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- 30.07.10

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Von Schönheit der Geschöpfe auf deren Schöpfer schließen
© ErdeDie Vernunft zeige, dass es einen Plan und eine Ordnung, einen Sinn und ein Ziel gebe, so Kardinal Schönborn in seiner ersten Katechese zur Reihe "Schöpfung und Evolution".

"Aus bestimmten Anlass habe ich die Evolution zum Thema dieser Katechesenreihe genommen", hielt Kardinal Christoph Schönborn zu Beginn seiner ersten Katechese in der Reihe "Schöpfung und Evolution" am Sonntagabend, 2. Oktober 2005, fest. Es gehe nicht um wissenschaftliche Details, aber um das Verhältnis zwischen Schöpfungsglaube und dem wissenschaftlichen Zugang zur Wirklichkeit. Die ersten Worte der Bibel "Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde" seien Fundament des christlichen Glaubens, Gott und Schöpfer nicht trennbar, so der Wiener Erzbischof.

Vorstellung von Gott als Schöpfer fehle

© Rupprecht
Kardinal Schönborn: "Schöpfung aus dem Nichts ist einmalig."

An den Anfang und das Ende des Katechesenabends stellte er das Buch der Weisheit, in dem geschrieben steht: "Denn von der Größe und Schönheit der Geschöpfe lässt sich auf ihren Schöpfer schließen." Der Mensch sei kein Zufallsprodukt, sondern von Gott als geistlich-leibliches Wesen gewollt. "Die Schwierigkeit, die wir haben, über die Darwin gestolpert ist, ist, dass wir keine Vorstellung von Gott als Schöpfer haben, weil wir nur Veränderungen kennen", so der Wiener Erzbischof. Auch die Schöpfer des Domes hätten gestaltet und nicht aus dem Nichts geschaffen. Die Schöpfung aus dem Nichts sei etwas Einmaliges.

Kirche als Bremse? Eine falsche Vorstellung...

Der Schöpfungsglaube stünde Pate an der Wiege zur modernen Wissenschaft, hielt Kardinal Schönborn fest. Kopernikus, Galilei und Newton wären überzeugt gewesen, dass es in der Wissenschaft darum gehe, im Buch der Schöpfung zu lesen. Gott habe es in lesbarer Schrift und mit verstehbarem Text geschrieben. "Es gehört zu den Vorurteilen unserer Zeit, dass Glaube und Wissenschaft seit eh und je in einem Dauerkonflikt leben", bedauerte er die falsche Vorstellung, dass Kirche eine Bremse und Wissenschaft Befreiung gewesen sein soll.

Entwicklung der Schöpfung ohne Schöpfer

© Rupprecht
Religion tritt hinter naturwissenschaftlichen Erkenntnissen zurück.

Es gäbe keine Unstimmigkeit zwischen Glaube und Vernunft. Die Erfolge der Naturwissenschaften hätten aber immer wieder dazu verlockt, Grenzüberschreitungen zu machen. Die Religion würde hinter den gewaltigen Fortschritten der Naturwissenschaften immer weiter zurücktreten. "Als Darwin 1859 sein Buch über den Ursprung der Arten veröffentlichte, erklärte er eine selbsttätige Entwicklung der Arten ohne Schöpfer. Sicher ist, dass viele sein Werk als Alternative sahen, als Alternative zur unabhängigen Erschaffung der einzelnen Arten."

Einhaltung der Grenzen notwendig

Kardinal Schönborn betonte die absolute Notwendigkeit der Einhaltung der Grenzen zwischen Naturwissenschaften und Religion. Schöpfungsglaube und Evolutionslehre würden einander nicht im Wege stehen, Evolution setze aber Schöpfung voraus.

Die nächste Katechese findet am Sonntag, 13. November 2005, um 20.00 Uhr statt. Dann zum Thema "Wie schafft der Schöpfer? Was heißt geschaffen?".

Sie können die Katechesen auch nach dem 2. Oktober auf Stephanscom.at hier nachlesen.

Die Katechesenthemen und die Termine können Sie hier als PDF (deutsch), PDF (english) downloaden.

(mn)

03.10.2005

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