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- 30.07.10

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Kardinal Schönborn für "sachbezogenen Austausch"
© Stephanscom.atDer Wiener Erzbischof Schönborn fordert in den "Mitteilungen des Schulamts der Erzdiözese Wien" Lehrer und Schüler zur Debatte über das Thema "Schöpfung und Evolution" auf. "Biblischer Glaube an Gott den Schöpfer fördert die Wissenschaft", so Kardinal Schönborn.

Kardinal Christoph Schönborn hat in der neuesten Ausgabe der "Mitteilungen des Schulamts der Erzdiözese Wien" Lehrer und Schüler zur Debatte über das Thema "Schöpfung und Evolution" aufgefordert. Der Wiener Erzbischof betont, dass es ihm in seinem weltweit Aufsehen erregenden Kommentar in der "New York Times" um eine "Klarstellung" im Hinblick auf die kirchliche Lehre über die Schöpfung, aber auch um einen mehr "sachbezogenen und interdisziplinären Austausch" gegangen sei. Wörtlich schreibt Kardinal Schönborn: "Ich habe mich seit gut 30 Jahren, zeitweise recht intensiv, mit diesen Fragen befasst. Ich bin immer mehr zur Überzeugung gekommen, dass der biblische Glaube an Gott den Schöpfer die Wissenschaft nicht nur nicht behindert, sondern sie im Gegenteil fördern kann."

Evolutionstheorie mit dem Glauben an den Schöpfer nicht unvereinbar

© Rupprecht
"Glaube an Gott fördert die Wissenschaft."

Kardinal Schönborn betont in den "Mitteilungen", dass die Evolutionstheorie an sich mit dem Glauben an den Schöpfer nicht unvereinbar sei, "vorausgesetzt, dass von naturwissenschaftlicher Seite nicht - in Grenzüberschreitung - das Spiel des Zufalls so ausgeweitet wird, dass alles, sozusagen vom 'Urknall' bis zu Beethovens Neunter, grundsätzlich, ausschließlich und unwiderruflich als Produkt des Zufalls gedacht wird." Ein solches Denken wäre nicht Wissenschaft, "die sich ja auf ihre jeweils methodisch reduzierte Wirklichkeit zu beschränken hat", sondern schlichtweg "Ideologie".

Gezieltes und sinnvolles forschen

Naturwissenschaftliche Forschung versuche zu verstehen, "wie die Welt funktioniert", stellt der Wiener Erzbischof fest. Die Wissenschaft könne aber nur "gezielt und sinnvoll" forschen, wenn es nicht nur im Ganzen, sondern auch in jedem Teilbereich Ordnung, Baupläne, "System" zu entdecken gebe. "Die erstaunliche Sache ist nicht, dass wir die Dinge erkennen können, sondern dass sie erkennbar sind, soll Einstein gesagt haben. Genau um dieses, der Vernunft erkennbare 'intelligent design', geht es in dieser Debatte", erklärt der Wiener Kardinal. Zugleich verweist er auf die "Vernetzungen" zwischen Neodarwinismus, wirtschaftlichem Neoliberalismus und ökonomistischen Bildungskonzepten. Es lohne sich, auch im Schulbereich den evolutionistischen Grundüberzeugungen "Konkurrenz", "Dominanz des Stärksten oder am besten 'Angepassten'" und "Nützlichkeit" auf der Spur zu bleiben.

Gegen die "Ideologisierung" der Evolutionstheorie

© Rupprecht
Kritische Anfragen an die gängige Theorie sollten wissenschaftlich diskutiert werden.

Gegen die "Ideologisierung" der Evolutionstheorie zum universalen Erklärungsmodell "Evolutionismus" habe sich sein Artikel in der "New York Times" in erster Linie gerichtet, betonte Kardinal Schönborn. Manche Reaktionen hätten gezeigt, dass die Frage der Evolutionstheorie "emotional und weltanschaulich nach wie vor hoch geladen ist". "Ginge es nur um eine wissenschaftliche Theorie, dann könnte ruhig und sachlich darüber geredet werden, dann könnten auch die vielen kritischen Anfragen an die gängige Theorie ohne aggressive Reaktionen, ohne Unterstellungen und billige Schlagworte diskutiert werden", meint der Kardinal kritisch.

Bei manchen "Evolutionisten" sei leider fast eine Art Diskussionsverweigerung festzustellen. Es gebe Beispiele von "höchst intolerantem Verhalten" innerhalb der "scientific community" gegenüber Personen, die Grenzüberschreitungen seitens der Evolutionisten monieren, aber auch gegenüber Naturwissenschaftlern, die ungelöste Fragen der Evolutionstheorie zur Sprache bringen.

Weitere Artikel:

"Komplexes Leben ist kein Produkt des Zufalls"

"Versuch, im Dialog zu bleiben"

"Ist Evolution ziel-los oder zielgerichtet?"

Dokumentation der Diskussion in den Medien auf www.schulamt.at

(red/PEW)

26.08.2005

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