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Jahreskreis - Fronleichnam - Mariä Himmelfahrt - Allerheiligen - Allerseelen - Christkönigsfest
Die Sonntage im Jahreskreis33 oder 34 - je nach der Jahreswochenkonstellation - Sonntage werden als "Sonntage im Jahreskreis" bezeichnet. Es ist die Zeit ohne besondere Festprägung. Diese Zeit wird vom Osterfestkreis unterbrochen.
Christus selbst ist der Inhalt dieser "normalen" Sonntage. Er selbst geht mit seiner Kirche durch die Zeit. Alles, was Jesus seinen Jüngern verkündet hat, wird uns in den Evangelien berichtet. Immer mehr soll uns die Feier seiner Auferstehung bereit machen für sein Wiederkommen.
Der erste Sonntag im Jahreskreis ist zugleich das Ende des Weihnachtsfestkreises und Taufe des Herrn.
Mit dem Aschermittwoch wird die Zeit im Jahreskreis unterbrochen durch den Osterfestkreis.
Die Jünger zogen aus und verkündeten Jesus, der von den Toten auferstanden warNach dem Pfingstfest beginnt in der Zählung der Sonntage wieder die Zeit im Jahreskreis.
Der Sonntag nach dem Pfingstfest hat noch eine besondere Prägung, es ist der Dreifaltigkeitssonntag. Das unvorstellbare Geheimnis des dreifaltigen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, die Offenbarung Gottes in dieser Welt wird an diesem Tag besonders bedacht.
Die Botschaft der Texte des Gottesdienstes ist eindeutig: Gott ist ein mitfühlender und wohlwollender Gott, der ein unüberbietbares Interesse am Menschen hat und der den Menschen niemals aufgibt.
"Hochfest des Leibes und Blutes Christi" |
Der zweite folgende Donnerstag ist das "Hochfest des Leibes und Blutes Christi".
Das Wort "Fronleichnam" stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet "Leib des Herrn".
Die bleibende Gegenwart Jesu im Sakrament der Eucharistie ist der zentrale Kern dieses Festes. Den besonderen Charakter erhielt Fronleichnam durch die Prozession, wenn dieses eucharistische Brot für alle sichtbar in der sogenannten Monstranz in einer Prozession durch die oft geschmückten Straßen und Dörfer getragen wird. Ein deutlich sichtbares Zeichen, dass die Kirche lebt.
Die Anregung zu diesem Fest entstammt einer Vision der heiligen Augustinernonne Juliana von Lüttich (+ 5.4.1258) und wurde im vom Bischof von Lüttich 1246 eingeführt. Am 11. August 1264 wurde Fronleichnam durch Papst Urban IV. (1261 - 1264), der Erzdiakon in Lüttich gewesen war, als "Fest des Leibes Christi" zum allgemeinen kirchlichen Fest erklärt.
Viele regionale Bräuche - etwa die großen Blumenteppiche in der Steiermark oder das Aufstellen von grünen Birken in den Prozessionsstraßen - haben sich um dieses Fest gebildet.
15. August - Mariä Himmelfahrt
"Wir verkünden, erklären und definieren es als ein von Gott geoffenbartes Dogma, dass die unbefleckte, allzeit jungfräuliche Gottesmutter Maria nach Ablauf ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde." (Dogma, verkündet von Pius XII.)
Das Hochfest "Mariä Himmelfahrt" war im 6. Jahrhundert zunächst als Fest der "Entschlafung" Mariens gefeiert und Ende des 6. Jahrhunderts vom oströmischen Kaiser Mauritius auf den jetzigen Tag gelegt wurden.
In der Ostkirche wird das Fest bis heute als Tag der Entschlafung bezeichnet.
Seit dem 7. Jahrhundert feiert die Kirche dieses Fest. Die Legenden erzählen, dass sich der Leichnam in strahlender Lichtaura, von Engeln unterstützt, empor schwang. 1216 schrieb Cäsarius von Heisterbach die Legende nieder: Die das leere Grab umstehenden Apostel schauten der empor Schwebenden nach. Thomas, der zu spät gekommene Zweifler, erhielt Marias Gürtel zur Bestätigung, Marias Kleider aber blieben zur Stärkung der Gläubigen im Sarkophag; sie gehören zu den noch heute gezeigten Reliquien, so in Trier, Aachen, Prato.
Eine andere Legende berichtet, dass die Jünger das Grab Mariens öffneten und darin nicht mehr Marias Leichnam, sondern nur noch Blüten und Kräuter fanden. Deshalb wird in der katholischen Kirche seit Jahrhunderten zu Maria Himmelfahrt eine Kräuterweihe vorgenommen: Aus sieben verschiedenen Kräutern - die Zahl symbolisiert die sieben Sakramente oder die sieben Schmerzen Mariens - werden Sträuße gebunden und zur feierlichen Kräuterweihe gebracht. Die Sträuße werden dann auf dem Dachboden aufgehängt und sollen gegen Krankheiten, Unheil, Gewitter und Blitzschlag helfen; oft werden zerriebene Blätter davon kranken Tieren ins Futter gemischt.
