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Hier klingen Grundlinien des kirchlichen Amtes an, wie sie bis heute in der Kirche lebendig sind. Aus dem (und zumeist durch das) Volk ausgewählt werden einige in besonderen Dienst gestellt: durch Handauflegung und Gebet - bis heute.
Dies erinnert an eine kirchliche Grunddimension: Das Heil können wir uns nicht selbst machen: Es ist von Gott geschenkt. Weihe lässt sich nicht erzeugen, sondern nur von außen übertragen. Dies liegt in der Linie des alten, christlichen Prinzips, dass wir von Gott her mehr sind, als wir selbst tun und leisten können. Erlöst sind wir nicht aus uns selbst heraus, sondern von Gott geschenkt - auch als Gemeinde.

Die Priesterweihe stärkt einen Menschen zum Dienst an der Gemeinschaft der Glaubenden.
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Die seit urkirchlichen Zeiten unaufhörlich durch "Handauflegung und Gebet" von Person zu Person weitergegebene Sendung lässt diesen Gedanken spürbar werden. Durch Geweihte wird auf diesem Weg die Einheit der kirchlichen Gemeinden untereinander über die Zeiten hinweg deutlich; vor allem aber die Einheit mit dem, den der Geweihte deutlich machen soll: Jesus Christus.
Dies hat die Theologie als "Repräsentatio Christi" bezeichnet: Der Geweihte "repräsentiert" Jesus Christus. Dies meint aber nicht ein Repräsentieren, wie es ein Statthalter für den abwesenden Herrscher tut. Vielmehr "markiert" er die Gegenwart - wie eine Wegmarkierung den Weg sichtbar macht, der ohne sie selbstverständlich genauso da wäre.
Besonders deutlich wird das in der Eucharistie. Hier agiert der Priester "in persona Christi" - er spricht die Worte Jesu, setzt dessen Taten des Letzten Abendmahles, spricht den Segen. Durch die Person des Priesters ist Jesus gegenwärtig, spür- und erfahrbar. Es ist keine Bitte der Kirche, dass Jesus in der Eucharistie gegenwärtig werden möge, sondern es ist verbindliche Zusage Jesu: "Tut dies zu meinem Gedächtnis!" anders übersetzt: "Tut dies und ich bin mitten unter Euch!" Genau in diesem Sinne haben es Apostel und erste Christen weitergetragen - bis heute.
Dieser Ansatz bewahrt auch vor Überforderungen, die ihre Ausflüchte in Klerikalismen unterschiedlichster Art suchen: Nicht aufgrund seiner Redegewandtheit oder Schönheit repräsentiert der Priester Jesus, sondern aufgrund seiner Weihe. Das bewahrt vor Überforderungen. Es bewahrt aber auch vor Übersteigerungen: Nicht dem Priester gebührt Ehre, sondern nur Gott selbst.
Im Laufe der Geschichte hat die Weihe unterschiedlichste Ausformungen gehabt – verschiedenste Formen und Ausprägungen waren immer wieder der Versuch, Antwort auf die jeweiligen Notwendigkeiten der Kirche zu geben. Jesus wirkt in der Kirche – durch alle Zeiten.
Das II. Vatikantische Konzil hat das Sakrament der Weihe in einer dreigliedrigen Form zum Ausdruck gebracht: Bischof - Priester - Diakon.
Bischof - Fülle des Weihesakramentes: Der eigentliche Leiter der kirchlichen Gemeinde im Vollsinn. Er ist eingebunden in das Kollegium der Bischöfe, dem der Bischof von Rom vorsteht.
Priester - der Mitarbeiter der Bischöfe: Eingebunden in sein Presbyterum (die Gemeinschaft der Priester, dem der Bischof vorsteht) leitet der Priester die Gemeinde, verkündet die Frohe Botschaft, steht der Eucharistie vor, hat für seine Gemeinde zu beten und besonders für die "Armen" da zu sein - "Tag für Tag sich Christus enger zu verbinden" (aus der Weiheliturgie).
Diakon - "zum Dienst": Ebenso an der Sendung Christi teilnehmend ist der Diakon "zum Dienst" berufen. Dies manifestiert sich unter anderem darin, im caritativen Tun der Kirche die Gegenwart Christi deutlich zu machen, verschiedenste liturgische Dienste zu vollziehen und die Frohe Botschaft zu verkünden.
(Pfarrer Gerald Gump)
08.09.2003
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