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- 30.07.10

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"Gott ist ein Geheimnis"
© Borg Hegelgasse 12Über das Thema "Zufall und göttliches Design" diskutierte Kardinal Christoph Schönborn Anfang Februar mit Maturanten des Bundesoberstufenrealgymnasiums Hegelgasse 12. Der SchülerStandard dokumentiert das Gespräch über "absurde Zufälle" in der Dienstagausgabe.

"Die Großen schafften es, Wissenschaft und Glaube zu verbinden", zitiert der SchülerStandard am Dienstag, 13. Februar 2006, Kardinal Schönborn. Der Wiener Erzbischof hatte zu Beginn des Monats eine Einladung zur Diskussion mit Schülerinnen und Schülern des BORG Hegelgasse 12 angenommen. Die Debatte mit den Maturanten drehte sich nach "freundlichem Applaus und leisem Getuschel", bald offen um Gott, die Welt und "Schwierigkeiten mit dem Bodenpersonal", heißt es im Artikel von Julia Wurm.

"Absurde Zufälle"

© Rupprecht
"Wir können nicht erklären, was seine Logik ist, aber wir können darauf vertrauen, dass es Sinn macht."

Das Gespräch reichte von der Frage "Muss es vernünftig sein einen Designer anzunehmen?" bis zur Debatte, ob es notwendig sei, fürs Beten in eine Kirche zu gehen. "Beim Urknall wurden die entscheidenden Weichen in Bruchteilen einer Sekunde gestellt. Anzunehmen, dass das Zufall ist, ist absurd", lautete die Antwort des Wiener Erzbischofs und: "Weil wir Häuser brauchen und eine Gemeinschaft. Das ist etwas, was der Westen Europas vergessen hat. Eine Religion, die man alleine macht, ist keine Religion."

Kann man Gott kennen?

© Borg Hegelgasse 12
In der Hegelgasse 12 wurde nicht nur die Frage nach dem Sinn des Leides gestellt.

Dem Problem einer Schülerin, Gott zu personifizieren entgegnete Kardinal Schönborn, dass er weder Gebäude noch Maschinen kenne, die von einer Energie gebaut wurden. Und auf den Einwand: "Ist es nicht unvernünftig anzunehmen, dass wir uns so ein perfektes Wesen überhaupt vorstellen können?" meinte der Kardinal: "Gott ist Geheimnis." Obwohl er "beruflich ständig mit ihm zu tun" habe, könne er nicht behaupten Gott zu kennen, wird der Kardinal im SchülerStandard zitiert. Es sei dabei ähnlich wie bei der Frage nach der göttlichen Logik: "Wir können nicht erklären, was seine Logik ist, aber wir können darauf vertrauen, dass es Sinn macht."

Ist Gott schuld, wenn die Erde wackelt?

"Mit der Bibel wollte Gott nicht Naturwissenschafter produzieren, sondern Gläubige", zitierte Kardinal Christoph Schönborn den heiligen Augustinus. Und auf die für Nadine Taschler "nicht nachvollziehbare Logik" wenn es um Katastrophen wie den Tsunami vor der Küste Sumatras gehe, fragte der Wiener Erzbischof, ob sich schon jemand gefragt hat, wem die Traumstände von Phuket zu verdanken seien: "Wir sind immer leicht zur Hand mit der Verteilung der Verantwortung. Geht es und gut, vergessen wir auf Gott, wenn es uns schlecht geht, bitten wir ihn um Halt. Und plötzlich soll Gott dafür verantwortlich sein, dass die Erde wackelt?"

Die Begegnung von Schülern und Erzbischof ist im  SchülerStandard vom Dienstag, 7. Februar 2006, nachzulesen.

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(red)

07.02.2006

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