Allerheiligen |
Ihr Heiligen Gottes - bittet für uns!
Am 13. Mai 609 (oder 610) weihte Papst Bonifatius IV. das Pantheon in Rom, den alten Tempel aller Götter der antiken Götterwelt, der Jungfrau Maria und allen Heiligen, und ordnete eine jährliche Feier an, zunächst am Freitag nach Ostern.
Papst Gregor III. weihte eine Kapelle in der Basilika St. Peter allen Heiligen und legte den Feiertag auf den 1. November.
Ende des 8. Jahrhunderts begann man das Fest im gallikanischen Bereich (Frankenreich) zu feiern.
Papst Gregor IV. dehnte 839 den Gedächtnistag auf die ganze Kirche aus.
Heilige Männer und Frauen gab und gibt es zu allen Zeiten. Im Neuen Testament werden als die Heiligen die Männer und Frauen der christlichen Gemeinde bezeichnet. In der Kirche wurde diese Bezeichnung jedoch sehr bald auf jene Menschen exklusiv angewandt, die sich im Glauben und Leben als besonders tugendhaft bewährten, vor allem aber die Märtyrer, die Apostel und die Evangelisten.
Am Gedenktag aller Heiligen wird nun jener Menschen gedacht, die als die Kirche des Himmels bezeichnet wird. Alle Männer und Frauen, die formell zu Seligen oder Heiligen erhoben wurden, stehen im Mittelpunkt der Feier gemeinsam mit der sich versammelnden Gemeinde, die als Kirche auch zur Heiligkeit berufen ist.
Der Brauch der Heiligenverehrung geht bis auf die ersten christlichen Jahrhunderte zurück. Zuerst waren es vor allem die Märtyrer - das sind jene, die für ihren Glauben ihr Leben geben mussten -, die man verehrte und um ihre Fürsprache bei Gott anrief. Diese Heiligenverehrung kristallisierte sich in der Regel um das Grab bzw. die Reliquien eines solchen Toten.
Das Konzil von Trient 1545 - 1563 bestätigte, dass es gut und nützlich sei, die Heiligen anzurufen, um durch ihre Fürbitte Gottes Wohltaten zu erlangen.
In den Tagen um Allerheiligen werden die Gräber der Verstorbenen auf den Friedhöfen von den Angehörigen geschmückt, eine Kerze, das sogenannte "Seelenlicht" entzündet, das auch noch am darauf folgenden Allerseelentag leuchtet; es ist ein Symbol des "Ewigen Lichtes", das den Verstorbenen in Gottes Herrlichkeit leuchtet.
In feierlicher Prozession, dem "Gräberumgang", schreitet der Priester durch die Reihen der festlich geschmückten Gräber und segnet die Gräber und die Menschen.
Allerseelen
Seit dem frühen Mittelalter gibt es jährlich wiederkehrende Gedenktage für alle Verstorbenen. Verschiedentlich waren sie nach Ostern angesetzt. Selbst für Johannes XXIII. war Ostern noch das "Fest aller Toten". Ab dem 9. Jahrhundert setzt sich der Tag nach dem Allerheiligenfest als Gedenktag aller Toten durch. Zur Ausbreitung dieses Gedenktages hat das Kloster Cluny wesentlich beigetragen.
Die Frömmigkeit dieses Tages hat tiefe Wurzeln bei den Menschen, die es zu pflegen gilt. Vor allem die Nähe zum Allerheiligenfest bringt diesem Tag die österliche Aufhellung, die Hinführung aller Toten zu Christus dem Auferstandenen.
Deutlich wird die Beziehung zu Allerheiligen in der Gräbersegnung am Nachmittag des Allerheiligentages.
Gebete und Fürbitten sowie die Eucharistiefeier für die Verstorbenen sollen nach alter Überlieferung dazu helfen, dass die Toten die Vollendung in Gott finden.
Der letzte Sonntag im Kirchenjahr ist das Christkönigsfest.
Es ist ein Ideenfest, das Pius XI. (1922 - 1939) im Jahr 1925 zum Andenken an das 1.600jährige Jubiläum des Konzils von Nizäa (325) eingeführt hat. In Anbetracht der in Europa zerfallenden Monarchien legte der Papst besondere Betonung auf das Königtum Christi.
Im Kirchenjahr hat das Fest am letzten Sonntag vor dem Beginn des Adventes den besonderen Charakter des Ausblicks auf das Ende der Zeiten. Wenn Jesus seine Herrschaft voll ausübt, ist das Reich Gottes verwirklicht. Christus als den wahren König zu verehren bedeutet auch eine Relativierung der weltlichen Könige und Kaiser und der von ihnen repräsentierten Macht. Denn allein Christus kann Heil vermitteln.
(red)
20.01.2005
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