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- 06.09.10

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Die Aufgaben von Weihbischof Franz Scharl
© Rupprecht@kathbild.atMit dem Tag seiner Weihe wird Weihbischof Franz Scharl von Kardinal Schönborn auch das Amt des Bischofsvikars für die Kategoriale Seelsorge und die anderssprachigen Gemeinden in der Erzdiözese Wien übertragen.

Kirchenrechtlich ist die korrekte Bezeichnung für einen Weihbischof "Titular- und Auxiliarbischof". Er wird für eine Diözese geweiht, die nicht mehr existiert und ist daher nur dem Titel nach Bischof ("Titularbischof"). Jeder "Titularbischof" wird dem Diözesanbischof einer anderen Diözese als "Helfer" zugeteilt ("Auxiliarbischof"). Der Begriff "Weihbischof" kommt nur in der deutschen Sprache vor.

Bischofsvikar für die Kategoriale Seelsorge

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Weihbischof Krätzl legt dem neuen Weihbischof die Hände auf.

Mit dem Tag seiner Weihe wird Weihbischof Franz Scharl von Kardinal Schönborn auch das Amt des Bischofsvikars für die Kategoriale Seelsorge und die anderssprachigen Gemeinden in der Erzdiözese Wien übertragen.

Im Bereich "Kategoriale Seelsorge" sind seit dem Jahr 2004 in der Erzdiözese Wien jene Einrichtungen der Diözese unter einem Dach vereint, die in der Seelsorge für Menschen in bestimmten Altersphasen, Lebenssituationen oder an besonderen Orten tätig sind. "Kategoriale Seelsorge" umfasst die Kinder- und Jugendpastoral, die Ehe- und Familienpastoral, die Universitätsseelsorge, die Kranken- und Behindertenseelsorge und zahlreiche besondere Seelsorgebereiche von der Altenpastoral über Gefangenenseelsorge oder Künstlerseelsorge bis zur Tourismusseelsorge. Insgesamt sind in diesen Bereichen neben 270 Hauptamtlichen rund 8.000 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz.

Bischofsvikars für die anderssprachigen Gemeinden

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Franz Scharl legt seine Ernennungsurkunde zum Weihbischof von Wien vor.

Weihbischof Scharl trägt in Zukunft auch Verantwortung für die Seelsorge in den rund 30 anderssprachigen katholischen Gemeinden, die Katholiken aus den verschiedensten Ländern in Wien eine Heimat bieten. Schätzungen zufolge hat etwa jeder fünfte Wiener Katholik eine andere Muttersprache als deutsch. Die Betreuung der anderssprachigen Katholiken in der Erzdiözese Wien ist daher alles andere als eine "Minderheitenseelsorge". Die genaue Zahl der anderssprachigen Christen ist nicht eruierbar, da nicht wenige aus dem Ausland stammende Katholiken lieber in ihrer Wohnpfarre mitfeiern und viele sich sowohl in der Wohnsitzpfarre als auch in der Sprachgemeinde engagieren.

Was ist ein Weihbischof?

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Kardinal Christoph Schönborn setzt Weihbischof Franz Scharl die Mitra auf.

Entstanden ist die Funktion des Weihbischofs im frühen Mittelalter, als durch die Islamisierung der einstigen Kerngebiete des Christentums (Syrien, Nordafrika, Kleinasien) viele Bischöfe vertrieben wurden und nach ihrer Flucht von Bischöfen im christlich verbliebenen Raum aushilfsweise zu Weihehandlungen herangezogen wurden. Um den Rechtsanspruch auf die Bischofssitze zu erhalten, wurden immer wieder Nachfolger ernannt, auch wenn diese ihr Amt an Ort und Stelle nie antreten konnten. Diese Bischöfe übernahmen dann Hilfsdienste in den Diözesen, denen sie zugeteilt wurden.

Weihbischöfe unterstützen den Diözesanbischof in der Leitung seiner Diözese. Im Auftrag des Bischofs führen sie etwa die regelmäßig vorgeschriebenen bischöflichen Visitationen in den Pfarrgemeinden der Diözese durch und vertreten ihn bei Weihehandlungen, etwa die Weihen von Kirchen oder Priestern. Nach dem Kirchenrecht kann ein Weihbischof den Diözesanbischof aber nur in den Weihehandlungen vertreten. Für die Verwaltung einer Diözese liegt diese Vertretungsfunktion beim Generalvikar.

Die meisten größeren Diözesen der Welt haben heute einen oder mehrere Weihbischöfe. In der Erzdiözese Wien gab es in den frühen achtziger Jahren außer Erzbischof-Koadjutor Franz Jachym mit Karl Moser, Jakob Weinbacher, Helmut Krätzl und Florian Kuntner vier Weihbischöfe, die Kardinal Franz König unterstützten. Nach der Ernennung von Pater Ludwig Schwarz zum Diözesanbischof von Linz hatte die Erzdiözese Wien mit Weihbischof Helmut Krätzl seit Sommer 2005 nur mehr einen Weihbischof. In Österreich gibt es derzeit Weihbischöfe auch in der Erzdiözese Salzburg und in der Diözese Graz-Seckau.

Weitere Artikel:

Zur Person: Weihbischof Franz Scharl

Ernennungsdekret von Papst Benedikt XVI.

Die Bischofsweihe von Franz Scharl auf Stephanscom.at

(red)

22.04.2006


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