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- 10.03.10

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Kardinal König und das Gewissen
© kathbild.at/RupprechtDas Vermächtnis von Kardinal Franz König in Gegenwart und Zukunft stand im Mittelpunkt eines Symposiums im Wiener Kardinal-König-Haus. Anlass war der fünfte Todestag des beliebten Wiener Alterzbischofs.

Das Vermächtnis Kardinal Königs für Gegenwart und Zukunft stand im Mittelpunkt des Symposions "Gewissen - Freiheit und Verantwortung in Zeiten von Krise und Beliebigkeit", am Samstag, 14. März 2009, das aus Anlass des fünften Todestags des Kardinals im Wiener "Kardinal-König-Haus" stattfand. Veranstaltet wurde die Tagung von der Stiftung "Pro Oriente", der "Kardinal-König-Stiftung" und dem "Kardinal-König-Haus". An der Tagung, nahmen unter anderem auch Kardinal Christoph Schönborn, Bischof Egon Kapellari und der Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich, der lutherische Altbischof Herwig Sturm, teil.

Podiumsdiskussion zum Thema Gewissen

© kathbild.at/Rupprecht
Auf großes Interesse stieß das Symposium zum fünften Todestag von Kardinal Franz König.

Sozialminister Rudolf Hundstorfer, Nationalbank-Präsident Claus Raidl, "Standard"-Autor Hans Rauscher und der deutsche Internist und Psychiater Joachim Bauer machten in einer Podiumsdiskussion deutlich, dass sich Gewissensentscheidungen auf den Alltag auswirken. Hundstorfer und Raidl waren sich etwa einig, dass alles getan werden muss, um die Arbeitslosigkeit im allgemeinen, vor allem aber die Jugendarbeitslosigkeit einzudämmen. Vorgänge in anderen europäischen Ländern hätten gezeigt, welche dramatischen Konsequenzen eine Vernachlässigung dieses Faktors nach sich zieht.

Bauer wies auf neueste neurobiologische Forschungsergebnisse hin, wonach es im Menschen Anlagen gebe, die zum Gewissen führen. Der Mensch habe etwa einen biologisch verankerten Sinn für soziale Fairness; der Haupttrieb des Menschen sei jener nach zwischenmenschlicher Beziehung und sozialer Akzeptanz.

Gewissen in den Religionen

Der Salzburger katholische Theologe Clemens Sedmak, der Berliner Rabbiner Walter Homolka und der muslimische Religionspädagoge Mouhanad Khorchide stellten grundlegende Überlegungen zum Gewissen aus christlicher, jüdischer und islamischer Sicht an. Sedmak arbeitete in seinem geistreichen Streifzug durch die Theologie- und Philosophiegeschichte die Spannung zwischen einer starken Bindung an die eigene Subjektivität und der Orientierung an einer übergeordneten Norm heraus. Kardinal König habe in seinen Hinweisen für die Gewissensbildung unter anderem auf die Bedeutung des geschützten Raums der Familie verwiesen. Ebenso habe der Kardinal oft den Mut eingefordert, zu Gewissensurteilen auch in aller Öffentlichkeit zu stehen. Eine Herausforderung, der viele Christen aus Bequemlichkeit nicht nachkommen würden.

Freiheit und Verantwortung

Walter Homolka verwies darauf, dass im Judentum die ethisch-moralische Dimension im Vordergrund stehen. Der Mensch stehe im ständigen Widerstreit zwischen gut und böse und müsse deshalb sein Gewissen ständig trainieren. Ermöglicht werde dem Menschen diese Entscheidungsmöglichkeit überhaupt erst durch seinen Anteil an der göttlichen Vernunft. Deswegen besitze der Mensch die Freiheit zu Entscheidungen, trage aber auch Verantwortung dafür, so Homolka.

Auch für den Islam reklamierte Khorchide die Bedeutung des Gewissens. Der Mensch als "Verwalter der Schöpfung" müsse verantwortungsvoll mit den ihm anvertrauten Ressourcen umgehen, was nur durch die rechte Erziehung des Gewissens möglich sei. Die blinde und unreflektierte Bindung an Vorschriften oder an Rechtsgutachten von Gelehrten die "fatwas" wies Khorchide zurück. Gegen eine Wertebeliebigkeit führte Khorchide fünf zentrale Prinzipien des Islam an: Gerechtigkeit, Menschenwürde, Freiheit, Gleichheit und soziale Verantwortung.

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(red/PEW)

18.03.2009


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