Zurück zur Startseite. Zurück zur Startseite. Zur Webseite von Radio Stephansdom.
- 11.03.10

 RSS, ATOM
 
Der Mensch als "Zufall der Evolution" und "Geschöpf Gottes"
© Stephanscom.atÜber das Verhältnis von Naturwissenschaften und Theologie diskutierten der Wiener Physiker Pietschmann, der Grazer Biologe Crailsheim und der Innsbrucker Theologe Wandinger am Montagabend in der Wiener Akademie für Evangelisation.

Naturwissenschaft auf der einen Seite und Theologie beziehungsweise Philosophie auf der anderen Seite müssen sauber voneinander getrennt werden, betonte der Wiener Physiker Herbert Pietschmann bei einer Podiumsdiskussion der Akademie für Evangelisation am Montagabend, 8. Mai 2006, in Wien.

Naturwissenschaft strebt nach gesichertem Wissen

© Universität Wien
Naturwissenschaft könne keine Auskunft über den Sinn des Lebens geben, so Pietschmann.

Die Naturwissenschaft sei dazu in der Lage zu sagen, wie die Welt beschaffen ist, sie könne aber in keiner Weise Auskunft über den Sinn des Lebens geben, so Pietschmann. Das sei solange auch kein Problem, solange Naturwissenschaftler nicht glauben, auch auf Sinnfragen wissenschaftlich antworten zu müssen. "Sinnfragen aus der Naturwissenschaft heraus zu beantworten, ist völliger Unsinn", sagte der Physikprofessor. Die Naturwissenschaft strebe nicht nach Wahrheit, sondern nach gesichertem Wissen.

Der Innsbrucker Theologe Nikolaus Wandinger ging in seinem Beitrag auf die Frage ein, ob der Mensch Zufallsprodukt der Evolution oder nach dem Plan Gottes geschaffen sei, und versuchte eine Annäherung beider Standpunkte. So müsse es keinen grundlegenden Widerspruch zwischen einem "Zufall der Evolution" und dem "Plan Gottes" geben. "Naturwissenschaftlich betrachtet kann etwas durchaus zufällig sein, daraus folgt aber nicht, dass man es auch weltanschaulich als zufällig einstufen muss", so Wandinger. Es sei auch wichtig zu beachten, so der Theologe, dass man göttliches Planen und Handeln nicht nach menschlichen Maßstäben zu verstehen versuche.

Kein Beweis für kein göttliches Design in der Evolution

© Universität Innsbruck
Göttliches Planen und Handeln sei nicht nach menschlichen Maßstäben zu verstehen, so Wandinger.

Der Grazer Biologe Karl Crailsheim warf ein, dass die neuesten Evolutionstheorien nicht beweisen würden, dass es kein göttliches Design in der Evolution geben kann; sie machten es aber denkbar, dass Evolution und die Entstehung des Menschen ohne Design passiert sein könnten.

Wanginger betonte, die Annahme, dass der Mensch ein reines Zufallsprodukt der Evolution sei, würde zwangsläufig auch dazu führen, "dass wir die spezielle Würde des Menschen über Bord werfen müssen". Der Innsbrucker Theologe unterstrich in Übereinstimmung mit Pietschmann, dass den Naturwissenschaften ein autonomer Bereich zukommt, in den sich auch die Kirche nicht einmischen sollte; zugleich müsse man aber immer wieder darauf hinweisen, dass Naturwissenschaftler, wenn sie weltanschauliche Behauptungen aufstellen, ihren eigenen methodischen Bereich verlassen.

Crailsheim führte viele Probleme im Verhältnis von Naturwissenschaften und Theologie darauf zurück, dass sich beide Bereiche einer unterschiedlichen Sprache und unterschiedlichen Begrifflichkeit bedienten. Wenn man diese Begrifflichkeiten besser abklären würde, hätte man im Dialog miteinander schon viel gewonnen.

(red/PEW)

09.05.2006

Druckansicht

Zurück

Schwerpunkte
Fastenzeit 2010
Passionswege
APG 2010
Neuerscheinungen
Aktuelle Tipps
Gedanken zum Evangelium




Die Erzdiözese - Service - Glaube & Leben - Pfarren - Termine - Suche/Sitemap - Gottesdienstsuche

Katholische Kirche Wien - Erzdiözese Wien - Erzbistum Wien
Optimiert ab MS IE 5.X und NS 7.X mit 1024x768 Pixel