Zurück zur Startseite. Zurück zur Startseite. Zur Webseite von Radio Stephansdom.
- 19.03.10

 RSS, ATOM
 
Vom Staunen über die Erkennbarkeit der Wirklichkeit
© Stephanscom.atKardinal Christoph Schönborn sprach bei der Jahrestagung der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft über Schöfpung und Evolution. Der Wiener Erzbischof nimmt in seiner Rede klar Stellung gegen den Evolutionismus, denn wissenschaftliche Theorie die einen Totalitätsanspruch stellt, sei Ideologie.

Eine lebhafte Debatte über Schöpfung und Evolution, über Ziellosigkeit oder Zielgerichtetheit der Welt hatte Kardinal Christoph Schönborn mit seinem Artikel zum Thema in der New York Times am 7. Juli 2005 ausgelöst. Die Frage, ob blinder Zufall oder eine höhere Vernunft im Kosmos am Werk sind, beschäftigt nach wie vor viele Menschen. Am Donnerstag, 21. September 2007, hat der Wiener Erzbischof bei der Jahrestagung der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft in Krems seine Standpunkte nochmals klargelegt.

"Gott ist die Ursache aller Ursachen"

© Rupprecht@kathbild.at
"Die Welt ist auf einer schöpferischen Vernunft gegründet", so Kardinal Schönborn.

Charles Darwin hätte eine falsche Vorstellung vom Eingreifen Gottes in die Welt gehabt, so Kardinal Christoph Schönborn. Dieser irrigen Idee zufolge werde Gottes Handeln als eine innerweltliche Ursache neben anderen aufgefasst. "Gott wirkt aber in allen Ursachen als die Erstursache und nicht neben den anderen Ursachen. Das heißt, er ist nicht der Konkurrent der physikalischen, chemischen und auch geistigen Prozesse und Verursachungen, sondern er trägt sie alle. Er macht sie überhaupt erst möglich, er ist das Fundament, er ist der tragende Grund, er ist die Ursache aller Ursachen", erklärte der Wiener Erzbischof die Auffassung der klassischen Theologie. Kardinal Schönborn ist davon überzeugt, dass die Welt in einer schöpferischen Vernunft gegründet ist. Das impliziere zugleich Zielgerichtetheit, da kein vernünftiger Mensch einen Anfang setze, ohne ein Ziel vor Augen zu haben.

"Der Glaube kann die Wissenschaft beflügeln"

Mit tiefer Skepsis stehe er dem Evolutionismus gegenüber, so Schönborn. Denn der Evolutionismus erhebe im Gegensatz zur wissenschaftlichen Evolutionstheorie den Anspruch, alle Phänomene der Wirklichkeit, also auch Religion, Ethik und Kunst, einzig mit dem Evolutionsparadigma erklären zu können. Jeder Totalitätsanspruch einer wissenschaftlichen Theorie gerate aber zur Ideologie: "Kein Zweifel, dass die Evolutionstheorie als wissenschaftliche Theorie höcht erfolgreich ist in einzelnen Bereichen. Sie hat sich bewährt, sie kann sogar technisch angewandt werden, aber aus dem Paradigma Evolution die Universalerklärung der ganzen Wirklichkeit zu machen, sozusagen vom Big Bang zu Beethovens Neunter Symphonie, alles als Evolution zu erklären, das halte ich nicht für Wissenschaft sondern für Ideologie", betonte Schöborn.

Das Licht des Glaubens ersetze keineswegs die Mühen der Forschung, so der Wiener Erzbischof, denn der Glaube verrate etwa nicht den Bauplan eines Atoms. Doch könne der Glaube die Wissenschaft beflügeln, vor allem dadurch, dass er zum Staunen über die unglaubliche Serie an notwendigen Bedingungen anrege, ohne die es kein Leben gäbe.

Weitere Artikel:

Mehr zum Thema Evolution auf Stephanscom.at

"Ziel oder Zufall?"

Der Mensch als "Zufall der Evolution" und "Geschöpf Gottes"

(red)

28.09.2007

Druckansicht

Zurück

Schwerpunkte
Fastenzeit 2010
Passionswege
Thema Missbrauch
Neuerscheinungen
Aktuelle Tipps
Priesternotruf




Die Erzdiözese - Service - Glaube & Leben - Pfarren - Termine - Suche/Sitemap - Gottesdienstsuche

Katholische Kirche Wien - Erzdiözese Wien - Erzbistum Wien
Optimiert ab MS IE 5.X und NS 7.X mit 1024x768 Pixel