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- 09.02.10

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Die Vielfalt der Geschöpfe: Spiel der Natur/Gottes Plan?
SchöpfungIn seiner dritten Katechese stellt Kardinal Christoph Schönborn die Geschöpfe - von Gott geschaffen und in ihrer Vielfalt kein Zufall - in den Mittelpunkt. Jedes Geschöpf, ob Pflanze oder Baum, Tier oder Mensch, spiegelt in eigener Weise die Vollkommenheit Gottes wieder."

Mit dem Psalm "Lob der Schöpfung" leitete Kardinal Christoph Schönborn am Sonntag, 4. Dezember 2005, seine Ausführungen der dritten Katechese zum Thema "Schöpfung und Evolution" ein. Es ging darin um die Frage "Die Vielfalt der Geschöpfe - Spiel der Natur oder Gottes Plan?". "Nach Genesis 1 hat Gott alles nach seiner Art geschaffen. Bis ins 19. Jahrhundert war die Überzeugung, dass die Arten jeweils gesondert von Gott geschaffen wurden. Die Idee des Artenwandels begann sich danach allmählich ihren Weg zu bahnen", rollte Wiens Erzbischof zu Beginn die Geschichte der Evolution auf. "Die Arten sind eben nicht unveränderlich."

Bibel eröffne neue Zugänge zur Wirklichkeit

© Rupprecht
Kardinal Schönborn: "Nichts hat sich selbst erschaffen. Alles ist geschaffen."

"Ich möchte heute etwas Gewagtes versuchen: den Schöpfungsbericht darauf hin befragen, was die fundamentale Botschaft ist, die für ein Gespräch mit der Wissenschaft wichtig ist", so Kardinal Schönborn. Dass der Schöpfungsbericht kein wissenschaftliches Dokument ist, sei klar. Das sei aber auch nicht die Absicht des Textes, so der Wiener Erzbischof.

Die Bibel biete keine Theorie über die Entwicklung der Arten. Aber die naturwissenschaftliche Betrachtungsweise sei nicht der einzige Zugang zur Wirklichkeit. Die Bibel eröffne Zugänge zur Wirklichkeit, streicht Kardinal Schönborn Wirklichkeitszugänge aus dem ersten Kapitel der Bibel heraus. "Es heißt darin, alles ist geschaffen. Das ist der fundamental tragende Grund. Nichts hat sich selbst erschaffen. Aus sich selbst heraus hat nichts sein Sein und sein Wirken", hält er fest.

Vielfalt als Ausdruck des Wesens Gottes

Die Vielfalt der Geschöpfe sei kein Ausdruck einer Dekadenz, eines negativen Zustands, wie es in der Denktradition des Neuplatonismus und auch in der Gnosis vermittelt werde. Durch den Evolutionismus sei eine andere Sichtweise populär geworden: Die Vielfalt des Lebendigen sei kein Ausdruck eines Schöpfungsplanes, sondern Produkt des Zufalls.

Die biblische Sicht zeige aber eine Vielfalt, die weder ein Unfall oder Zufall sei, sondern Ausdruck des Wesens Gottes. "Alle Geschöpfe haben ihren eigenen Wert. Jedes Geschöpf, ob Stern oder Stein, Pflanze oder Baum, Tier oder Mensch, spiegelt in eigener Weise die Vollkommenheit Gottes wieder", betonte Kardinal Schönborn.

Zusammenhang zwischen Gott und dem Geschaffenen

Adam und Eva
Adam und Eva, die ersten Menschen, wurden von Gott als "Krone der Schöpfung" erschaffen.

Darwins "Survival of the fittest" sei eine verkürzte Sicht auf die Vielfalt der Schöpfung. Der Evolutionismus als Weltanschauung könne nicht begründen, warum etwas in sich selbst Wert hat.

Der Mensch steht im biblischen Schöpfungsbericht am Ende der Schöpfung. Die klassische christliche Lehre sage, Gott schaffe nicht nur das Sein, sondern auch das Wirken. Der Mensch könne so auch Schöpfer sein. Daher seien Darwins "natürliche Ursachen" durchaus mit dem Schöpfungsglauben vereinbar. Jeder Mensch sei unmittelbar Gottes Geschöpf, dennoch sei die Voraussetzung unseres Ins-Dasein-Treten unsere Zeugung. So gäbe es ein Zusammenwirken von Gott und dem Geschaffenen.

Musik ähnlich der Melodie des Schöpfers

"Vielleicht hilft es in der Debatte um das 'Intelligent Design', dass es auch so etwas wie das Artistic Design in der Schöpfung gibt, die zweckfreie Schönheit der Geschöpfe", so der Wiener Erzbischof. "Vielleicht hilft uns die Musik, offen zu bleiben für die Melodie des Schöpfers, die uns in der zweckfreien Schönheit der Geschöpfe hörbar, greifbar und erfahrbar wird."

Themenschwerpunkt "Evolution" auf Stephanscom.at

(mn)

06.12.2005

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