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- 10.09.10

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Weihbischof Scharl für "missionarische Kirche"
© RupprechtFür eine "missionarische" Kirche hat sich der neue Wiener Weihbischof Franz Scharl in einem Interview für die Zeitung der Erzdiözese Wien "Der Sonntag" ausgesprochen. Es gehe darum, Solidarität zu üben und andere Christen zu einem "gesunden Selbstbewusstsein" anzustiften, so der Auxiliarbischof.

In einem Interview mit der Zeitung der Erzdiözse Wien "Der Sonntag" erinnerte der neue Wiener Weihbischof an den Wiener Stadtpatron Klemens Maria Hofbauer, der sich "in schwieriger Zeit", das heißt im frühen 19. Jahrhundert, einer Periode religiöser Gleichgültigkeit, ins Zeug gelegt und damit auch "die Heutigen" zum missionarischen Einsatz angeregt habe. Missionarische Spiritualität bedeute, "die Nähe Gottes zuzulassen und die Nähe der Menschen zu suchen". Es gehe darum, Solidarität zu üben, andere Christen zu einem "gesunden Selbstbewusstsein" anzustiften und zum Zeugnis im eigenen familiären und beruflichen Umfeld zu ermutigen. All das gelinge dauerhaft aber nur aus der "befreienden Kraft des Geistes Gottes".

"Gibt es Gott?"

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Es geht darum "die Nähe Gottes zuzulassen und die Nähe der Menschen zu suchen".

Wie Scharl im Gespräch mit dem "Sonntag" sagte, ist sein zuletzt gekauftes Buch "Gibt es Gott? Wahrheit, Glaube, Atheismus". Das Buch beinhaltet ein Streitgespräch zwischen Kardinal Joseph Ratzinger, dem heutigen Papst Benedikt XVI., und dem italienischen nichtglaubenden Philosophen Paolo Flores d'Arcais. Ratzingers Aussage "Am Beginn des dritten christlichen Jahrtausends befindet sich das Christentum gerade im Raum seiner ursprünglichen Ausdehnung, in Europa, in einer tiefgehenden Krise, die auf der Krise des Wahrheitsanspruches beruht" hatte Flores d'Arcais veranlasst, den damaligen Präfekten der Glaubenskongregation zu einem Streitgespräch einzuladen.

Die "Fülle und Buntheit der Christen"

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Die "Fülle und Buntheit der Christen" mache es notwendig, sich ihnen in ihrer Einzigartigkeit zu stellen.

Im Gespräch mit Mitgliedern des "Verbandes katholischer Publizisten" hat Scharl weitere Grundlinien seiner pastoralen Ausrichtung skizziert. So mache die "Fülle und Buntheit der Christen" es notwendig, sich ihnen in ihrer Einzigartigkeit zu stellen. Daher spreche er von einer "Pastoral der Einzigartigkeit" als die "dem Menschen von heute am besten angemessene Form der Seelsorge". Dies gelte auch für die jeweilige Pfarre, die ebenso "einzigartig in ihrer Zusammensetzung, in ihrem Ort und in ihrer Geschichte" sei. Nur wenn diese Faktoren ernst genommen würden, sei es auch möglich, "wirklich maßgeschneiderte Lösungen zu finden".

Das Potenzial der anderssprachigen Gemeinden

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Am Tag seiner Bischofsweihe wurde Scharl auch Bischofsvikar für die fremdsprachigen Gemeinden.

Mit Nachdruck wies Scharl auf das Potenzial der anderssprachigen Gemeinden in Wien hin, die immer wieder auch innerkirchlich skeptisch betrachtet würden. Es gelte, eine pfarrgemeindliche "Politik der Abschottung" gegenüber diesen oft jungen und stark wachsenden Gemeinden aufzugeben und ihnen "die Möglichkeit des Andockens" zu geben. Dazu sei jedoch eine "doppelte Lernbereitschaft" notwendig, "zum einen für diejenigen, die zu uns kommen, und zum anderen für unsere Gemeinden, die sich in Bewegung setzen müssen".

Die "Glaubensweitergabe und die Lebensweitergabe"

Als besondere Anliegen in seinem neuen Amt formulierte Scharl die "Glaubensweitergabe und die Lebensweitergabe". Dies halte er für notwendig, "um eine gute Zukunft der Kirche in Österreich sicher zu stellen". Dabei sei für ihn "die Verbundenheit mit Gott" das Entscheidende, so Scharl, dorthin wolle er die Menschen führen.

Den Nöten der heutigen Menschen wolle er mit einem offenen Ohr gegenüber treten, wo immer sie "ernsthafte Fragen stellen". Aus seiner seelsorglichen Tätigkeit wisse er, dass die Erfahrung einer "authentischen Antwort" bereits vielen Menschen helfe. Ebenso bedeute dies jedoch auch die Aufforderung an jeden Christen, sich "nicht immer zu verstecken und für sein Christsein zu entschuldigen", so Scharl.

Die Bischofsweihe von Franz Scharl

(red/KAP)

22.04.2006


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