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- 12.03.10

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Das Erbe Kardinal Königs bleibt
© Rupprecht@kathbild.atVor drei Jahren, am 13. März 2004, starb der Wiener Alterzbischof Franz König im 99. Lebensjahr. Er war ein "Brückenbauer" im weitesten Sinn des Wortes und machte sich mit seinen Bemühungen um die Ostkirche und die Überwindung der kommunistischen Isolation besonders verdient.

Die katholische Kirche Österreichs gedenkt am 13. März 2007 des Wiener Alterzbischofs, Kardinal Franz König, der vor drei Jahren, im 99. Lebensjahr verstorben ist. Das Andenken an Kardinal König sei in vielfacher Weise wach. Man müsse bei einer Reihe aktueller Fragen, wie etwa der Interpretation des Zweiten Vatikanischen Konzils, König zitieren, so der Wiener Weihbischof Helmut Krätzl.

"Er brauchte nie eine kirchenfürstliche Pose"

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Kardinal Josef Ratzinger feierte das Requiem für den verstorbenen Kardinal König.

Vor drei Jahren wurde der Stephansdom beim Requiem für Kardinal König zum Ort einer großen europäischen Bischofsversammlung: "Im Namen des Papstes" hatte der damalige Kardinal Joseph Ratzinger, der Dekan des Kardinalskollegiums, das Requiem geleitet. Der Dom war beim Requiem für Kardinal König bis auf den letzten Platz gefüllt. Auch auf dem Stephansplatz hatten sich trotz des nasskalten Wetters Tausende Menschen versammelt. Mehr "Pontifex" als mancher Papst, so beschrieb der katholische Publizist, Hansjakob Stehle den verstorbenen Wiener Alterzbischof nach dessen Tod. In einem Nachruf würdigte er Kardinal König als "einen Wege bahnenden Brückenbauer". Dabei habe der Kardinal "nie einer kirchenfürstlichen Pose" bedurft, um glaubhaft den Dialog zwischen Religionen und Konfessionen, Gläubigen und Nichtglaubenden, zwischen Tradition und Erneuerung zu fördern".

Lernen vom Sterben Kardinal Königs

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Kardinal König und Patriarch Bartholomaios I. setzten sich gemeinsam für die Kirche im Osten ein.

"Als die Tage mühsamer wurden, war immer deutlicher, woher der Kardinal seine Kraft holte", erinnert sich Diözesanarchivarin Annemarie Fenzl an die letzten Tagen des Kardinals: "Nach einer Messfeier sagte er: 'Daraus lebe ich'". In seinem letzten Gespräch mit dem Wiener griechisch-orthodoxen Metropoliten Michael Staikos habe Kardinal König zwei Tage vor seinem Tod betont, die Kirche solle "anstatt den Menschen allzu viele moralische Gebote und Verbote aufzuerlegen, mehr von der Auferstehung sprechen". Der Kardinal habe sich nie im alleinigen Besitz der Wahrheit gefühlt, betonte Fenzl. Die Wahrheit sei für ihn "ein Gut über uns" gewesen, um das man sich "gemeinsam bemühen" müsse. Bis zuletzt sei der Geist des Kardinals vollkommen klar gewesen. "Sein Tod war ein friedliches Hinübergehen und seine letzten Worte waren 'Wie schön'", so Fenzl.

Bedeutung für die Weltkirche

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Zum Requiem von Kardinal Königs Tod war der Stephansdom bis auf den letzten Platz gefüllt.

Auf weltkirchlicher Ebene war Kardinal König erstmals beim Zweiten Vatikanischen Konzil in Erscheinung getreten, zu dessen führenden Persönlichkeiten er gehörte. 1965 vertraute ihm Papst Paul VI. die Leitung des neu gegründeten vatikanischen Sekretariates für die Nichtglaubenden an, eine Funktion die er bis 1981 beibehielt. Als spezifische Aufgabe des Erzbischofs von Wien sah Kardinal König die Überwindung der Isolierung der Kirche im kommunistischen Machtbereich durch Herstellung brüderlicher Kontakte zu den Nachbarkirchen im Osten. Er selbst reiste als erster "westlicher" Kardinal nach Osteuropa. Von Anfang an bildeten ökumenische Kontakte einen Schwerpunkt von Kardinal Königs Wirken. Eine wichtige Funktion übernahm dabei die von Kardinal König 1964 gegründete Stiftung "Pro Oriente", die vor allem durch ihre internationalen ökumenischen Symposien dem theologischen Gespräch weit reichende Impulse gab.

"An der Hand, nicht durch die Hand eines Menschen sterben"

Ein besonderes Anliegen war Kardinal König stets der Lebensschutz. Er warnte vor der "totalen Manipulation des Menschen". "Hier ist es die Pflicht der Kirche, mit aller Entschiedenheit darauf hinzuweisen, dass niemand das Recht hat, schuldloses Leben zu vernichten, dass das Leben allen heilig sein muss", so Kardinal König wörtlich. In seinen letzten Jahren setzte er sich besonders für den Hospizgedanken und den Ausbau der Sterbebegleitung ein.

Arbeiter hörten zu

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Unzählig Menschen standen im Jahr 2004 Schlange, um persönlich von Kardinal König Abschied zu nehmen.

Legendär waren auch die Silvesteransprachen Kardinal Königs im ORF. "Wenn Kardinal König sprach, haben die Arbeiter im Judenburger Guss-Stahlwerk hingehört. Sie zitierten uns, was er im Fernsehen in der Silvesteransprache gesagt hatte", erinnerte sich später etwa der einstige steirische Generalvikar Leopold Städtler. Der Kardinal hatte allen Österreichern etwas zu sagen und er wurde auch gehört.

Papst in Österreich

Ein später Höhepunkt der Amtszeit Kardinal Königs als Vorsitzender der Bischofskonferenz war der erste Österreich-Besuch von Papst Johannes Paul II. 1983. Der von einer offenen und herzlichen Atmosphäre geprägte Besuch übertraf alle Erwartungen. Schon bei der Europavesper auf dem Heldenplatz sprach ein sichtlich gelöster Kardinal König vor 150.000 Gläubigen von "großer Freude und Begeisterung" über den Besuch des Papstes. König zeigte sich zuversichtlich, dass die Anwesenheit von Johannes Paul II. zur "religiösen Erneuerung" Österreichs beitragen werde.

Gedenkgottesdienst im Stephansdom

© Radio Stephansdom

Am Dienstag, 13. März 2007, feiert Kardinal Schönborn mit vielen Bischöfen und Vertretern aller christlichen Kirchen, um 18.00 Uhr den Gedenkgottesdienst zum dritten Todestag von Kardinal König im Wiener Stephansdom. Der Gottesdienst wird von Radio Stephansdom live übertragen.

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(red/PEW )

13.03.2007


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