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- 19.03.10

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"Kein Konflikt zwischen Glaube und Wissenschaft"
© Rupprecht@kathbild.atDer Wiener Erzbischof betont, dass die Auseinandersetzung um Schöpfung und Evolution falsche Interpretationen von wissenschaftlichen Theorien betrifft. "Im Blick auf die Diskussion um bioethische Fragen zeigt sich, dass die Kirche hier nicht nachhinkt, sondern an der Spitze voranschreitet", so der Erzbischof.

"Es gibt keinen Konflikt zwischen Glaube und Wissenschaft", betonte Kardinal Christoph Schönborn bei einer Pressekonferenz am Donnerstag, 24. August 2006, in Rimini, wo er beim "Meeting für die Freundschaft der Völker" am Mittwochabend ein viel beachtetes Referat über Schöpfung und Evolution gehalten hatte. In der Auseinandersetzung gehe es vielmehr um materialistische Interpretationen wissenschaftlichen Theorien. Diese Interpretationen stünden im Gegensatz sowohl zum Glauben als auch zur Vernunft.

Diskussion ausgelöst

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"Am Anfang war das Wort, nicht der Zufall", betont Kardinal Schönborn.

Er unterscheide die wissenschaftliche Theorie über die Evolution "über die man natürlich diskutieren können muss" von einer ideologischen Auslegung, betonte Kardinal Schönborn vor den italienischen Journalisten. "Auf diesem Hintergrund bin ich auch froh, durch seinen Meinungskommentar in der 'New York Times' im Juli des Vorjahrs eine breite Diskussion ausgelöst zu haben. Ich musste zwar viele Schläge einstecken, aber das gehört zu einer offenen Diskussion dazu", sagte der Wiener Erzbischof lächelnd.

Weder Kreationismus noch Evolutionismus

Die katholische Kirche könne weder den Kreationismus (der den biblischen Schöpfungsbericht wörtlich interpretiert) noch den Evolutionismus (der die Theroie Darwins materialistisch interpretiert) akzeptieren. Weil der Evolutionismus auf die Gesellschaft von heute einen so starken Einfluss habe, sei es aber für die Kirche dringend notwendig, sich mit dieser Strömung auseinanderzusetzen. Dies vor allem auch deshalb, weil es hier "um die Verteidigung der Vernunft geht".

Die Zielgerichtetheit des Evolutionsprozesses müsse herausgearbeitet werden. Kardinal Schönborn: "Am Anfang war das Wort, nicht der Zufall. Es ist unvernünftig, den großartigen Entwicklungsweg des Lebens bis zum Menschen als Produkt des puren Zufalls zu sehen". Gerade im Hinblick auf die Diskussion um bioethische Fragen und die Gefährdung des Menschen zeige sich, dass die Kirche hier nicht nachhinkt, sondern an der Spitze voranschreite.

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(red/PEW)

24.08.2006

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