einzusetzen, dass bei politischen Wahlen das Wohl des Staates die Oberhand vor privaten Interessen behalte. Beten wir mit ihm um Gerechtigkeit, Transparenz und Ehrlichkeit, überzeugt, dass eine Gesellschaft nur auf der Grundlage der Wahrheit im Frieden wachsen kann und zum Wohl aller gedeiht.

Die Kirche hat ihre Gläubigen stets zum politischen Engagement und zur öffentlichen Auseinandersetzung für eine gerechtere Welt ermutigt. Sie ist berufen, auf das zivile Gewissen aktiv einzuwirken und christliche Führungspersönlichkeiten zum Dienst an ihrem Land zu befähigen, ganz nach dem Wort Jesu: „Ihr seid das Salz der Erde und das Licht der Welt" (Mt 5,13f.). Getaufte haben die Sendung und Aufgabe, sich für eine menschlichere und gerechtere Gesellschaft einzusetzen, auch auf politischer Ebene.

Wer nicht betet und sich seinen Möglichkeiten gemäß einsetzt, hat kein Recht, über schlechte Regierungen, die er mit an die Macht gebracht hat, zu klagen.


2. Missionsgebetsmeinungen

Für die Christen in den städtischen Ballungsräumen, die sich für Bildung, Gerechtigkeit, Solidarität und Frieden einsetzen.

Sicher sollen Christen überall bemüht sein, zur Förderung von Bildung, Gerechtigkeit, Solidarität und Frieden beizutragen, besonders gilt dies jedoch in den großen Städten. Schon Paul VI. hielt in seiner Sozialenzyklika "Octogesima adveniens" 1971 fest, dass der ansteigende Zug der Menschen in die Großstädte eine große Herausforderung für die menschliche Gesellschaft und auch für die Kirche sei. Verstädterung bringt neue Chancen der Kommunikation und doch auch die Gefahr neuer Vereinsamung und des Verfalls in Anonymität und Entfremdung. Ein neues Proletariat in den Slums der Großstädte, das durch seine Entwurzelung der Ausbeutung und Fremdbestimmung ausgeliefert ist, wächst heran und erniedrigt die Menschenwürde von Millionen. Unvermeidlich ist dies für uns Christen, besonders für die verantwortlichen Hirten eine enorme Herausforderung, die ständig anwachst und nach Erneuerung der Strukturen der Pastoral verlangt. Wie kann heute in der Großstadt von Gott gesprochen werden? Wie bezeugt man Gottes Gegenwart in einer säkularisierten und entsakralisierten Umwelt? Wie kann die Botschaft des Evangeliums als hilfreich für die Gestaltung einer gerechteren, friedvolleren und solidarischeren Gesellschaft verkündigt werden? Wie sieht die neue Kultur aus, die die Saat des Evangeliums aufkeimen lässt und die Fragen des modernen Menschen beantwortet? Welchen Beitrag können Christen leisten, damit das Leben in der Stadt brüderlicher und menschlicher wird? Wenn hier auch für Antworten zu wenig Platz ist, soll doch die Problematik bewusst gemacht werden und zum Nachdenken und Beten anregen.

Papst Benedikt präsentiert dieses Anliegen als ein spezifisch missionarisches. Dass sich Christen als Getaufte aktiv um eine Kultur der Gerechtigkeit, der Solidarität und des Friedens bemühen, gehört zu ihrer Sendung. Schon Paulus begab sich als Missionar mit Vorliebe in die städtischen Zentren, um dort, wie etwa am Areopag in Athen, die frohe Botschaft des Auferstandenen bekannt zu machen. Wir beten in diesem Monat um Gottes Hilfe für uns alle in dem Bemühen, die Werte des Gottesreiches in unseren großen Städten zu beleben.